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Weitere & verwandte WirkstoffeResearch Use OnlyProfil #38
#38

Bradykinin

Entzündungs- und Schmerzmediator

Was es ist

Ein cyclisches Nonapeptid (Arg-Pro-Pro-Gly-Phe-Ser-Pro-Phe-Arg), das enzymatisch aus dem Vorläufer Kininogen durch Kallikrein freigesetzt wird.

Wirkt über B1- und B2-Bradykinin-Rezeptoren. Physiologisch kurzlebig – wird rasch durch ACE (Angiotensin-Converting Enzyme) und Neprilysin inaktiviert.

Wofür es erforscht wird

  • Entzündungsreaktion
  • Schmerzübertragung (Nozizeption)
  • Vasodilatation und Blutdrucksenkung
  • ACE-Hemmer-Mechanismus
  • Hereditäres Angioödem

Stand der Forschung

Evidenzlevel: etabliert.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Sehr kurz: 15–30 Sekunden im Plasma. Enzymatische Inaktivierung durch ACE und Kininase II.

Anwendung in der Forschung

Endogenes Peptid. Klinisch nicht als Therapeutikum eingesetzt. Therapeutische Relevanz über Bradykinin-Rezeptor-Antagonisten (z. B. Icatibant bei hereditärem Angioödem).

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Bradykinin (von griechisch bradys = langsam, kinein = bewegen, bezugnehmend auf langsame Darmbewegungen) wurde 1948 entdeckt. Es spielt eine zentrale Rolle in der Entzündungsreaktion und erklärt einen häufigen Nebenwirkungsmechanismus: den ACE-Hemmer-Husten.

Der ACE-Hemmer-Zusammenhang

ACE (Angiotensin-Converting Enzyme) erfüllt zwei Funktionen:

  1. Umwandlung von Angiotensin I → Angiotensin II (Blutdrucksteigerung)
  2. Abbau von Bradykinin (Inaktivierung)

ACE-Hemmer (Ramipril, Enalapril etc.) blockieren beide Funktionen: Sie senken den Blutdruck, akkumulieren aber auch Bradykinin. Diese Akkumulation verursacht bei 5–20 % der Patienten den charakteristischen trockenen Reizhusten.

Hereditäres Angioödem

Bei hereditärem Angioödem (HAE) führt ein C1-Inhibitor-Mangel zu unkontrollierter Bradykinin-Bildung → rezidivierende Schwellungen der Haut und Schleimhäute, potenziell lebensbedrohlich. Icatibant (Bradykinin-B2-Antagonist) ist die Akuttherapie.

Rechtlicher Status (Deutschland)

Endogenes Peptid. Bradykinin-Rezeptor-Antagonisten (Icatibant) verschreibungspflichtig.

COVID-19 und das Bradykinin-System

Die sogenannte „Bradykinin-Hypothese” (van de Veerdonk 2020) postulierte, dass SARS-CoV-2 das Bradykinin-System dysreguliert: ACE2 (Viruseintritt) wird herunterreguliert → Bradykinin akkumuliert (ACE2 baut Bradykinin ab) → Vasodilatation, Ödeme, Husten bei COVID-19. Diese Hypothese erklärt einige COVID-19-Symptome, ist aber nicht abschließend belegt.

Einordnung

Bradykinin ist ein klassisches Entzündungspeptid mit hoher klinischer Relevanz – besonders durch seinen Zusammenhang mit ACE-Hemmern (einem der meistverordneten Medikamente weltweit) und dem hereditären Angioödem. Die COVID-19-Bradykinin-Hypothese zeigt, wie dieses Peptidsystem in neue Kontexte rückt.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Review2008

The plasminogen activation system in inflammation

Del Rosso M, et al. · Front Biosci

02
Hypothese2021

Hypothesis: Alpha-1-antitrypsin is a promising treatment option for COVID-19

Bai X, et al. · Med Hypotheses

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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