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Hormone & NeuropeptideResearch Use OnlyProfil #147
#147

PTH (1-34)

Parathyroid Hormone – Calciumregulator und Knochen-Anabolikum

Was es ist

PTH (Parathyroid Hormone, Parathormone) ist ein endogenes 84-Aminosäuren-Polypeptidhormon (PTH 1-84), das von den Hauptzellen der Nebenschilddrüsen bei Hypokalzämie sezerniert wird.

Es ist der wichtigste kurzfristige Kalziumregulator des menschlichen Körpers. PTH wirkt über den PTH1-Rezeptor (PTH1R) in Knochen und Nieren: erhöht renale Kalzium-Rückresorption, aktiviert Vitamin-D-Aktivierung (1-Hydroxylierung), und reguliert die Knochenumbauprozesse. Das klinisch genutzte Fragment PTH(1-34) = Teriparatid (Forteo®) enthält die vollständige Aktivitätsstelle des PTH. Bei pulsatiler Gabe (täglich s.c.) wirkt es anabol, bei dauerhafter Erhöhung katabol.

Wofür es erforscht wird

  • Osteoporose (anabole Knochenneubildung)
  • Hypoparathyreoidismus (PTH-Ersatztherapie)
  • Kalzium-Phosphat-Homöostase
  • Fraktur-Heilung (Knochen-Regeneration)
  • CKD-MBD (chronische Nierenerkrankung)
  • Knochenmetastasen (palliativ)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

PTH(1-84): ~4 Minuten im Plasma. C-terminale Fragmente länger. PTH(1-34) Teriparatid: ~1 Stunde nach s.c.

Anwendung in der Forschung

Teriparatid (Forteo®/Terrosa®): 20 µg s.c. täglich. FDA-zugelassen 2002 für postmenopausale und männliche Osteoporose. Natpara® (PTH 1-84): 50–100 µg s.c. täglich für Hypoparathyreoidismus. Max. Teriparatid-Therapiedauer 24 Monate (Osteosarkom-Boxwarning bei Tierversuchen).

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

PTH wurde 1925 entdeckt, als Collip zeigte, dass Hunde nach Parathyreoidektomie an tetanischen Krämpfen sterben und Extrakte aus Nebenschilddrüsen sie retten können. Erst 1970 wurde die vollständige PTH-Sequenz aufgeklärt.

Das paradoxe Anabolikum-Prinzip von PTH: Chronisch erhöhtes PTH (primärer Hyperparathyreoidismus) führt zu Knochenabbau und Frakturen. Pulsatile exogene PTH-Gabe (täglich einmal) führt zu Knochenaufbau. Diese scheinbare Paradoxie wurde durch die verschiedenen Signalkaskaden erklärt: kurzer cAMP-Puls aktiviert Osteoblasten stärker als Osteoklasten.

Wirkmechanismus

  • PTH1R (Gs + Gq): cAMP↑ + IP3↑ → Knochenmetabolismus-Regulation
  • Anaboles Signaling (pulsatil): cAMP-Burst → Osteoblasten-Aktivierung dominant → Knochenformation > Resorption
  • Katabolisches Signaling (kontinuierlich): Dauerhaftes cAMP → RANKL↑ auf Osteoblasten → Osteoklastenaktivierung → Knochenabbau
  • Renale Wirkung: Kalzium-Rückresorption↑, Phosphat-Ausscheidung↑, Calcitriol-Synthese↑

Teriparatid vs. Abaloparatid

Beide sind PTH1R-Agonisten für Osteoporose:

  • Teriparatid (PTH 1-34): Klinisch etablierter Standard, Jahrzehnte Erfahrung
  • Abaloparatid (PTHrP-Analogon): Neueres Peptid, möglicherweise weniger Hyperkalzämie

Hypoparathyreoidismus-Therapie

Hypoparathyreoidismus (selten: nach Schilddrüsen-OP) führt zu chronischer Hypokalzämie. Natpara® (PTH 1-84, Shire): erste PTH-Ersatztherapie für diese Indikation (FDA 2015). Ersetzt Kalzium/Vitamin-D-Supplementierung mit physiologischerer Wirkweise.

Einschränkungen

Teriparatid max. 24 Monate (Osteosarkom-Boxwarning aus Rattenstudien, nicht beim Menschen beobachtet). Nach Teriparatid-Ende: Anti-Resorptivum essentiell für Erhalt des Knochengewinns. Teuer.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

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