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Weitere & verwandte WirkstoffeResearch Use OnlyProfil #159
#159

CART-Peptid

Cocaine and Amphetamine Regulated Transcript – Anorexigenes Neuropeptid

Was es ist

CART (Cocaine and Amphetamine Regulated Transcript) bezeichnet ein neuropeptidisches Vorläuferprotein (Prepro-CART: 129 Aminosäuren), aus dem durch Prozessierung CART(55-102) und CART(62-102) als biologisch aktive Fragmente entstehen.

Der Name stammt aus der Entdeckungsmethode: 1995 wurde das CART-Gen durch Differential-Display als dramatisch hochreguliert nach Kokain- und Amphetamin-Exposition im Nucleus accumbens von Ratten identifiziert. CART ist eines der häufigsten Neuropeptide im Hypothalamus (Nucleus arcuatus, lateraler Hypothalamus, PVN) und kolokalisiert dort oft mit anderen anorexigenen Peptiden (besonders mit POMC/α-MSH). Leptin stimuliert CART-Expression.

Wofür es erforscht wird

  • Appetitregulation (anorexigen)
  • Energiehomöostase / Adipositas
  • Sucht und Belohnungssystem
  • Schmerzmodulation
  • Stress-Antwort (HPA-Achse)
  • Schilddrüsenfunktion (TRH-Regulation)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Unbekannt für exogenes CART. Zentralnervöse Fragmente kurz wirksam.

Anwendung in der Forschung

Ausschließlich Forschungsreagenz. In Tierversuchen: i.c.v. CART(55-102) oder CART(62-102) 0,1–1 µg für anorexigene Effekte. Keine klinische Anwendung.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

CART wurde durch Zufall beim Studium von Suchtmechanismen entdeckt und entpuppte sich als eines der stärksten anorexigenen Peptide im Gehirn. Die Namensherkunft (Kokain/Amphetamin-reguliert) ist irreführend – CART ist ein physiologisch essentielles Neuropeptid der Hunger/Sättigungs-Regulation.

Der Zusammenhang zwischen Stimulanzien und Appetitverlust (bekannte Wirkung von Amphetaminen) wird teilweise durch CART-Hochregulation erklärt.

Wirkmechanismus

  • Hypothalamische Achse: CART im Nucleus arcuatus hemmt die Nahrungsaufnahme → kolokaliert mit POMC (anorexigen) und hemmt NPY/AgRP (orexigen)
  • Leptin-Signaling: Leptin → CART-Expression↑ → Anorexigene Wirkung; bei Leptin-Resistenz (Fettleibigkeit): CART-Response vermindert
  • Mesolimbisches System: CART im VTA und Nucleus accumbens → Belohnungsmodulation → Sucht-Verhalten
  • Schmerzmodulation: CART im dorsalen Horn des Rückenmarks → prononzierend bei akutem Schmerz, analgetisch bei chronischem (kontextabhängig)
  • TRH-Regulation: CART moduliert Thyreotropin-Releasing-Hormon im PVN → Schilddrüsen-Achse

CART und Obesity

Bei übergewichtigen Menschen und Mäusen sind CART-Spiegel erniedrigt oder die Leptin-induzierte CART-Hochregulation gestört. CART-Mutationen wurden in seltenen Fällen mit morbider Adipositas assoziiert.

Suchtforschung

CART im Nucleus accumbens interagiert mit dem Dopamin-Belohnungssystem. CART hemmt Dopamin-D1-Rezeptor-assoziiertes cAMP → könnte Anti-Sucht-Potential haben. In Tiermodellen: CART-i.c.v. reduziert Kokain-Selbstverabreichung.

Einschränkungen

Kein CART-Rezeptor eindeutig identifiziert – was therapeutische Entwicklung erheblich erschwert. Zentralnervöse Peptide ohne bekannten Rezeptor sind nahezu undruggable. BBB-Penetration für systemische Gabe unklar. Bleibt wichtiges Forschungswerkzeug.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Original Research2008

CART peptides: regulators of body weight, reward and other functions

Rogge G, et al. · Nat Rev Neurosci

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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