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Cerebrolysin

Peptidgemisch aus Schweinegehirn – Neurotropher Wirkstoff

Was es ist

Cerebrolysin (Hersteller: EVER Neuro Pharma, Österreich) ist ein standardisiertes Peptidgemisch, hergestellt durch enzymatische Hydrolyse von Schweinegehirn-Proteinen.

Enthält niedermolekulare Peptide und freie Aminosäuren. Wirkt als neurotropher Cocktail: enthält Peptide mit BDNF-, NGF-, IGF-1- und CNTF-ähnlicher Aktivität. Penetriert die Blut-Hirn-Schranke (niedermolekulare Fraktionen).

Wofür es erforscht wird

  • Schlaganfall-Rehabilitation
  • Alzheimer / vaskuläre Demenz
  • Traumatisches Hirntrauma (TBI)
  • Neuroprotektion und Neuroplastizität
  • Kognitive Leistung (Nootropikum)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Peptidgemisch: variable Halbwertszeiten. IV-Gabe für klinische Effekte bevorzugt.

Anwendung in der Forschung

IV oder IM (5–30 ml täglich, Kuren von 10–30 Tagen). Keine orale Formulierung (Peptide nicht bioverfügbar oral).

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Im Ausland zugelassen – in DE nicht

Diese Substanz ist in einzelnen Ländern (z. B. USA) als Arzneimittel zugelassen, in Deutschland jedoch nicht. Ein Import oder die Anwendung in Deutschland ist rechtlich problematisch. Die Inhalte dienen ausschließlich der Information über den internationalen Forschungs- und Zulassungsstand.

Hintergrund

Cerebrolysin wird seit über 50 Jahren klinisch eingesetzt, primär in Osteuropa, Russland, China und Lateinamerika. In Deutschland und den meisten westlichen Ländern nicht zugelassen. Die Substanz ist umstritten: Befürworter sehen solide klinische Evidenz für Schlaganfall und Demenz; Kritiker bemängeln Studienqualität und Herstellerinteressen.

Zusammensetzung

Cerebrolysin enthält:

  • ~25 % niedermolekulare Peptide (< 10.000 Da) – Blut-Hirn-Schranke-gängig
  • ~75 % freie Aminosäuren
  • Peptide mit neurotrophiner Aktivität (BDNF-, NGF-, CNTF-ähnlich)

Kein standardisiertes Einzelmolekül – dies erschwert klassische pharmakologische Bewertung.

Klinische Evidenz

Schlaganfall: Mehrere RCTs und eine Cochrane-Meta-Analyse zeigen moderate funktionelle Verbesserung bei ischämischem Schlaganfall (NIHSS-Scores). Cochrane 2020 sieht "niedrige bis moderate Evidenz".

Demenz: RCTs bei Alzheimer und vaskulärer Demenz zeigen kognitive Verbesserungen, aber methodische Qualität variiert stark.

TBI (Hirntrauma): Präklinisch und in kleinen Studien vielversprechend; große RCTs fehlen.

Kontroverse

Cerebrolysin illustriert das Problem der Produktzulassung in Ländern mit weniger strengen Regularien. Die WHO klassifiziert es nicht als essenzielles Arzneimittel. STRIVE-Studie (2019) war eine der größten Schlaganfall-RCTs, zeigte keinen signifikanten primären Endpunkt – dämpfte Erwartungen.

Rechtlicher Status (Deutschland)

Nicht zugelassen. In Österreich, Russland, China, Lateinamerika zugelassen. Import zum Eigenbedarf: rechtlich grauzone.

Einordnung

Cerebrolysin ist ein komplexer Fall: jahrzehntelange Anwendung, plausible Mechanismen, gemischte Studienlage. Für Deutschland: nicht verfügbar, nicht empfohlen. Interessant als Forschungssubstanz im Bereich Neuroprotektion.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Meta-Analyse2026

Efficacy and Safety of Cerebrolysin as an Adjunct to Mechanical Thrombectomy in Acute Ischemic Stroke: A Systematic Review and Meta-Analysis of Observational Studies

Afridi A, et al. · Brain Behav

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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