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KATEGORIE 10

Weitere &
verwandte Wirkstoffe

Andere wichtige Peptide sowie verwandte Wirkstoffe, die häufig im Peptid-Kontext genannt werden.

#38Research Use Only

Bradykinin

Entzündungs- und Schmerzmediator

9-Aminosäuren-Peptid des Kallikrein-Kinin-Systems. Wichtiger Mediator von Entzündung, Schmerz und Vasodilatation. Bekannt durch ACE-Hemmer-induzierten Husten (Bradykinin-Akkumulation).

EntzündungsreaktionSchmerzübertragung (Nozizeption)Vasodilatation und Blutdrucksenkung
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: etabliert
#47Teilw. zugelassen

Glutathion

γ-Glu-Cys-Gly – Master-Antioxidans

Glutathion (GSH) ist ein endogenes Tripeptid und das bedeutendste intrazelluläre Antioxidans. Zentral für Entgiftung, Immunfunktion und Redox-Homöostase. Oral kaum bioverfügbar; Liposomal, IV oder als NAC-Vorstufe sinnvoller.

Oxidativer Stress / Antioxidans-SystemLeberfunktion und -schutzImmunfunktion (NK-Zellen, T-Lymphozyten)
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: etabliert
#48Frei verkäuflich

Carnosin

β-Alanyl-L-Histidin – Dipeptid mit Anti-Aging-Potential

Carnosin ist ein endogenes Dipeptid aus β-Alanin und L-Histidin. Hochkonzentriert in Skelettmuskulatur und Gehirn. Anti-Glykosilierungs-, Antioxidans- und Pufferwirkung. Oral gut bioverfügbar; breite Forschung in Longevity und Neuroprotektion.

Muskelausdauer und Laktat-PufferungAnti-Glykosylierung (AGE-Hemmung)Neuroprotektion / Alzheimer-Forschung
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: klinisch
#49Zugelassen (Ausland)

Cerebrolysin

Peptidgemisch aus Schweinegehirn – Neurotropher Wirkstoff

Cerebrolysin ist ein enzymatisch aufgeschlossenes Peptidgemisch aus Schweinegehirn-Proteinen. In Osteuropa und Asien als Nootropikum und Schlaganfall-Therapeutikum zugelassen. Enthält BDNF-ähnliche, IGF-1-ähnliche und CNTF-ähnliche Peptide.

Schlaganfall-RehabilitationAlzheimer / vaskuläre DemenzTraumatisches Hirntrauma (TBI)
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: klinisch
#50Frei verkäuflich

Creatin

Kein Peptid – Guanidinopropionsäure-Derivat

Creatin (Kreatin) ist kein Peptid, sondern eine körpereigene Verbindung aus Arginin, Glycin und Methionin. Eines der am besten untersuchten Nahrungsergänzungsmittel weltweit. Klare Evidenz für Kraftleistung, zunehmend für Neuroprotektions-Forschung.

Kraftsport und HochintensitätsleistungMuskelaufbau / HypertrophieNeuroprotektion (TBI, Parkinson, Huntington)
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: etabliert
#153Research Use Only

Dermorphin

Amphibien-Heptapeptid – Ultra-Potenter μ-Opioid-Agonist

Heptapeptid aus der Haut südamerikanischer Frösche (Phyllomedusa sauvagii). Enthält D-Alanin in Position 2 – selten in tierischen Peptiden. 1000× potenter als Morphin an μ-Opioid-Rezeptoren. Verboten als Pferddoping-Mittel (WADA/USEF). Analog Dermorphin-Analoga in Schmerz-Forschung.

Schmerzforschung (μ-Opioid-Pharmacologie)Opiat-Rezeptor-CharakterisierungAnalgetika-Entwicklung (Dermorphin-Analoga)
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#154Research Use Only

Deltorphin

Amphibien δ-Opioid-Peptid – Hochselektiver DOR-Agonist

Heptapeptid aus Phyllomedusa bicolor-Haut. Enthält D-Aminosäure (D-Met oder D-Ala). Hochselektiver δ-Opioid-Rezeptor (DOR)-Agonist. Deltorphin-I (D-Ala2) und Deltorphin-II (D-Met2). Forschungswerkzeug für DOR-Biologie, Depression und Schmerzmodulatoren.

