Wichtiger Hinweis: Kein Peptid
Leptin ist kein Peptid, sondern ein 167-Aminosäuren-Protein. Es wird hier aufgeführt, da es im Kontext von Stoffwechsel, Adipositas und Hormonforschung häufig zusammen mit Peptiden diskutiert wird.
Hintergrund
Die Entdeckung von Leptin 1994 löste eine wahre Euphorie aus: Man glaubte, den „Schlüssel zur Adipositas” gefunden zu haben. Die Hoffnung, Leptin zur Behandlung von Übergewicht einzusetzen, erfüllte sich nicht – die meisten übergewichtigen Menschen haben hohe, nicht niedrige Leptinspiegel. Das Phänomen der Leptin-Resistenz ist heute das zentrale Forschungsfeld.
Physiologische Funktion
- Spiegel steigen mit zunehmendem Körperfett
- Signalisiert dem Hypothalamus: „Energiereserven ausreichend”
- Bei Gewichtsverlust sinkt Leptin stark ab – ein Mechanismus gegen Gewichtsabnahme
- Notwendig für normale Reproduktionsfunktion (Mindestfettmasse für Pubertät)
Therapeutische Anwendung
Nur bei sehr seltener angeborener Leptin-Defizienz ist die Substitution mit Metreleptin (Myalept) wirksam und zugelassen. Bei normaler Adipositas: keine therapeutische Wirksamkeit belegt.
Rechtlicher Status (Deutschland)
Metreleptin (Myalept) als verschreibungspflichtiges Arzneimittel zugelassen für kongenitalen Leptinmangel und Lipodystrophie.
Einordnung
Leptin ist ein fundamentales Stoffwechselhormon, dessen Entdeckung unser Verständnis von Adipositas transformierte. Die Leptin-Resistenz – nicht Leptinmangel – ist der zentrale Mechanismus bei Übergewicht.

