Hintergrund
TSH, FSH und LH sind die drei klassischen glykoproteinischen Tropinhormone des Hypophysenvorderlappens. Sie sind keine einfachen Peptide, sondern Glykoproteine – Proteine mit gebundenen Zuckerketten, die für ihre biologische Aktivität wichtig sind.
TSH – Thyreoidea-stimulierendes Hormon
Reguliert die Schilddrüsenfunktion über die TSH-Achse (TRH → TSH → T3/T4). Der TSH-Wert ist der wichtigste Laborwert zur Schilddrüsendiagnostik. Rekombinantes TSH (Thyrogen) wird in der Schilddrüsenkarzinom-Nachsorge eingesetzt.
FSH – Follikelstimulierendes Hormon
Stimuliert bei der Frau die Follikelreifung im Ovar, beim Mann die Spermatogenese. Rekombinantes FSH (Gonal-F, Puregon) ist Standardmedikament in der IVF-Behandlung.
LH – Luteinisierendes Hormon
Löst den Eisprung aus (LH-Surge) und stimuliert beim Mann die Testosteronproduktion in den Leydig-Zellen. Der LH-Anstieg ist diagnostisch für die Ovulationsdetektion.
Wichtige Hinweise
- Rekombinante Formen in der Reproduktionsmedizin (rhFSH, rhLH) können ovarielle Hyperstimulation (OHSS) verursachen – klinisch relevante und potenziell lebensbedrohliche Komplikation
- TSH-Diagnostik: TSH ist der Leitwert für Schilddrüsenfunktion – keine anderen Hormone ohne TSH-Interpretation
- LH-Surge-Monitoring: Entscheidend für Ovulationsprädiktion und Reproduktionsmedizin
Rechtlicher Status (Deutschland)
Rekombinante Formen (rhFSH: Gonal-F, Puregon; rhLH: Luveris; rhTSH: Thyrogen) sind verschreibungspflichtige Arzneimittel. Keine Off-Label-Anwendung als Biohacking-Substanzen.
Einordnung
TSH/FSH/LH sind fundamentale endokrinologische Basisgrößen. Ihr Verständnis ist essenziell für Schilddrüsen- und Reproduktionsmedizin. Die Kisspeptin-Entdeckung (2001) hat das Verständnis der übergeordneten Gonadotropin-Regulation revolutioniert. Keine Biohacking-Substanzen.

