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Longevity & Anti-AgingResearch Use OnlyProfil #13
#13

Humanin

Mitochondriales Neuropeptid

Was es ist

Humanin (HN) ist ein 21-Aminosäuren-Peptid (MAPRGFSCLLLLTSEIDLPVKRRA), das aus dem mitochondrialen Genom (16S rRNA-Region) kodiert wird.

Erstmals 2001 als Faktor identifiziert, der Neuronen vor Alzheimer-typischem Zelltod schützt. Gehört zur Klasse der Mitokine (mitochondrial-derived Peptides, MDPs). Zirkuliert im Plasma; Spiegel sinken mit dem Alter.

Wofür es erforscht wird

  • Neuroprotektion (Alzheimer-Forschung)
  • Mitochondriale Signalgebung
  • Insulinsensitivität und Glukosestoffwechsel
  • Kardiovaskuläre Protektion
  • Anti-Aging / Longevity
  • Spermatogenese und Reproduktion

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Sehr kurz – Minuten bis wenige Stunden im Plasma (21-AS-Peptid, rascher Abbau). Genaue Kinetik beim Menschen nicht ausreichend charakterisiert. Modifizierte Analoga (HNGF6A, S14G-HN) sind stabiler.

Anwendung in der Forschung

In Studien intrazerebroventrikulär oder systemisch injiziert (Tiermodelle). Humandaten zur exogenen Applikation fehlen weitgehend. Keine validierten Dosierungen.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Humanin wurde 2001 von Ikuo Nishimoto und Masaaki Matsuoka zufällig entdeckt, als Forscher nach Faktoren suchten, die Nervenzellen vor dem durch Alzheimer-assoziierte Mutationen ausgelösten Tod schützen. Eine cDNA-Bibliothek aus dem Okzipitallappen eines Alzheimer-Patienten enthielt die Humanin-Sequenz – es schützte Neuronen vor verschiedenen Alzheimer-Zelltodsignalen.

Das Ungewöhnliche: Das Peptid ist mitochondrial kodiert – eine evolutionär sehr alte Sequenz, die auf eine fundamentale biologische Funktion hindeutet. Humanin-Plasmaspiegel sinken nachweislich mit dem Alter, was es zu einem möglichen Biomarker für biologisches Altern macht.

Wirkmechanismus

Humanin wirkt über mehrere Mechanismen:

  • Hemmung pro-apoptotischer Proteine: Direkte Bindung an BAX (Bcl-2-Familie), IGFBP-3 und Taspase1
  • FPRL1-Rezeptor: Formyl-Peptid-Rezeptor-ähnlicher Rezeptor – mediiert entzündungshemmende Effekte
  • JAK2/STAT3-Signalweg: Antiapoptotische Signaltransduktion in Neuronen
  • Mitochondrien-Schutz: Erhalt der mitochondrialen Membranintegrität unter Stressbedingungen
  • Insulinsensitivität: AMPK-Aktivierung (ähnlich MOTS-c)

Tierexperimentelle Befunde

  • Schutz von Neuronen vor Amyloid-β-induziertem Zelltod
  • Verbesserung der Insulinsensitivität (C. elegans, Mäuse)
  • Verlängerung der Lebensspanne in C. elegans und Mäusen
  • Kardioprotektive Effekte nach ischämischen Ereignissen
  • Verbesserung der Spermatogenese

Humanin und metabolisches Syndrom

Muzumdar et al. (2009) zeigten, dass zirkulierende Humanin-Spiegel umgekehrt mit metabolischen Risikomarkern (Insulinresistenz, Adipositas) korrelieren. Dies ist eine wichtige Humanstudie – zeigt Assoziation, nicht Kausalität.

Was wir nicht wissen

Humanin ist beim Menschen bislang kaum klinisch untersucht. Ob exogen zugeführtes Humanin kausal wirkt, ist offen. Pharmakokinetik, Sicherheit und optimale Dosierung beim Menschen sind unbekannt. Die kurze Halbwertszeit ist ein praktisches Problem für therapeutische Anwendungen (Analoga in Entwicklung).

Wichtige Hinweise

  • Keine humanklinischen Wirksamkeitsdaten
  • Nicht zugelassen – weder in Deutschland noch international
  • Halbwertszeit-Problem: Sehr rasch abgebaut; Research-Protokolle ohne valide Grundlage
  • Research-Qualitätsrisiken

Rechtlicher Status (Deutschland)

Research-only. Keine klinische Zulassung in Deutschland oder der EU. Nicht für Anwendung am Menschen zugelassen.

Einordnung

Humanin ist ein faszinierendes Molekül an der Schnittstelle von Mitochondrienforschung, Neurologie und Longevity. Die Grundlagenforschung – besonders die Neuroprotektion gegen Alzheimer-Pathologie – ist beeindruckend und hat die MDP-Forschung mitbegründet. Die klinische Relevanz beim Menschen und die praktische Umsetzbarkeit als Therapeutikum sind aber noch völlig offen.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Grundlagenforschung2025

The neuroprotective role of Humanin in Alzheimer's disease: The molecular effects

Alqahtani SM, et al. · Eur J Pharmacol

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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