δ-Opioid-Rezeptor-PharmacologieSchmerzforschung (delta-Analgesie)Depression (DOR-Agonisten antidepressiv)
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#159Research Use Only

CART-Peptid

Cocaine and Amphetamine Regulated Transcript – Anorexigenes Neuropeptid

Endogenes neuropeptidisches Protein (CART, 89–102 Aminosäuren), hochdynamisch reguliert durch Kokain/Amphetamin, Hunger und Leptin. Gehört zu den wichtigsten anorexigenen Neuropeptiden des Hypothalamus. Hemmt Nahrungsaufnahme, stimuliert Energieverbrauch, moduliert Belohnungssystem und Schmerzwahrnehmung.

Appetitregulation (anorexigen)Energiehomöostase / AdipositasSucht und Belohnungssystem
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#161Research Use Only

Orexin-B

Hypocretin-2 – OX2R-selektives Wach- und Appetit-Neuropeptid

28-Aminosäuren-Neuropeptid aus dem lateralen Hypothalamus. Entdeckt 1998 gleichzeitig als Orexin-B (Sakurai et al.) und Hypocretin-2 (de Lecea et al.). Aktiviert OX1R und OX2R (bevorzugt OX2R). Reguliert Wachheit, Hunger, Energiehomöostase und Belohnungssystem. Verlust beider Orexine → Narkolepsie Typ 1.

Narkolepsie (Orexin-System)Schlaf-Wach-RegulationAppetit und Energiehomöostase
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#165Research Use Only

Neuromedin B

NMB – Bombesin-Verwandtes GI- und ZNS-Regulatorpeptid

10-Aminosäuren-Peptid aus der Bombesin/GRP-Familie. NMB (Leu-Gly-Asn-His-Trp-Ala-Val-Gly-His-Leu-Met-NH2) bindet NMB-R (BB1-Rezeptor). Reguliert Nahrungsaufnahme, Magensäuresekretion, Darmperistaltik, Körpertemperatur und Zellenproliferation. Verwandt mit dem Froschhaut-Peptid Neuromedin B aus Bombesin-Familie.

Appetitregulation (anorexigen)Magensäuresekretion und GI-MotilitätZellenproliferation (Lungen- und GI-Tumoren)
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#168Research Use Only

Galanin-Like Peptide

GALP – Hypothalamisches Energiehomöostase-Neuropeptid

60-Aminosäuren-Neuropeptid aus dem Hypothalamus (Nucleus arcuatus, lateraler Hypothalamus). C-terminale Sequenz identisch mit Galanin (1-13). Bindet Galanin-Rezeptoren (GalR1-3). Reguliert Energie-Homöostase, Körpergewicht, Reproduktion (GnRH-Modulation) und Knochenmetabolismus.

Appetitregulation (biphasisch: initial orexigen, dann anorexigen)Reproduktion (GnRH/LH-Modulation)Energiehomöostase bei Adipositas
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#171Research Use Only

Spexin

SPX – Neues Neuropeptid mit Gewichts- und Reproduktionsregulation

14-Aminosäuren-Neuropeptid aus dem Galanin-Peptid-Superfamilie (GPR). Entdeckt 2007 durch bioinformatische Methoden. Aktiviert Galanin-Rezeptoren GalR2 und GalR3. Reguliert Körpergewicht (anorexigen), Reproduktion (GnRH-modulierend), Angst und kardiovaskuläre Funktion. Spiegel erniedrigt bei Adipositas.

Adipositas (anorexigene Wirkung)Reproduktion (GnRH-Modulation)Angst und Depression
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#176Research Use Only

Neurokinin A

Substance K – NK2-Rezeptor-Agonist aus der Tachykinin-Familie

10-Aminosäuren-Tachykinin-Neuropeptid aus dem Prä-Pro-Tachykinin-A-Gen (PPTA). Gemeinsamer Vorläufer mit Substanz P. Präferentieller NK2-Rezeptor-Agonist. Reguliert glatte Muskulatur (Bronchien, Darm), Schmerzwahrnehmung und neuroinflammation. Relevanz für Asthma (NK2R auf Bronchialmukosa) und IBS.

