Hintergrund
Steppan und Lazars Resistin-Entdeckung 2001 (Nature) war zunächst eine Sensation: Ein Adipozyten-sezerniertes Hormon, das direkt Insulinresistenz verursacht – das direkte molekulare Bindeglied zwischen Fettgewebe und Diabetes?
Die Ernüchterung folgte: Der Speziesunterschied zwischen Maus (Resistin aus Adipozyten) und Mensch (Resistin aus Makrophagen) war fundamental. Das elegante Maus-Modell ließ sich auf den Menschen nicht übertragen.
Speziesunterschied: Maus vs. Mensch
| Maus/Ratte | Mensch | |
|---|---|---|
| Hauptquelle | Adipozyten | Monozyten/Makrophagen |
| Insulin-Effekt | Direkte Insulinresistenz | Schwach/indirekt |
| Entzündung | Weniger | Stark (TLR4, NF-κB) |
| Klinische Relevanz | Tiermodell-Artefakt? | Entzündungsmarker |
Dieser Unterschied ist eine wichtige Warnung: Maus-Adipokin-Biologie ist oft nicht direkt auf Menschen übertragbar.
Humanes Resistin als Entzündungsmarker
Humanes Resistin → Makrophagen → TLR4 → NF-κB → TNF-α, IL-6, IL-12 → systemische Entzündung.
Klinisch erhöht bei:
- Herzinsuffizienz: Resistin als unabhängiger Mortalitätsprädiktor
- Nierenversagen: Resistin akkumuliert bei GFR↓
- Rheumatoide Arthritis: Resistin in Synovialflüssigkeit erhöht
- Sepsis: massive Resistin-Erhöhung
Resistin als kardiovaskuläres Risikomarker
Mehrere Prospektivstudien: Resistin-Spiegel (Tertile) → unabhängiger Vorhersagewert für koronare Herzerkrankung (JUPITER, CARE-Studie). Mechanismus: Resistin → Endothel-TLR4 → Adhäsionsmoleküle↑ → Atherogenese.
Einschränkungen
Maus-basierte Erkenntnisse schlecht auf Menschen übertragbar. Keine therapeutische Entwicklung. Resistin als Biomarker: klinisch nicht routinemäßig gemessen. Anti-Resistin-Strategien: präklinisch. Das Feld hat nach den initialen Entdeckungen stark an Dynamik verloren.

