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Hormone & NeuropeptideResearch Use OnlyProfil #216
#216

PrRP

Prolactin-Releasing Peptide – GPR10-Ligand mit Appetit- und Stressrelevanz

Was es ist

Prolactin-Releasing Peptide (PrRP, auch bekannt als Metastatin) existiert in zwei aktiven Formen: PrRP31 (31 AA, volle Länge) und PrRP20 (20 AA, C-terminales Fragment mit vollem biologischen Potenzial).

PrRP ist endogener Ligand des Orphan-GPCR GPR10 (hGR3), der im Hypothalamus, Hirnstamm und Hypophyse exprimiert wird. Trotz seines Namens stimuliert PrRP Prolaktin nur moderat und ist kein Hauptregulator der Prolaktin-Sekretion. Hauptrolle: Appetitregulation und Stressantwort. PrRP-Neuronen im Nucleus tractus solitarius (NTS) empfangen Signale von Magenvagusfasern (CCK, Leptin) → weiterleitung zu hypothalamischen Appetitzentren → Nahrungsaufnahme↓. PrRP-KO-Mäuse entwickeln Fettleibigkeit (spät-onset Adipositas) → bestätigt Appetit-Funktion.

Wofür es erforscht wird

  • Appetitregulation (Sättigungsachse)
  • Stress-Antwort (NTS-Hypothalamus)
  • Prolaktin-Achse (moderat)
  • Adipositas (PrRP-KO-Phänotyp)
  • Autonomes Nervensystem
  • GPR10 als therapeutisches Target

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Kurz (Minuten). C-terminales RF-NH2-Motiv ist essentiell für Aktivität.

Anwendung in der Forschung

Forschungsreagenz. In Tierversuchen: i.c.v. PrRP → Nahrungsaufnahme↓. GPR10-Agonisten/Antagonisten in präklinischer Entwicklung. Kein klinisches Therapeutikum.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

PrRP wurde 1998 durch Orphan-GPCR-Deorphanisierung entdeckt (GPR10 als Ziel-Rezeptor). Der Name ist historisch unglücklich: Prolaktin-stimulierende Wirkung ist eher schwach, die Appetit-Stressrolle ist physiologisch bedeutsamer.

Die Entdeckung, dass PrRP-KO-Mäuse Spät-Adipositas entwickeln (nach Woche 20), bestätigt die physiologische Relevanz für Gewichtsregulation.

PrRP im Sättigungs-Netzwerk

PrRP-Neuronen sitzen strategisch im Nucleus tractus solitarius (NTS) im Hirnstamm – einer Schlüsselstation für viszerale Signale:

Mahlzeit → Magendehnung → CCK-Sekretion → Vagus-Afferenzen → NTS
→ PrRP-Neuronen aktiviert → Signal weiter zu Hypothalamus (PVN, ARC)
→ PrRP → GPR10 → Nahrungsaufnahme↓

PrRP ist ein Mediator der Vagus-Sättigungs-Achse – ähnlich wie andere NTS-Neuropeptide (CCK, GLP-1, PYY).

Verbindung zu Leptin

Leptin-Rezeptoren befinden sich auch auf PrRP-Neuronen im NTS:

  • Leptin aktiviert NTS-PrRP-Neurone
  • PrRP könnte downstream-Mediator der zentralen Leptin-Wirkung sein
  • Bei Leptin-Resistenz (Adipositas): PrRP-Signaling gestört?

PrRP-Analoga: Stabilitätsherausforderung

PrRP20/31 ist schnell im Plasma degradiert. Ansätze:

  • Lipidkonjugation (Palmitinsäure-PrRP20) → verlängerte HWZ
  • β-Alanin-Substitutionen
  • D-Aminosäuren im C-terminalen Bereich
  • PEGylierung

Palmityl-PrRP20 zeigt in Maus-Modellen effektive Gewichtsreduktion nach subkutaner Gabe.

Einschränkungen

Kein klinisches Therapeutikum. GPR10 ist ein interessantes Target für Adipositas, aber konservative Entwicklung. Prolaktin-Achse: PrRP-Wirkung zu schwach für therapeutische Nutzung. Stabilisierte Analoga sind notwendig für systemische Anwendung.

STUDIEN

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