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#47

Glutathion

γ-Glu-Cys-Gly – Master-Antioxidans

Was es ist

Glutathion (γ-L-Glutamyl-L-Cysteinyl-Glycin, GSH) ist ein Tripeptid, das in nahezu allen Körperzellen synthetisiert wird.

Es dient als Cofaktor der Glutathionperoxidase (GPx), Glutathion-S-Transferase (GST) und Glutaredoxinen. Haupt-Reservoir in der Leber. Regeneriert Vitamin C und E. Essenziell für Phase-II-Entgiftung und Immunzell-Funktion.

Wofür es erforscht wird

  • Oxidativer Stress / Antioxidans-System
  • Leberfunktion und -schutz
  • Immunfunktion (NK-Zellen, T-Lymphozyten)
  • Hautaufhellung (Melanin-Hemmung)
  • Neurodegenerative Erkrankungen (Parkinson)
  • Chemotherapie-Schutz

Stand der Forschung

Evidenzlevel: etabliert.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Intrazellulär: Stunden bis Tage. Oral zugeführtes GSH: weitgehend verdaut. IV: sofortige Verfügbarkeit.

Anwendung in der Forschung

Oral (geringe Bioverfügbarkeit, besser liposomal), IV-Infusion, Inhalation (Lungenerkrankungen), topisch (Hautaufhellung). Vorstufen: NAC, Alpha-Liponsäure.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Glutathion ist das wichtigste intrazelluläre Antioxidans des menschlichen Körpers. Jede Zelle synthetisiert es selbst aus den drei Aminosäuren Glutamat, Cystein und Glycin – wobei Cystein der limitierende Faktor ist. Mit zunehmendem Alter, bei oxidativem Stress und bei chronischen Erkrankungen sinkt der zelluläre GSH-Spiegel.

Hauptfunktionen

  • Antioxidativer Schutz: Neutralisierung von Wasserstoffperoxid, Lipidperoxiden und reaktiven Sauerstoffspezies (ROS)
  • Phase-II-Entgiftung: Konjugation von Xenobiotika in der Leber (via GST)
  • Regeneration: Recycling von oxidiertem Vitamin C und Vitamin E
  • Immunregulation: NK-Zell-Aktivität, T-Zell-Proliferation abhängig von GSH-Spiegel
  • Melanin-Hemmung: GSH hemmt Tyrosinase → Aufhellung der Haut (umstrittene Praxis)

Das Bioverfügbarkeitsproblem

Oral zugeführtes Glutathion wird im Darm durch Peptidasen weitgehend zu den Einzelaminosäuren abgebaut. Alternativen:

  • Liposomales GSH (deutlich besser als Standard-oral)
  • NAC (N-Acetylcystein) – liefert die limitierende Vorstufe Cystein
  • Alpha-Liponsäure – regeneriert GSH indirekt
  • IV-Glutathion – direkteste Form, aber klinischer Kontext

Klinische Anwendungen

Glutathion-IV wird in der Krebstherapie zur Milderung von Chemotherapie-Nebenwirkungen eingesetzt (neuroprotektiv bei Cisplatin). In der Neurologie wird es bei Parkinson untersucht – GSH-Depletion im Substantia nigra ist ein frühes Merkmal der Erkrankung.

Rechtlicher Status (Deutschland)

Als Nahrungsergänzungsmittel (oral) frei verkäuflich. IV-Präparate: verschreibungspflichtig / Apothekenzubereitung. NAC als OTC-Präparat verfügbar.

Einordnung

Glutathion ist wissenschaftlich solide – als endogenes Molekül unbestreitbar essenziell. Die Supplementation ist sinnvoller über Vorstufen (NAC) als über direkte orale Gabe. Liposomale Formen sind eine valide Alternative.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Klinische Studie2015

Liposomal Glutathione Supplementation Restores TH1 Cytokine Response to Mycobacterium tuberculosis Infection in HIV-Infected Individuals

Ly J, et al. · J Interferon Cytokine Res

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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