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Hormone & NeuropeptideResearch Use OnlyProfil #83
#83

Neuropeptid Y

NPY – zentrales Appetit- und Stress-Neuropeptid

Was es ist

Neuropeptid Y (NPY) ist ein endogenes 36-Aminosäuren-Peptid aus der NPY-Peptid-Familie (NPY, PYY, PP), das 1982 von Viktor Mutt aus porcinem Gehirn isoliert wurde.

Es ist das häufigste Neuropeptid im Säugetier-ZNS, mit besonders hoher Expression in Hypothalamus, Hirnstamm, Amygdala und Hippocampus. NPY wirkt über fünf G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (Y1–Y5) und hat ein breites biologisches Spektrum: Nahrungsaufnahme↑ (stärkstes bekanntes orexigenes Signal), Stressresilienz, Angstmodulation, Gedächtnis, Vasokonstriktion und Knochenformation.

Wofür es erforscht wird

  • Adipositas und Appetitstimulation (orexigen)
  • Stress-Resilienz und PTBS
  • Angstsymptomatik (Y1-Antagonismus)
  • Depression und affektive Erkrankungen
  • Kardiovaskuläre Regulation (Vasokonstriktion)
  • Knochenmetabolismus (Y1/Y2)
  • Alkohol- und Substanzabhängigkeit

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Im ZNS lokal freigegeben: effektive Signaldauer Minuten bis Stunden durch langsame Peptidasen-Inaktivierung. Plasma: sehr kurz.

Anwendung in der Forschung

Kein therapeutisches Präparat. Y-Rezeptor-Antagonisten (z.B. Y1-Antagonisten für Adipositas, Y2-Agonisten für Knochenaufbau) in präklinischer/Phase-I-Entwicklung. NPY selbst nicht klinisch anwendbar (ZNS-Zugang fehlt systemisch).

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

NPY ist das potenteste bekannte orexigene (hungerfördernde) Signal im Gehirn. Hypothalamische NPY/AgRP-Neuronen (im Arcuatus-Kern) sind die Master-Hunger-Neuronen: Aktivierung dieser Zellen induziert sofort starke Nahrungsaufnahme. Dies macht NPY zu einem zentralen Angriffspunkt in der Adipositasforschung – obwohl die therapeutische Nutzung (ZNS-Zugang, breites Rezeptorprofil) extrem schwierig ist.

Wirkmechanismus

NPY wirkt über fünf Rezeptor-Subtypen mit unterschiedlichen Funktionen:

  • Y1: Nahrungsaufnahme↑, Angst↓, Vasokonstriktion
  • Y2: Präsynaptische Autoinhibition (hemmt NPY-Freisetzung), Knochen
  • Y3: Kardial (Herzfrequenz↓, antihypertensiv)
  • Y4: Pancreatic Polypeptide bevorzugt, Magenentleerung
  • Y5: Nahrungsaufnahme↑ (synergistisch mit Y1)

Stress-Resilienz: Hohe NPY-Spiegel korrelieren mit besserer Stresstoleranz und niedrigerem PTBS-Risiko nach Trauma. Soldaten mit höheren NPY-Spiegeln zeigen geringere PTBS-Inzidenz.

Forschungsstand

Trotz Jahrzehnten intensiver Forschung ist kein NPY-basiertes Therapeutikum zugelassen. Haupthindernisse: Das breite Rezeptorprofil macht Selektivität schwierig, und NPY selbst überquert die Blut-Hirn-Schranke systemisch kaum.

Vielversprechend sind Y2-Agonisten für Knochenaufbau (NPY hemmt über Y2 Osteoblasten-Aktivität, Y2-Antagonismus erhöht Knochenmasse in Tiermodellen) und Y1-Antagonisten für Angststörungen. Die indirekte NPY-Modulation durch GLP-1-RA erklärt deren hypothalamische Wirkung auf Appetit.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Review2024

Neuroactive steroids in the neuroendocrine control of food intake, metabolism, and reproduction

Rasic-Markovic A, et al. · Endocrine

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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