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Hormone & NeuropeptideResearch Use OnlyProfil #178
#178

Pankreatisches Polypeptid

PP – Hepatisches Sättigungssignal aus den F-Zellen

Was es ist

Pankreatisches Polypeptid (PP) ist ein 36-Aminosäuren-Peptid, das ausschließlich von F-Zellen (PP-Zellen) in den Langerhans'schen Inseln und im exokrinen Pankreas produziert wird.

Es gehört zusammen mit Neuropeptid Y (NPY, #82 in DB) und Peptide YY (PYY, #84 in DB) zur PP-Fold-Familie – alle teilen eine charakteristische Hairpin-Struktur (PP-Falte). PP bindet bevorzugt den Y4-Rezeptor (Gi-gekoppelt). Post-prandial (besonders nach fettreichen Mahlzeiten) und durch Vagus-Stimulation sezerniert. PP hemmt die Pankreasenzymsekretion, die Gallenblasenkontraktion und verzögert die Magenentleerung – Teil des 'Ileal Brake'-Mechanismus.

Wofür es erforscht wird

  • Appetitregulation (anorexigen)
  • Pankreassekretion (Hemmung)
  • Prader-Willi-Syndrom (PP-Defizienz)
  • Adipositas (PP-Supplementierung)
  • Gastrointestinale Motilität
  • Gallenblase (Kontraktion↓)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

~6–7 Minuten im Plasma. Renale Elimination.

Anwendung in der Forschung

Klinische Studien: PP-Infusion reduziert Nahrungsaufnahme bei gesunden Probanden. Bei Prader-Willi-Patienten (niedrige PP-Spiegel): PP-Infusion verringert Hyperphagie. Kein zugelassenes PP-Therapeutikum.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Pankreatisches Polypeptid wurde 1972 von Kimmel et al. aus Rinderextrakt isoliert – als einer der letzten klassischen Peptid-Hormone vor der molekularbiologischen Ära. PP hat eine ungewöhnliche Struktur (PP-Falte: N-terminale Polyprolin-Helix + C-terminale α-Helix) die für alle Mitglieder der NPY/PYY/PP-Familie charakteristisch ist.

Klinisch bedeutsam: PP ist bei Prader-Willi-Syndrom (Chromosom-15-Störung mit extremer Hyperphagie) deutlich erniedrigt → PP-Supplementierung als mögliche Therapieoption.

PP-Fold-Familie im Vergleich

PeptidRezeptorenHauptwirkungIn DB
NPYY1/Y2/Y5Hunger↑#82
PYY1-36Y1/Y2Sättigung (moderat)#84
PYY3-36Y2 (selektiv)Sättigung↑#170
PPY4 > Y5 > Y1Sättigung, Pankreas↓#178

Y4-Rezeptor

Y4R ist der "PP-Rezeptor":

  • Hohe Affinität für PP (~0,1 nM), moderate für PYY (~1 nM), geringe für NPY (~100 nM)
  • Hauptexpression: Gehirn (Hirnstamm, Hypothalamus), Darm, Lunge
  • Y4R-Aktivierung → Gi → cAMP↓ → Vagus-Aktivität↑ → Magenentleerung↓

Prader-Willi-Syndrom

PWS-Patienten haben:

  • Genetisch bedingte Hyperphagie (Hypothalamus-Defekt)
  • Erniedrigte PP-Spiegel nach Mahlzeit (PP-Sekretions-Defekt)
  • PP-Infusion reduziert Hunger und Nahrungsaufnahme in PWS-Studien
  • Therapeutisch interessant, aber kurze HWZ und Notwendigkeit parenteraler Gabe limitieren

Bariatrische Chirurgie: PP-Veränderungen

Nach Roux-en-Y-Magenbypass: PP-Spiegel verändern sich (vagale Re-Innervation im Restmagen anders). Komplex, kontext-abhängig. GLP-1 und PYY sind bei Bariatrie stärker verändert als PP.

Einschränkungen

Kurze HWZ. Kein zugelassenes PP-Therapeutikum. Für Adipositas-Therapie von GLP-1-RA überholt. Interessant für PWS-Forschung. Y4R-spezifische Agonisten (stabilere Analoga) in früher Forschungsphase.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

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