Hintergrund
NPB und NPW repräsentieren eine besondere Entdeckungsphase der Neuropeptid-Forschung (1999–2005): Orphan GPCR-Deorphanisierung durch Liganden-Screening. Dutzende Peptide wurden in dieser Periode entdeckt, indem man aus Gewebeextrakten Substanzen isolierte, die orphan Rezeptoren aktivieren.
GPR7 (NPBWR1) und GPR8 (NPBWR2) sind eng verwandt mit NPY-Rezeptoren (Y1-Y5) – was die Beziehung von NPB/NPW zur NPY-Familie erklärt.
NPB vs. NPW
| Parameter | NPB | NPW |
|---|---|---|
| Länge | 23 AA (auch 36 AA) | 23 AA (auch 30 AA) |
| NPBWR1 (GPR7) | Agonist | Agonist |
| NPBWR2 (GPR8) | Agonist | Agonist |
| N-terminus | Trp | Trp |
| C-terminus | ...RFamide | ...RFamide |
Beide Peptide haben nahezu identische pharmakologische Profile. Der Unterschied liegt in der N-terminalen Region, die die Selektivität gegenüber NPBWR1 vs. NPBWR2 beeinflusst.
Prolaktin-Regulation
NPB stimuliert Prolaktin-Sekretion aus der Hypophyse → Potential bei Laktations-Störungen, aber auch bei Hyperprolaktinämie als pathologischer Prozess. Mechanismus: Direkte NPBWR1-Aktivierung auf Prolaktin-sezernierenden Zellen oder über hypothalamische Intermediäre.
Pruritus: Interessantes Target
NPBWR1 wird auf Keratinozyten und Mastzellen der Haut exprimiert. NPB könnte ein Pruritus-Mediator sein. NPBWR1-Antagonisten als potenzielle Antipruritica – ein unerwartetes Einsatzfeld.
Einschränkungen
Zu früh im Forschungsstadium. Kein klinisches Therapeutikum. Kurze HWZ. Funktion nicht vollständig aufgeklärt. Kein klinisch validiertes Tiermodell für NPB-Pathophysiologie.

