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#171

Spexin

SPX – Neues Neuropeptid mit Gewichts- und Reproduktionsregulation

Was es ist

Spexin (SPX, C12orf39) ist ein 14-Aminosäuren-Neuropeptid (Ala-Trp-Thr-Pro-Gln-Ala-Trp-Gln-Gln-Lys-Leu-Gln-Ser-Ala-NH2), das 2007 durch bioinformatische Algorithmen aus einem funktionell unbekannten Gen (C12orf39) vorhergesagt und dann experimentell verifiziert wurde.

Spexin hat strukturelle Ähnlichkeit mit Galanin-ähnlichen Peptiden und bindet GalR2 und GalR3 (Galanin-Rezeptoren 2 und 3) mit hoher Affinität. Es wird im Hypothalamus, Hirnstamm, Cortex, Gastrointestinaltrakt, Herz und Gonaden exprimiert. Klinisch bedeutsam: Spexin-Spiegel sind bei Adipositas und Typ-2-Diabetes signifikant erniedrigt.

Wofür es erforscht wird

  • Adipositas (anorexigene Wirkung)
  • Reproduktion (GnRH-Modulation)
  • Angst und Depression
  • Kardiovaskuläre Funktion
  • Insulinresistenz / Metabolisches Syndrom
  • Spexin als Biomarker für Adipositas

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Unbekannt für exogenes SPX. Kurz erwartet.

Anwendung in der Forschung

Ausschließlich Forschungsreagenz. In Tierversuchen: i.c.v. SPX für Hunger/GnRH-Effekte. Keine klinische Anwendung.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Spexin ist ein relativ jünges Peptid – erst seit 2007 bekannt – und repräsentiert eine neue Generation bioinformatisch-entdeckter Neuropeptide. Die Methode: Computerprogramme analysieren Genomsequenzen auf Signalpeptid-Motive, pro-Hormon-Konvertase-Schnittstellen und strukturelle Peptidmerkmale → Identifikation neuer Kandidaten-Peptide → experimentelle Verifikation.

Diese Entdeckungsstrategie hat dutzende neue Peptide identifiziert und revolutioniert die Neuropeptid-Forschung seit 2000.

Wirkmechanismus

  • GalR2/GalR3-Aktivierung: Spexin bindet Galanin-Rezeptoren 2 und 3 (Gi-gekoppelt) → cAMP↓, MAPK-Aktivierung
  • Anorexigene Wirkung: Im Hypothalamus → Nahrungsaufnahme↓ und Energieverbrauch↑ in Tiermodellen
  • GnRH-Modulation: Spexin hemmt GnRH-Neuronen (über GalR2) → LH/FSH↓ → mögliche Rolle bei Energie-abhängiger Fertilitätssuppression (analog zu Kisspeptin, aber gegensätzlich)
  • Angst: Amygdala-Expression → anxiogene oder anxiolytische Wirkung (kontextabhängig, über GalR3)

Spexin und Adipositas: Biomarker

Zahlreiche Studien zeigen: Spexin-Plasmaspiegel bei adipösen Menschen 35–50% niedriger als bei schlanken. Bei Typ-2-Diabetes weiter erniedrigt. Bariatrische Operation erhöht Spexin-Spiegel. Diese Assoziation macht Spexin zu einem potenziellen metabolischen Biomarker.

Spexin und Galanin

Obwohl Spexin Galanin-Rezeptoren aktiviert, ist es strukturell nicht mit Galanin (#105) verwandt. Die Entdeckung zeigt, dass verschiedene, unverwandte Peptide dieselben Rezeptoren aktivieren können – was pharmakologisch interessant, aber verwirrend ist.

Einschränkungen

Sehr wenig funktionelle Daten in vivo beim Menschen. Rezeptor-Mechanismus und Downstream-Signaling unvollständig charakterisiert. Kein Therapeutikum in Entwicklung. Potenziell interessant als Biomarker oder therapeutisches Konzept, aber früh im Forschungsstadium.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

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