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Weitere & verwandte WirkstoffeResearch Use OnlyProfil #193
#193

PACAP-38

Pituitary Adenylate Cyclase-Activating Polypeptide – Längere Isoform

Was es ist

PACAP-38 (Pituitary Adenylate Cyclase-Activating Polypeptide, 38 Aminosäuren) ist die dominante Form des PACAP-Peptids (~90% des biologisch aktiven PACAP), das 1989 von Arimura entdeckt wurde.

PACAP-38 enthält die vollständige PACAP-27-Sequenz (C-terminal amidiert, N-terminal His) plus einen C-terminalen Anhang von 11 Aminosäuren. Beide Formen aktivieren PAC1-Rezeptor (hochaffin, PACAP-selektiv), VPAC1 und VPAC2 (niedrigaffin, VIP/PACAP). Die C-terminale Extension von PACAP-38 verleiht bestimmte Unterschiede in der Rezeptorbindungskinetik und biologischen Potenz. Bereits in DB vorhanden: PACAP (#63, pacap.mdx) – dieser Eintrag fokussiert auf PACAP-38 in Migräne-Kontext.

Wofür es erforscht wird

  • Migräne (PACAP-38 als Trigger, PACAP-R-Antikörper)
  • Neuroprotektive Effekte
  • GH-Sekretion
  • Entzündung (anti-inflammatorisch)
  • Zirkadiane Rhythmik (SCN)
  • Ischämie-Schutz (Herz + Gehirn)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

~2–5 Minuten im Plasma. DPP-IV-Abbau. PACAP-Rezeptoren-Stimulation nach i.v. hält länger an.

Anwendung in der Forschung

Klinisch als Migräne-Trigger (i.v. Infusion 10 pmol/kg/min): induziert Migräne-ähnliche Attacken bei Migränikern. Anti-PACAP-Antikörper (Eptinezumab-Target-Expansion) und PAC1R-Antikörper (AMG301, PCT116) in Phase II für Migräne-Prävention.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

PACAP war ursprünglich (#63 in der DB) wegen seiner GH-sekretorischen und neuroprotektiven Wirkung aufgenommen. PACAP-38 hat aber eine besondere klinische Relevanz gewonnen durch die Migräne-Forschung:

2009 zeigte Schytz et al. (Kopenhagen), dass i.v. PACAP-38 Migräne-ähnliche Attacken bei Migränikern auslöst (aber nicht bei gesunden Kontrollen) – ähnlich wie CGRP. Das öffnete ein neues Forschungsfeld für PACAP als Migräne-Target.

PACAP vs. CGRP in Migräne

AspektCGRPPACAP
Migräne-Trigger i.v.JaJa
Antikörper verfügbarJa (Erenumab, Fremanezumab etc.)Frühe Phase II
VasodilatationHauptmechanismusAuch vorhanden
BBB-StatusPeripheres SystemBBB-penetrant
Rezeptor-TargetCGRP-RPAC1R (PAC1-Rezeptor-selektiv)

PAC1R vs. VPAC1/2: Therapeutische Selektivität

PAC1R (ADCYAP1R1) ist der hochaffine, PACAP-selektive Rezeptor:

  • Expression: Hippcampus, Amygdala, Hypothalamus, perivaskuläre Nerven (Migräne-relevant!)
  • Kein VIP-Signaling (VPAC-unabhängig)

AMG301 (Amgen): PAC1R-selektiver monoklonaler Antikörper → Phase-II-Studie für episodische und chronische Migräne. Primärer Endpunkt im März 2023: verfehlte signifikante Wirksamkeit vs. Placebo.

PACAP-38 und PTSD

Interessant: PACAP-38 und PAC1R-Polymorphismen assoziiert mit PTSD-Risiko bei Frauen. PACAP-System in Amygdala reguliert Angstkonditionierung → PAC1R als PTSD-Target in Forschung.

Einschränkungen

Kein PACAP/PAC1R-gerichtetes Therapeutikum zugelassen. AMG301 Phase-II-Versagen. CGRP-System weiterhin dominierendes Target in Migräne. PACAP-38-Biologie komplex durch multiple Rezeptoren (PAC1, VPAC1, VPAC2).

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Klinische Studie2016

Premonitory and nonheadache symptoms induced by CGRP and PACAP38 in patients with migraine

Guo S, et al. · Pain

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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