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Hormone & NeuropeptideResearch Use OnlyProfil #255
#255

Neuromedin S

NMS – Zirkadianer Neuropeptid-Regulator im SCN

Was es ist

Neuromedin S (NMS) ist ein 36-Aminosäuren-Neuropeptid, das 2005 von Mori und Mimoto (Osaka, Japan) entdeckt wurde.

NMS aktiviert die Neuromedin-U-Rezeptoren NMUR1 und NMUR2 (die selbe Rezeptorklasse wie Neuromedin U, aber mit anderen Expressionsmustern). NMS wird hochgradig spezifisch im Suprachiasmatischen Nucleus (SCN) des Hypothalamus exprimiert – dem zirkadianen Schrittmacher. Außerdem: NMS im Rückenmark und einigen Hirnstammregionen. Im SCN: NMS ko-lokalisiert mit VIP in ventrolateralen SCN-Neuronen (die Licht-Signale vom Retinohypothalamischen Trakt empfangen). Zirkadianer Effekt: i.c.v. NMS → Phasenverschub des Aktivitätsrhythmus (ähnlich wie Licht). NMS-KO-Mäuse: beeinträchtigte zirkadiane Photoentrainment.

Wofür es erforscht wird

  • Zirkadianer Rhythmus (SCN)
  • Schlaf-Wach-Regulation
  • Photoentrainment
  • NMUR2-Agonismus
  • Hunger/Appetit (NMUR1/2)
  • Neuromedin-U-System-Biologie

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Kurz (Minuten). Nur in Tierversuchen charakterisiert.

Anwendung in der Forschung

Forschungsreagenz. In Tierversuchen: i.c.v. NMS für Rhythmus-Experimente. Kein Therapeutikum.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Die Entdeckung von NMS 2005 ergänzte das bekannte Neuromedin U (NMU) mit einem SCN-spezifischen Mitglied. Der Befund, dass NMS hochgradig auf den SCN beschränkt ist, machte es zu einem idealen Forschungswerkzeug für zirkadiane Biologie.

Lee et al.'s Studie 2015 (Science) war besonders bedeutsam: Sie zeigten durch gezielte NMS-Neuron-Deletion, dass diese Zellen essentiell für Photoentrainment (Lichtsynchronisation der inneren Uhr) sind.

NMS vs. VIP im SCN: Zusammenspiel

Der SCN besteht aus zwei funktionellen Subpopulationen:

  • Ventrolateraler SCN (VL-SCN): empfängt Licht-Signale vom RHT → VIP + NMS ko-exprimiert
  • Dorsomedialer SCN (DM-SCN): intrinsische Oszillatoren → AVP (Arginin-Vasopressin)

NMS in VL-SCN: Licht-Signal → NMS-Freisetzung → NMUR2 auf DM-SCN-Neuronen → Phasenverschub der molekularen Uhr (CLOCK/BMAL1).

Photoentrainment: NMS-Knock-out-Phänotyp

NMS-spezifisches Knock-out (Cre-lox in NMS-Neuronen):

  • Normale intrinsische Rhythmik im Dunkeln
  • Beeinträchtigtes Photoentrainment bei Lichtpulsen
  • Jet-Lag-Erholung verzögert
  • → NMS-Neuronen sind essenzielle Licht-Signal-Überträger im SCN

NMS und Hunger

NMUR1 und NMUR2 sind auch im Hypothalamus (ARC) und Rückenmark exprimiert. NMS → NMUR2 in ARC → Nahrungsaufnahme↓ (ähnlich NMU, das anorexigen ist). Ob NMS-zirkadiane Funktion und Appetit-Funktion über dieselben oder verschiedene neuronale Substrate vermittelt werden, ist unklar.

Verbindung zu Prokineticin-2 (PROK2)

Prokineticin-2 (#221) ist ein weiterer SCN-Output-Faktor (zirkadianer Output-Mediator). NMS und PROK2 könnten parallele, komplementäre SCN-Signale sein:

  • PROK2: Output-Signal zu extra-SCN-Strukturen (über PROKR2)
  • NMS: Licht-Input-Verarbeitung und Entrainment

Einschränkungen

Nur präklinische Tiermodelle. Kein Therapeutikum. NMUR2 in der SCN hat potenziell interessante Anwendungen (Jet-Lag, Schichtarbeit), aber NMS-Analoga für den Menschen nicht entwickelt.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

WEITERE PROFILE

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