Asthma (NK2R-Bronchialkontraktion)Bronchiale HyperreagibilitätIrritable Bowel Syndrome (GI-Motilität)
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#179Research Use Only

Neuropeptid B

NPB – RFamide-Verwandtes Neuropeptid mit Prolaktin-Regulation

23-Aminosäuren-Neuropeptid aus der RFamide-Peptid-Familie. Bindet NPBWR1 (GPR7) und NPBWR2 (GPR8). Reguliert Prolaktin-Sekretion, Schmerzwahrnehmung, Angst und Energiehomöostase. Neuropeptid W (NPW) ist das enge Verwandte. Beide entdeckt 2002 durch Liganden-Orphan-Rezeptor-Matching-Strategie.

Prolaktin-Regulation (Stimulation)Schmerzmodulation (anti-nozizeptiv)Angst und Stress
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#182Research Use Only

Galanin Message-Associated Peptide

GMAP-104 – N-terminales Galanin-Vorläufer-Peptid

104-Aminosäuren-Peptid aus dem N-terminalen Bereich des Galanin-Vorläuferproteins Prepro-Galanin, C-terminal von Galanin. GMAP (Galanin Message-Associated Peptide) hat eigenständige biologische Aktivität: Modulation der Schmerzwahrnehmung, antiinflammatorische Wirkung. Koprodukt bei Galanin-Prozessierung.

Schmerzmodulation (spinale Antinozizeption)NeuroinflammationGalanin-System-Biologie
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#183Research Use Only

Opiorphin

QRFSR – Endogenes Enkephalinase-Inhibitor-Pentapeptid

Pentapeptid (Gln-Arg-Phe-Ser-Arg) aus menschlichem Speichel und Geweben. 2006 entdeckt von Wisner et al. (Institut Pasteur). Hemmt Neprilysin (Enkephalinase) und Aminopeptidase-N → verhindert Enkephalin-Abbau → endogene Opioid-Spiegel↑. Analgetischer Effekt äquivalent zu Morphin in Tiermodellen.

Analgesie (endogene Opioid-Potenzierung)Schmerztherapie (Enkephalinase-Inhibition)Depression (Enkephalin-System)
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#184Research Use Only

Diazepam-Binding Inhibitor

DBI / ACBP – Endogenes GABA-A-Modulator-Peptid

86-Aminosäuren-Protein (DBI, auch ACBP: Acyl-CoA Binding Protein). Endogener negativer Modulator des GABA-A-Rezeptors. Fragmente (ODN, DBI(17-50)) verdrängen Diazepam am Benzodiazepin-Rezeptor → anxiogen. Interessant für Angst-Forschung, Schlaf und Epilepsie-Pathophysiologie.

Angst und Panik (GABA-A-Modulation)Epilepsie (pro-convulsant bei Überexpression)Schlafstörungen
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#185Research Use Only

α-Synuclein-Fragmente

SNCA-Peptide – Pathologisches Amyloid bei Parkinson und Lewy-Körper-Erkrankungen

140-Aminosäuren-Protein (SNCA) und seine aggregierenden Fragmente. Hauptkomponente von Lewy-Körpern bei Parkinson, DLB und MSA. Fibrillogene NAC-Domäne (61-95) ist Kern der Aggregation. Forschungsfeld: Aggregations-Hemmung durch Peptide (β-Synuclein-Fragmente), immuntherapeutische Ansätze und Alpha-Synuclein-Antikörper (Prasinezumab, Cinpanemab).

Parkinson-Krankheit (Aggregations-Pathologie)Demenz mit Lewy-KörpernMultisystematrophie
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: klinisch
#186Research Use Only

Amyloid-β (Aβ)

APP-Spaltprodukt – Zentrales Peptid der Alzheimer-Pathologie

39–43 Aminosäuren-Peptide (Aβ1-40, Aβ1-42 dominant), durch β-/γ-Sekretase aus Amyloid Precursor Protein (APP) gespalten. Aβ42 aggregiert zu Plaques. Therapeutische Strategien: Anti-Aβ-Antikörper (Lecanemab/Leqembi® FDA 2023, Donanemab), γ-Sekretase-Inhibitoren, Aβ-Aggregations-Hemmer.

Alzheimer-Krankheit (Pathogenese)Amyloid-Plaque-Clearing (Immuntherapie)BACE1-Inhibition (Sekundärprävention)
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: klinisch
#187Research Use Only

Tau-Peptide

MAPT-Fragmente – Pathologisches Mikrotubuli-assoziiertes Protein bei Tauopathien

Tau ist ein 352–441 Aminosäuren-Protein (MAPT-Gen, 6 Isoformen). Bildet bei Alzheimer, FTD, PSP, CBD und anderen Tauopathien pathologische NFTs (Neurofibrillary Tangles). Anti-Tau-Antikörper (Semorinemab, Gosuranemab) in Phase II/III. Tau-Aggregations-Inhibitoren (LMTM, Methylene Blue) in klinischen Studien.

