Hintergrund
Somatostatin wurde 1973 von Roger Guillemin entdeckt – zunächst als Faktor, der GH-Sekretion hemmt. Es stellte sich schnell heraus, dass es ein weit umfassenderer Inhibitor ist: eine Art „Bremspedal” des endokrinen Systems.
Breites Hemmspektrum
Somatostatin hemmt:
- GH (deshalb ursprünglich Growth Hormone Inhibiting Hormone, GHIH)
- TSH (Schilddrüsenstimulation)
- Insulin und Glucagon (Pankreas)
- Gastrin, Sekretin, CCK (GI-Trakt)
- Exokrine Pankreassekretion
Klinische Relevanz durch Analoga
Da natives Somatostatin nur Minuten wirkt, wurden langwirksame Analoga entwickelt: Octreotid (Sandostatin), Lanreotid (Somatuline) und Pasireotid (Signifor). Diese sind klinisch etablierte Medikamente.
Im GH-Secretagogue-Kontext
Für das Verständnis von GHRH-Analoga und GHRPs ist Somatostatin essentiell: Es ist ihr physiologischer Gegenspieler. Die GH-Achse wird durch das GHRH/Somatostatin-Gleichgewicht reguliert.
Rechtlicher Status (Deutschland)
Endogenes Hormon. Klinisch via Analoga (verschreibungspflichtig).
Einordnung
Somatostatin ist eines der wichtigsten regulatorischen Peptide des endokrinen Systems – und das Gegenstück zu GHRH. Sein Verständnis ist essentiell für die gesamte GH-Secretagogue-Forschung.

