Hintergrund
NPW wurde gleichzeitig mit Neuropeptid B (NPB, #179 in DB) entdeckt – beide als Liganden für die Orphan-Rezeptoren GPR7 und GPR8 in demselben Labor (Shimomura-Gruppe). Diese parallele Entdeckung zeigt, wie systematische Orphan-GPCR-Deorphanisierung neue Neuropeptid-Paare identifiziert.
Der Phenotyp der NPW-Knockout-Mäuse (spät-einsetzende Adipositas) zeigt, dass NPW ein endogenes Sättigungssignal ist – obwohl i.c.v.-NPW akut die Nahrungsaufnahme stimuliert (orexigen). Diese Diskrepanz deutet auf komplexe zeitliche und räumliche Effekte hin.
NPW vs. NPB: Parallelen und Unterschiede
| Aspekt | NPW | NPB |
|---|---|---|
| N-Terminus | Trp-Gly | Trp-Xaa |
| Länge | 23/30 AA | 23/36 AA |
| GPR7 (NPBWR1) | Agonist | Agonist |
| GPR8 (NPBWR2) | Agonist | Agonist |
| KO-Phänotyp | Adipositas | Kein klares Muster |
| Schmerzmodulation | Antinozizeptiv spinal | Pronozizeptiv? |
Schmerzbiologie
NPW im Rückenmark (Dorsal Horn) ist interessant: NPW-immunoreaktive Neuronen sind im Hinterhorn lokalisiert, synaptisch mit nozizeptiven Neuronen verbunden. NPBWR1-Antagonisten könnten daher antinozizeptive Wirkung haben.
Metabolische Regulierung
Widersprüchliche Daten:
- I.c.v. NPW (akut): Nahrungsaufnahme↑ (orexigen)
- NPW-KO (chronisch): Adipositas → Langzeit-Fehlen führt zu Fettzunahme → NPW normalerweise antiadipos
- Erklärung: Kurze orexigene Spitze + länger anhaltende, suppressive Effekte?
Einschränkungen
Sehr wenig Forschung im Vergleich zu anderen Hypothalamus-Neuropeptiden. Kein klinisches Therapeutikum. NPBWR1/2-Signaling unvollständig charakterisiert. Keine selektiven NPW-vs.-NPB-Rezeptor-Liganden verfügbar.

