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#213

Dynorphin B

Dynorphin-B-13 / Rimorphin – κ-Opioid mit Sucht- und Stressrelevanz

Was es ist

Dynorphin B (auch Rimorphin, 13 AA: YGGFLRRQFKVVT) ist ein endogenes Opioid-Peptid aus dem Prodynorphin-Gen, das in denselben Neuronen wie Dynorphin A und Leu-Enkephalin exprimiert wird.

Dynorphin B bindet hochselectiv κ-Opioidrezeptoren (KOR, κOR) mit höherer Potenz als Dynorphin A an einigen KOR-Subtypen. κ-Opioidrezeptoren vermitteln – anders als μ-Opioidrezeptoren (Euphorie) – Dysphorie, Sedation, Stresssensibilisierung und antiemetische Effekte. Dynorphin-B/KOR-System ist aktiv bei chronischem Stress, Depression und Post-traumatischer Belastungsstörung. KOR-Antagonisten (Aticapant, JDTic) sind in klinischer Entwicklung für Depression und PTSD.

Wofür es erforscht wird

  • κ-Opioid-Rezeptor-Pharmakologie
  • Stress und Dysphorie
  • PTSD (KOR-Antagonisten)
  • Depression (KOR als Target)
  • Sucht (Anti-Reward-System)
  • Schmerz (spinale κ-Analgesie)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Kurz (Minuten). Opioidpeptidase-sensitiv.

Anwendung in der Forschung

Forschungsreagenz. KOR-Antagonisten in klinischen Studien: Aticapant (CERC-501/LY2456302) für PTSD/Depression in Phase II/III. JDTic: präklinisch. Keine direkten Dynorphin-B-Therapeutika.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Das Dynorphin-System ist eines der am wenigsten verstandenen endogenen Opioid-Systeme, aber eines mit enormen therapeutischen Potenzial. Während Dynorphin A (#122) primär im Kontext des GnRH-Pulsgenerators (KNDy-System) relevant ist, hat Dynorphin B eine stärkere Verbindung zur Stress- und Sucht-Pharmakologie.

κOR vs. μOR: Gegensätzliche Emotionen

μ-Opioidrezeptor (MOR):
Liganden: Endorphin, Morphin, Fentanyl
Effekte: Euphorie, Analgesie, Atemdepression, Suchtpotenzial

κ-Opioidrezeptor (KOR):
Liganden: Dynorphin A/B, Salvinorin A
Effekte: Dysphorie, Sedation, Halluzinationen, KEIN Suchtpotenzial

Das KOR-System ist das endogene „Anti-Reward”-System: Es dämpft positive Emotionen und mediiert Stress-induzierte Dysphorie. Chronischer Stress → Dynorphin↑ → KOR-Aktivierung → Depression-ähnliche Zustände.

KOR-Antagonisten: Neue Antidepressiva?

KOR-Antagonisten blockieren die stressinduzierten KOR-Aktivierung:

  • Aticapant (CERC-501): In Phase-II/III für PTSD und Major Depression
  • Wirkmechanismus: KOR-Blockade → Stressinduzierte Dysphorie↓ → antidepressiv
  • Unterschied zu klassischen Antidepressiva: Kein serotonerges Prinzip

Verbindung zu KNDy

Dynorphin B ist im KNDy-Neuronensystem des Nucleus arcuatus ko-exprimiert (mit Kisspeptin und NKB). Im GnRH-Pulsgenerator wirkt Dynorphin autokrin über KOR → Puls-Ende (Timing-Funktion). Dynorphin B könnte hier aktiver als Dynorphin A sein.

Salvinorin A: Pflanzlicher KOR-Agonist

Salvinorin A (aus Salvia divinorum) ist der einzige bekannte hochpotente pflanzliche KOR-Agonist (nicht-alkaloid). Extrem potente Halluzinationen, sehr kurz wirksam. → Zeigt die psychedelische Dimension des KOR-Systems (gegensätzlich zu μOR-Euphorie).

Einschränkungen

Dynorphin B direkt: kaum klinisch entwickelt. KOR-Antagonisten sind der therapeutisch relevante Ansatz. KOR-Agonisten (Dysphorie, Halluzinationen) nicht sinnvoll als Therapeutika (außer als Sucht-Antagonisten).

STUDIEN

Verlinkte Forschung

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