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Hormone & NeuropeptideResearch Use OnlyProfil #209
#209

26RFa / QRFP

26RFa – Orexigenes RFamide-Neuropeptid mit GPR103-Wirkung

Was es ist

26RFa (auch bekannt als QRFP – Pyroglutamylated RFamide Peptide) ist ein 26-Aminosäuren-Neuropeptid der RFamide-Familie mit dem charakteristischen C-terminalen Arg-Phe-NH2-Motiv.

Eine längere 43-Aminosäuren-Form (43RFa) existiert ebenfalls. 26RFa ist der endogene Ligand von GPR103, einem Gi-gekoppelten GPCR, der im Hypothalamus, Nebennierenrinde und peripher exprimiert wird. Entdeckt 2003 von Chartrel und Leprince. Zentrale Injektion von 26RFa → starke Stimulation der Nahrungsaufnahme (vergleichbar NPY). GPR103 ist ebenfalls der Rezeptor für NERP-1/2 (VGF-Fragmente). 26RFa stimuliert Aldosteron- und Kortisol-Sekretion in der Nebenniere → mögliche Rolle in Stressantwort und Blutdruckregulation.

Wofür es erforscht wird

  • Appetit/Energie (Orexigen)
  • Hypothalamische Nahrungsregulation
  • Steroidogenese (Nebenniere)
  • Schmerzmodulation
  • GPR103 als therapeutisches Target
  • Adipositas-Forschung

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Kurz (Minuten). Pyroglutamat am N-Terminus schützt vor Aminopeptidase.

Anwendung in der Forschung

Ausschließlich Forschungsreagenz. In Tierversuchen: i.c.v. 26RFa für Nahrungsaufnahme-Experimente. Kein klinisches Therapeutikum.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

26RFa/QRFP wurde 2003 fast zeitgleich von zwei unabhängigen Forschungsgruppen (Chartrel/Leprince in Rouen und Fukusumi in Japan) entdeckt – klassischer Orphan-GPCR-Deorphanisierungs-Ansatz. GPR103 (der Rezeptor) war zuvor bekannt, sein endogener Ligand aber unbekannt.

Der pyroglutamatische N-Terminus ist eine interessante Modifikation: Er entsteht durch spontane Zyklisierung von Glutamin und schützt das Peptid vor N-terminaler Degradierung.

Orexigene Wirkung

Zentral (i.c.v.) injiziertes 26RFa stimuliert Nahrungsaufnahme bei Ratten und Mäusen stark – in einem Ausmaß, das mit NPY vergleichbar ist. Mechanismus: GPR103 auf orexigenen Neuronen im Hypothalamus → Gi → cAMP↓ → erhöhte Aktivität nahrungsregulierender Neuropeptide.

Interessant: 26RFa-Spiegel steigen bei Fasten an, fallen nach Füttern – klassisches Hungersignal-Profil.

Nebennieren-Wirkung

GPR103 wird auf humanen Nebennierenrinden-Zellen exprimiert. 26RFa → Aldosteron-Sekretion↑ + Cortisol-Sekretion↑ → mögliche Rolle in adrenaler Stress-Antwort. Dies könnte ein Verbindungsglied zwischen Energiestress und HPA-Aktivierung sein.

Verbindung zur RFamide-Familie

26RFa gehört zur breiten RFamide-Peptid-Familie, zu der auch gehören:

  • RFRP-3/GnIH (#208) → NPFFR1, Reproduktionshemmung
  • Neuropeptid FF (NPFF) → NPFFR1/2, Schmerz
  • PrRP (Prolaktin-Releasing Peptid) → GPR10, Prolaktin
  • QRFP-43 (längere 43RFa-Form von 26RFa selbst)

Einschränkungen

Nur präklinische Daten. GPR103-Agonismus → orexigen (problematisch für Adipositas-Therapie). Adrenale Effekte komplex. Keine klinische Entwicklung bekannt. Wissenschaftlich interessant als Teil der RFamide-Neuropeptid-Landschaft.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

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