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#168

Galanin-Like Peptide

GALP – Hypothalamisches Energiehomöostase-Neuropeptid

Was es ist

Galanin-Like Peptide (GALP) ist ein 60-Aminosäuren-Neuropeptid, das 2000 von Ohtaki et al.

(Takeda Chemical Industries) aus porcinen Hypothalamus-Extrakten isoliert wurde. Die C-terminalen 13 Aminosäuren (GALP48-60) sind identisch mit Galanin(1-13) – weshalb GALP alle drei Galanin-Rezeptoren (GalR1, GalR2, GalR3) bindet. GALP wird hauptsächlich im Nucleus arcuatus und im Nucleus dorsomedialis des Hypothalamus exprimiert und ist damit eingebettet in das wichtigste Hunger/Sättigungs-Netzwerk. Ein interessantes Merkmal: GALP-Expression im Nucleus arcuatus wird stark durch Leptin hochreguliert – GALP ist damit ein nachgeschalteter Mediator der Leptin-Wirkung.

Wofür es erforscht wird

  • Appetitregulation (biphasisch: initial orexigen, dann anorexigen)
  • Reproduktion (GnRH/LH-Modulation)
  • Energiehomöostase bei Adipositas
  • Knochenstoffwechsel
  • Leptin-Downstream-Signaling

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Unbekannt. ZNS-Neuropeptid, kurze Halbwertszeit erwartet.

Anwendung in der Forschung

Ausschließlich Forschungsreagenz. In Tierversuchen: i.c.v. GALP 1–10 nmol für Hunger/LH-Effekte. Keine klinische Anwendung.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

GALP wurde zeitlich nahe an der Entdeckung von Kisspeptin und anderen hypothalamischen Regulationspeptiden entdeckt – alle in der Zeit um 1998–2002, als genomische und proteomic Methoden die Entdeckung neuer Peptide stark beschleunigten.

Die partielle Sequenzidentität mit Galanin macht GALP pharmakologisch schwierig zu interpretieren – es wirkt über Galanin-Rezeptoren, hat aber aufgrund der längeren Sequenz möglicherweise auch GALP-spezifische Wirkungen durch bisher unbekannte Rezeptoren.

Wirkmechanismus

  • GalR1/GalR2/GalR3-Aktivierung: Über den Galanin-identischen C-Terminus → Gi-gekoppeltes Signaling → cAMP↓, K+-Kanal-Öffnung → neuronale Inhibition oder Aktivierung (kontext-abhängig)
  • Biphasische Effekte auf Nahrungsaufnahme: Akut (0–2 h nach i.c.v.): Nahrungsaufnahme↑ (orexigen); 2–24 h: Nahrungsaufnahme↓ (anorexigen). Komplexes zeitliches Muster
  • LH-Freisetzung: GALP stimuliert GnRH-Neuronen → LH-Puls → Reproduktions-fördernd. Mögliche Rolle als Leptin-Mediator für Reproduktionsstatus
  • Knochen: GALP-Rezeptoren in Osteoblasten → Knochenaufbau in Tiermodellen

Zusammenhang mit Leptin

Leptin-Signal → Nucleus arcuatus → GALP-Neuronen → GALP-Expression↑. Bei leptin-defekten (ob/ob) Mäusen: GALP-Expression dramatisch reduziert. GALP könnte ein wichtiger Vermittler von Leptin-Wirkungen auf Reproduktion und Energie sein.

Galanin vs. GALP

Galanin (#105 in der Datenbank) und GALP teilen C-terminale Sequenz, haben aber unterschiedliche Expressionsmuster: Galanin ist ubiquitär im PNS/ZNS, GALP hypothalamisch-spezifisch. Galanin hat cholinerg-hemmende Rolle (Alzheimer-Kontext), GALP eher metabolisch-reproduktiv.

Einschränkungen

Forschungsfeld mit wenig klinischer Translation. Kein GALP-Rezeptor-spezifischer Ligand bekannt (wirkt über Galanin-R). Komplexe biphasische Wirkungen auf Hunger machen Interpretation schwierig. Kein Therapeutikum in Entwicklung.

STUDIEN

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