Alzheimer-Krankheit (Tau-Pathologie)Frontotemporale Demenz (FTD)Progressive supranukleäre Blickparese (PSP)
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: klinisch
#188Research Use Only

Apamin

Bienengift-Peptid – SK-Kanal-Blocker und Lernverstärker

18-Aminosäuren-Neurotoxin aus Apis mellifera Bienengift. Selektiver Blocker kleiner Leitfähigkeit Kalzium-aktivierter Kaliumkanäle (SK-Kanäle, SKCa). Verbessert Lernleistung und Gedächtnis in Tiermodellen. Potenzielle Anwendung bei Myasthenia gravis, MS und Kognitionsförderung. Erste SK-Kanal-Sonde.

Lernverstärkung und Gedächtnis (SK-Kanal)Alzheimer (SK2-Hypoaktivität)Myasthenia gravis (neuromuskuläre Überleitung)
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#189Research Use Only

Mastoparan

Wespengifit-Tetradecapeptid – G-Protein-Aktivator und Membran-Disruptor

14-Aminosäuren-amphipathisches Peptid aus Vespula-Wespengifit. Direkte G-Protein-Aktivierung (Gi, Go) durch Membran-Insertion. Mastoparan-7 ist G-Protein-selektiver. Aktiviert Mastzellen (Histamin-Release), Phospholipasen, Mitochondrien. Wichtiges pharmakologisches Werkzeug für G-Protein-Signaling-Studien.

G-Protein-Signaling (direkter Agonist)Mastzellen-Aktivierung / Histamin-ReleaseAntimikrobielle Aktivität
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#190Research Use Only

Chlorotoxin

CTX – Scorpion-Peptid-Gliom-Marker und Tumor-Paint

36-Aminosäuren-Peptid aus dem Gift des israelischen Skorpions (Leiurus quinquestriatus). Bindet selektiv Gliomzellen durch MMP-2/Chlorid-Kanal-Interaktion. Basis für Tumor-Paint® (IRDye800CW-Chlorotoxin, Blaze Biosciences) – fluoreszierendes Konjugat für intraoperative Tumor-Visualisierung bei Hirntumoren. Phase-II-Studien.

Gliom-Diagnostik (Tumor-Paint)Intraoperative Fluoreszenz-BildgebungGlioblastom-Targeting
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: klinisch
#192Research Use Only

Contryphan-R

Conopeptid mit D-Aminosäure – Neuroinhibitorisches Kalziumkanal-Peptid

8-Aminosäuren-Conopeptid aus Conus radiatus mit D-Tryptophan in Position 4. Erster Vertreter der Contryphan-Familie von Conopeptiden. Enthält D-Aminosäure durch post-translationale Epimerisierung. Hemmt spannungsgesteuerte Kalziumkanäle. Strukturell verwandt mit Spinorphin (endogener Enkephalinase-Hemmer).

Kalziumkanal-PharmacologieD-Aminosäure-Biochemie in TierenConotoxin-Diversität
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#193Research Use Only

PACAP-38

Pituitary Adenylate Cyclase-Activating Polypeptide – Längere Isoform

38-Aminosäuren-Isoform von PACAP (vs. PACAP-27, 27 AA). Die häufigere biologisch aktive Form. Identische erste 27 Aminosäuren mit PACAP-27, plus C-terminale 11-Aminosäuren-Extension. Aktiviert PAC1, VPAC1 und VPAC2. Stärker neuroprotektiv und GH-sekretorisch als PACAP-27. PACAP-38 und Migräne: CGRP-ähnliche Vasodilatation → PACAP als Migräne-Trigger und Therapeutik-Target.

