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Longevity & Anti-AgingResearch Use OnlyProfil #68
#68

FOXO4-DRI

Senolytisches Peptid – Targeting von Seneszenz-Zellen

Was es ist

FOXO4-DRI ist ein synthetisches Peptid aus dem D-Retro-Inverso (DRI)-Isomer der FOXO4-H3-Domäne.

Der Transkriptionsfaktor FOXO4 spielt in seneszenten Zellen eine besondere Rolle: Er bindet und sequestriert p53 im Zellkern, was verhindert, dass p53 die Apoptose seneszenter Zellen einleitet. FOXO4-DRI unterbricht diese FOXO4/p53-Interaktion und restauriert die p53-abhängige Apoptosekaskade in seneszenten Zellen. Da gesunde, proliferierende Zellen diese FOXO4/p53-Interaktion nicht nutzen, zeigt FOXO4-DRI eine bemerkenswerte Selektivität für seneszente Zellen.

Wofür es erforscht wird

  • Zelluläre Seneszenz und Senolytik
  • Altersbedingte körperliche Fitness und Frailty
  • Chemotherapie-induzierte Seneszenz
  • Altersassoziierte Fibrose (Leber, Lunge, Niere)
  • Atherosklerose und Plaqueinstabilität
  • Longevity-Forschung und Healthspan-Verlängerung

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

DRI-Isomere sind gegen proteasomalen Abbau resistent. Systemische Halbwertszeit beim Menschen nicht charakterisiert. Im Mausmodell biologisch aktiv nach intraperitonealer Gabe.

Anwendung in der Forschung

In präklinischen Studien intraperitoneal: 5 mg/kg alle 3 Tage über mehrere Wochen. Keine klinisch validierte Dosierung oder Applikationsform für den Menschen.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Zelluläre Seneszenz ist ein biologisches Programm, bei dem Zellen irreversibel aus dem Zellzyklus austreten, aber nicht sterben – stattdessen sezernieren sie ein entzündungsförderndes Sekretom (SASP: Senescence-Associated Secretory Phenotype), das benachbartes Gewebe schädigt. Während Seneszenz kurzfristig protektive Funktionen hat (z.B. Tumorsuppression, Wundheilung), akkumulieren seneszente Zellen im Alter und treiben chronische Entzündung, Organfibrose und Alterserkrankungen voran.

FOXO4-DRI wurde 2017 von Peter de Keizer (Utrecht) und der Arbeitsgruppe um Jan Hoeijmakers entwickelt. Die Leitidee: Nicht alle seneszenten Zellen töten (wie ABT-263/Navitoclax, das auch Blutplättchen schädigt), sondern selektiv über den FOXO4/p53-Achsenmechanismus.

Wirkmechanismus

In seneszenten Zellen lokalisiert FOXO4 selektiv im Zellkern und bildet dort einen stabilen Komplex mit p53. Dieser Komplex verhindert, dass p53 das Apoptoseprogramm aktiviert.

FOXO4-DRI:

  1. Kompetitive Verdrängung: Bindet an die FOXO4-Interaktionsdomäne → Unterbrechung des FOXO4/p53-Komplexes
  2. p53-Freisetzung: p53 transloziert in das Mitochondrium
  3. Mitochondriale Apoptose: Aktivierung von Caspase-3/7 → selektiver Zelltod seneszenter Zellen
  4. Schonung gesunder Zellen: Gesunde, proliferierende Zellen zeigen diese FOXO4/p53-Konfiguration nicht → keine Off-Target-Toxizität

Forschungsstand

Die Schlüsselpublikation in Cell (Baar et al. 2017) zeigte im Mausmodell:

  • Selektive Elimination seneszenter Zellen in Leber, Niere und Darm
  • Verbesserung der körperlichen Fitness und Haardichte bei alten Mäusen
  • Verlangsamte Frailty-Progression
  • Gut verträgliches Sicherheitsprofil ohne Knochenmarksuppression (im Gegensatz zu ABT-263)

Nach Chemotherapie-induzierter Seneszenz restaurierte FOXO4-DRI Haarfollikel und Darmepithel. Humane klinische Studien existieren noch nicht. Das D-Retro-Inverso-Design bietet proteolytische Stabilität als Voraussetzung für systemische Wirksamkeit.

Einordnung in die Senolytik

FOXO4-DRI gehört neben ABT-263/Navitoclax, Dasatinib+Quercetin und Fisetin zur wachsenden Klasse senolytischer Substanzen. Als Peptid-basiertes Senolytikum mit hoher Selektivität für den FOXO4/p53-Mechanismus nimmt es eine Sonderstellung ein.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

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