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Hormone & NeuropeptideResearch Use OnlyProfil #215
#215

PAMP

Pro-Adrenomedullin N-Terminal 20 Peptide – Vasodilatatorisches ADM-Fragment

Was es ist

PAMP (Pro-Adrenomedullin N-Terminal 20 Peptide) ist ein 20-Aminosäuren-Peptid (ARLDVASEFRKKWNKWALSS-NH2), das aus dem N-terminalen Teil des Proadrenomedullins entsteht – dem gleichen Proprotein, das auch Adrenomedullin (ADM) generiert.

Beide Peptide werden in äquimolaren Mengen aus Nebennierenmark und Gefäßendothel ko-sezerniert. PAMP hat vasodilatatorische Eigenschaften, aber über einen anderen Mechanismus als ADM: PAMP wirkt über inhibitorische G-Protein-gekoppelte Rezeptoren an Nervenendigungen (präsynaptisch), hemmt die Noradrenalin-Freisetzung und wirkt vasodilatatorsich. Zusätzlich hemmt PAMP direkt Angiotensin-II-stimulierte Aldosteron-Sekretion. PAMP ist ein Teil der komplexen Adrenomedullin-Biologie mit Bluthochdruck- und Herzinsuffizienz-Relevanz.

Wofür es erforscht wird

  • Bluthochdruck (Vasodilation)
  • Herzinsuffizienz (ADM-Achse)
  • Angiotensin-II-Gegenspieler
  • Nebennierenmark-Physiologie
  • Kardiovaskuläre Protektion
  • Adrenomedullin-System-Biologie

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Kurz (Minuten). Ko-Sekretionsprodukt mit ADM.

Anwendung in der Forschung

Forschungsreagenz. In Tierversuchen: i.v. PAMP für Blutdrucksenkung. Kein Therapeutikum. MR-proADM (Midregional-pro-Adrenomedullin) ist ein klinisch etablierter Biomarker für Sepsis-Schwere und Herzinsuffizienz-Prognose.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Adrenomedullin (ADM) wurde 1993 als vasoaktives Peptid aus Phäochromozytomgewebe entdeckt. Die Realisierung, dass sein Vorläufer-Protein (Proadrenomedullin) ein weiteres biologisch aktives Peptid – PAMP – enthält, ergab sich kurz danach.

Das Konzept: Ein einziges Gen → ein Proprotein → zwei biologisch aktive Peptide (ADM und PAMP) mit teilweise überlappenden, teilweise komplementären kardiovaskulären Wirkungen.

PAMP vs. Adrenomedullin: Unterschiede

ParameterAdrenomedullin (ADM)PAMP
Größe52 AA20 AA
RezeptorCGRP-R1/CLR+RAMP2Unbekannt (präsynaptisch)
VasodilationEndothel → NO → RelaxationPräsynaptisch: Noradrenalin↓
cAMP↑ (Gs)Nicht hauptsächlich
ADM-BiomarkerMR-proADM (klinisch)Wird mit gemessen

MR-proADM als klinischer Biomarker

Da ADM selbst eine sehr kurze Halbwertszeit hat, wird MR-proADM (das stabile Mittelstück des Proadrenomedullins) als Surrogatmarker gemessen:

  • Sepsis: MR-proADM > 1,5 nmol/L → erhöhte Mortalität
  • Herzinsuffizienz: MR-proADM korreliert mit funktioneller Klasse
  • Pneumonie: MR-proADM für Hospitalisierungsentscheid

PAMP-Messung klinisch nicht etabliert, wird aber im ADM-Proprotein mitprozessiert.

PAMP und Renin-Angiotensin-Aldosteron-System

PAMP hemmt Angiotensin-II-stimulierte Aldosteron-Sekretion in der Nebennierenrinde → Antagonismus zum RAAS. Dies ergänzt ADMs vasodilatatorsiche Wirkung durch eine aldosteron-senkende Komponente → zweifache kardioprotektive Wirkung.

Einschränkungen

PAMP selbst therapeutisch wenig entwickelt. Klinisch relevant ist MR-proADM als Biomarker (nicht als Therapeutikum). Rezeptor für PAMP noch nicht eindeutig identifiziert. Adrenomedullin-Infusionen in Herzinsuffizienz-Studien zeigen Effekte, unklar ob PAMP-Ko-Sekretion einen Beitrag leistet.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Review2016

The Role of Cardiovascular Magnetic Resonance Imaging in Heart Failure

Peterzan MA, et al. · Card Fail Rev

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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