Migräne (PACAP-38 als Trigger, PACAP-R-Antikörper)Neuroprotektive EffekteGH-Sekretion
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: klinisch
#195Research Use Only

ProSAAS / BigLEN

Granin-Peptide – Endogene Proprotein-Konvertase-Hemmer und Neuropeptide

ProSAAS ist ein 260-Aminosäuren-Granin-Protein, das neuropeptidische Fragmente produziert: BigLEN (28 AA), little SAAS (18 AA), PEN (12 AA). BigLEN aktiviert GPR171 (endogener Ligand). PEN aktiviert GPR83. ProSAAS hemmt Proprotein-Konvertase 1 (PC1) → reguliert Neuropeptid-Reifung. Relevant für Adipositas und Sucht.

Adipositas (GPR171-Agonismus)Sucht (BigLEN im Nucleus accumbens)Neuropeptid-Prozessierung (PC1-Hemmung)
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#198Research Use Only

Neuropeptide W

NPW – RFamide-Verwandtes Neuropeptid mit Schmerzmodulation

23-Aminosäuren-Neuropeptid (auch 30-AA-Form: NPW30). Entdeckt 2002 als endogener Ligand für GPR7 (NPBWR1) und GPR8 (NPBWR2), zusammen mit Neuropeptid B. N-Terminus: Trp-Gly. C-Terminus RFamide-ähnlich. Reguliert Schmerzwahrnehmung, Nahrungsaufnahme, Stressantwort und Energiehomöostase. NPW-KO-Mäuse entwickeln Fettleibigkeit.

Adipositas (endogener Anorektikum)Schmerzmodulation (spinale NPW-Neurone)Stressantwort / HPA-Achse
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#202Research Use Only

Phoenixin

PNX – Neues Hypothalamus-Neuropeptid für Reproduktion und Kognition

14-Aminosäuren-Neuropeptid (PNX-14, auch PNX-20). 2013 durch bioinformatische Orphan-GPCR-Deorphanisierung entdeckt. Bindet GPR173 (SREB3). Reguliert GnRH/LH-Sekretion (reproduktiv), verbessert räumliches Lernen und Gedächtnis, hat anxiolytische Wirkung. In Hypothalamus, Hirnstamm und Rückenmark exprimiert.

Reproduktion (GnRH/LH-Regulation)Kognition und GedächtnisAngst (anxiolytisch)
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#205Research Use Only

VGF-Neuropeptide

NERP-1/2, TLQP-21 – Aktive Fragmente des VGF-Granin-Proteins

VGF (Nerve Growth Factor-Inducible Gene) ist ein 617-Aminosäuren-Granin-Protein, das neuropeptidische Fragmente produziert: TLQP-21, NERP-1, NERP-2, AQEE-30. VGF-Expression durch BDNF/NGF hochreguliert. TLQP-21 aktiviert C3aR1 → neuro-immunologische Schmerzkomplement-Modulation. NERP-1/2 aktivieren QRFP-ähnliche Rezeptoren → Energiehomöostase. VGF erniedrigt bei Depression und Alzheimer.

Schmerz (TLQP-21/C3aR1)Depression (VGF-Defizit)Alzheimer (VGF als Biomarker)
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#213Research Use Only

Dynorphin B

Dynorphin-B-13 / Rimorphin – κ-Opioid mit Sucht- und Stressrelevanz

13-Aminosäuren-Peptid (YGGFLRRQFKVVT) aus Prodynorphin. Hochselektiver κ-Opioid-Rezeptor-Agonist. Potenter als Dynorphin A an κOR. Gegenspieler der μ-Opioid-Systeme: Dynorphin B → κOR → Dysphorie, Stressantwort, Anti-Sucht. Relevant für PTSD-Pharmakologie und kappa-Antagonisten-Therapie.

κ-Opioid-Rezeptor-PharmakologieStress und DysphoriePTSD (KOR-Antagonisten)
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#217Research Use Only

Nocistatin

NST – Anti-Nozizeptives Peptid aus dem Prepronociceptin-Gen

17-Aminosäuren-Peptid aus dem selben Prepronociceptin-Gen wie Nociceptin/OFQ. Paradoxerweise anti-nozizeptiv (hemmt Schmerz), obwohl Nociceptin pro-nozizeptiv ist. Blockt Nociceptin-induzierten Schmerz ohne NOP-Rezeptoren zu binden. Hemmt Substanz-P-induzierten Juckreiz und spinal vermittelte Allodynie. Eigenständiger Rezeptor postuliert.

