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#192

Contryphan-R

Conopeptid mit D-Aminosäure – Neuroinhibitorisches Kalziumkanal-Peptid

Was es ist

Contryphan-R (GCOWEPWC-NH2) ist ein Octa-Peptid aus dem Gift der Kegelschnecke Conus radiatus, isoliert 1996 von Jacobsen et al.

(Olivera-Gruppe). Es enthält eine Disulfid-Brücke (Cys1-Cys8) und eine post-translational epimerisierte D-Tryptophan-Residue in Position 4. Contryphan-R ist der Namensgeber der Contryphan-Familie von Conopeptiden – eine Klasse kurzer Disulfid-haltiger Peptide mit einzigartigem Strukturmotif: [Cys-Xxx-Yyy-Zzz-D/L-Trp-Xxx-Cys-NH2]. Die D-Amino-Säure verleiht dem Peptid spezifische dreidimensionale Geometrie. Verschiedene Contryphone aus verschiedenen Conus-Arten haben unterschiedliche biologische Aktivitäten, darunter Kalziumkanal-Blockade, Kaliumkanal-Blockade und analgetische Wirkung.

Wofür es erforscht wird

  • Kalziumkanal-Pharmacologie
  • D-Aminosäure-Biochemie in Tieren
  • Conotoxin-Diversität
  • Analgesie (präklinische Studien)
  • Strukturbiologie (D-AA-Peptide)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Stabil durch Disulfid + D-Aminosäure. Genaue Pharmakokinetik unbekannt.

Anwendung in der Forschung

Ausschließlich Forschungsreagenz. In Tierversuchen für Ionenkanal-Studien. Keine klinische Anwendung.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Contryphan-R war ein wichtiger Fund weil es D-Tryptophan enthielt – eine D-Aminosäure in einem tierischen Peptid, zu dieser Zeit (1996) noch eine Seltenheit. Seitdem wurden D-Aminosäuren in vielen Conopeptiden und anderen Tiergiften gefunden.

Die D-Aminosäure-Epimerisierung durch Peptid-Isomerasen ist ein post-translationaler Prozess, der einzigartige 3D-Strukturen erzeugt und Peptide resistent gegen L-spezifische Proteasen macht.

Contryphan-Familie

Typisches Motiv: [Cys-Xxx-Yyy-D/L-Trp-Yyy-Xxx-Cys-NH2] (8 AA, 1 Disulfid) Varianten aus verschiedenen Conus-Arten:

  • Contryphan-Sm (Conus stercusmuscarum): enthält L-Trp
  • Contryphan-Vn (Conus ventricosus): D-Leucin statt D-Trp
  • Contryphan-Tx: D-Phenylalanin

Vergleich mit anderen D-AA-Peptiden

PeptidD-AminosäureQuelleWirkung
Contryphan-RD-TrpKegelschneckeCa-Kanal
DermorphinD-AlaPhyllomedusa (Frosch)MOR-Agonist
DeltorphinD-Met/D-AlaPhyllomedusaDOR-Agonist
DADLED-AlaSynthetischDOR-Agonist

Strukturbiologische Bedeutung

D-Aminosäuren in Peptiden erzeugen spezifische Konformationen, die L-Peptide nicht annehmen können. Contryphan-R-NMR-Struktur zeigt β-turn Geometrie durch D-Trp4, die für Rezeptorbindung entscheidend ist.

Einschränkungen

Kleines Forschungsfeld. Kein bekanntes klinisches Potential. Biologische Aktivität nur moderat charakterisiert. Bedeutung liegt hauptsächlich in der Strukturbiologie von D-Aminosäure-Peptiden und der Biodiversität von Conotoxin-Klassen.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Original Research1996

Contryphan is a D-tryptophan-containing Conus peptide

Jimenéz EC, et al. · J Biol Chem

02
Review1997

D-amino acids in animal peptides

Kreil G · Annu Rev Biochem

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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