Bodycode_Research
Weitere & verwandte WirkstoffeResearch Use OnlyProfil #183
#183

Opiorphin

QRFSR – Endogenes Enkephalinase-Inhibitor-Pentapeptid

Was es ist

Opiorphin (QRFSR) ist ein natürliches Pentapeptid (Gln-Arg-Phe-Ser-Arg), das 2006 von Catherine Rougeot und Kollegen am Institut Pasteur Paris aus menschlichem Speichel (Submandibularspeicheldrüse) isoliert wurde.

Es ist das erste entdeckte endogene Enkephalinase-Hemmstoff beim Menschen. Der Mechanismus: Opiorphin inhibiert sowohl Neprilysin (NEP, Enkephalinase, CD10) als auch Aminopeptidase-N (APN), die beide Enkephaline degradieren. Durch Hemmung dieser Abbauenzyme akkumulieren endogene Enkephaline (Met-Enkephalin, Leu-Enkephalin) lokal → μ- und δ-Opioid-Rezeptoren bleiben länger aktiviert → Analgesie.

Wofür es erforscht wird

  • Analgesie (endogene Opioid-Potenzierung)
  • Schmerztherapie (Enkephalinase-Inhibition)
  • Depression (Enkephalin-System)
  • Antidepressivum (Tiermodelle)
  • Stress-induzierte Analgesie
  • Enkephalin-Biologie

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Sehr kurz (~Minuten) durch Proteolyse. Modifikationen für Stabilität in Entwicklung.

Anwendung in der Forschung

Kein Therapeutikum. In Tierversuchen: i.t. oder s.c. 1–100 nmol/kg für Analgesie. Opiorphin-Analoga (Rubiscolin, Spinorphin) als Derivate untersucht.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

Premium freischalten – 99 € einmalig

Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Die Entdeckung von Opiorphin folgte einer eleganten Logik: Wenn endogene Enkephaline analgetisch wirken, aber zu schnell abgebaut werden – was wäre, wenn der Körper selbst Inhibitoren dieser Abbauenzyme produziert?

Opiorphin ist im Speichel konzentriert (Stressbedingter Anstieg im Speichel beobachtet) und in anderen Körpergeweben. Seine physiologische Rolle: Modulierung der endogenen Opioid-Analgesie bei Schmerz und Stress.

Wirkmechanismus (Dual-Enkephalinase-Inhibition)

Enkephaline → NEP (Neprilysin) → inaktive Fragmente
Enkephaline → APN (Aminopeptidase-N) → inaktive Fragmente

Opiorphin hemmt BEIDE Enzyme:
→ Enkephalin-Akkumulation
→ µOR + δOR Aktivierung
→ Analgesie + antidepressive Effekte

Dies ist der Mechanismus der "RB-101"-Klasse (dual enkephalinase inhibitors, DENKI – Roques-Gruppe, Paris): Pharmakologische Hemmung von NEP + APN als Analgesie/Antidepressivum-Strategie.

Vergleich mit Morphin in Tiermodellen

Wisner et al. 2006: Opiorphin s.c. 1 mg/kg hatte äquivalente Analgesie wie Morphin s.c. 3 mg/kg im Tail-flick-Test. Beim Writhing-Test (chronischer Schmerz): Opiorphin 1 mg/kg = Morphin 1 mg/kg. Besonderes: Weniger starke Abhängigkeits-Entwicklung in Tiermodellen (da kein direkter Opioid-Agonist).

Antidepressive Wirkung

In Tiermodellen: Opiorphin hat antidepressive Wirkung (Forced-Swim-Test) – paralleles DENKI-Konzept. Enkephaline im mesolimbischen System → δOR-Aktivierung → antidepressiv.

Einschränkungen

Extrem kurze HWZ (~Minuten). Opiorphin-Analoga mit besserer Stabilität werden benötigt. Die Enkephalinase-Inhibitions-Strategie ist interessant, aber bisher kein klinisch validiertes Medikament daraus entstanden (RB-101 in Phase I). Potential für Non-Addictive Analgesie-Konzepte.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Original Research2007

[Identification of human opiorphin, a natural antinociceptive modulator of opioid-dependent pathways]

Rougeot C, et al. · Med Sci (Paris)

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

Verwandte Peptide

Zurück zur Datenbank
Teilen