Chronischer Schmerz (Allodynie-Inhibition)Juckreiz-RegulationSpinale Pharmakologie
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#222Research Use Only

Relaxin-3

RLN3 / INSL7 – Neuropeptid mit Stress-, Appetit- und Gedächtnisfunktionen

Insulin-ähnliches Zwei-Ketten-Peptid (A-Kette 24 AA + B-Kette 27 AA) mit 3 Disulfid-Brücken. Evolutionär ältestes Relaxin-Familienmitglied. Ligand von RXFP3 (Relaxin Family Peptide Receptor 3) im Gehirn. Hauptexpression im Nucleus incertus → Hippocampus-Projektion → Gedächtnis, Stressantwort. RXFP3-Antagonisten für Angst/Sucht untersucht.

Hippocampaler Theta-RhythmusGedächtnis und LernenStressantwort
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#228Research Use Only

β-Casomorphin-7

BCM-7 – Exorphin aus Kuhmilch mit Opioid- und Immunwirkungen

7-Aminosäuren-Opioid-Peptid (YPFPGPI) aus β-Casein A1-Variante der Kuhmilch. Entsteht durch gastrointestinale Spaltung. Bindet μ-Opioidrezeptoren. Kontrovers: Verbindung zu Diabetes Typ 1, Autismus, Schizophrenie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen diskutiert. β-Casein A2-Milch produziert kein BCM-7 (anderer Spaltungsort).

Opioid-PharmakologieGastrointestinale MotilitätDiabetes Typ 1 (Kontroverse)
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#233Research Use Only

Granulins

GRN-Fragmente – Wundheilung, Neurodegeneration und Tumor-Kontroverse

7 kleine (~6 kDa) Cysteinreiche Peptide (Granulin A-G), die durch Spaltung aus dem 88-kDa-Progranulin entstehen. Granulins stimulieren Zellproliferation und Wundheilung. Progranulin (intact) hat neurotrophe Eigenschaften – GRN-Haploinsuffizienz → frontotemporal Demenz. Granulins und Progranulin haben paradox gegenteilige Wirkungen je nach Kontext.

Frontotemporal Demenz (GRN-Haploinsuffizienz)Neurodegeneration (PGRN als Biomarker)Wundheilung (Granulin-Proliferation)
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: klinisch
#236Research Use Only

Complement C5a

Anaphylatoxin – Stärkster Entzündungsmediator des Komplementsystems

74-Aminosäuren-Glykoprotein-Komplement-Fragment. Stärkster Anaphylatoxin. Entsteht durch Spaltung von C5 durch C5-Konvertase (klassisch, alternativ, Lektin-Weg). Aktiviert C5aR1 (CD88) und C5aR2 (C5L2). Potenter Neutrophilen-Aktivator, Chemoattraktant, Mastzell-Degranulator. Avacopan (Tavneos®, C5aR1-Antagonist) 2021 für ANCA-Vaskulitis zugelassen.

ANCA-Vaskulitis (Avacopan zugelassen)Sepsis (C5a-Überaktivierung)COVID-19 (C5a erhöht)
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: klinisch
#238Research Use Only

Sarafotoxin S6b

Schlangengift-Peptid – Strukturhomolog zu Endothelin

21-Aminosäuren-Toxin aus dem israelischen Burrowing-Viper (Atractaspis engaddensis). Stärkster bekannter Vasokonstriktor – ähnliche Struktur wie Endothelin-1. Bindet ETA- und ETB-Rezeptoren → Herzstillstand bei Bissvergiftung. Sarafotoxine als Werkzeuge zur ET-Rezeptor-Charakterisierung (selektive ETB-Agonisten vorhanden).

Endothelin-Rezeptor-PharmakologieETB-selektive Agonisten (S6c als Werkzeug)Kardiovaskuläre Toxikologie
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: präklinisch
#260Frei verkäuflich

NAD+

Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid – zelluläres Energiemolekül und Langlebigkeits-Koenzym

NAD+ ist ein zentrales Coenzym im Energiestoffwechsel aller Zellen. Präklinisch und klinisch gut untersucht für Alterungsprozesse, mitochondriale Funktion und metabolische Gesundheit. Vorläufer NMN und NR sind als Nahrungsergänzungsmittel frei erhältlich.

Mitochondriale Funktion und zelluläre EnergieSirtuin-Aktivierung (SIRT1/3/6)Metabolisches Syndrom und Insulinresistenz
Weitere & verwandte WirkstoffeEvidenz: klinisch