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Hormone & NeuropeptideResearch Use OnlyProfil #214
#214

LEAP-2

Liver-Expressed Antimicrobial Peptide 2 – Endogener GHSR-Antagonist

Was es ist

LEAP-2 (Liver-Expressed Antimicrobial Peptide 2) ist ein 40-Aminosäuren-Peptid (beim Menschen), das primär von der Leber produziert und in die Zirkulation sezerniert wird.

Entdeckt 2003 als Mitglied der Hepcidin-ähnlichen antimikrobiellen Peptide (HAMP-Familie, 2 Disulfid-Brücken). 2019 wiederentdeckt von M.D. Bhaskaran und Tschöp (Helmholtz München) als potenter endogener GHSR-Antagonist: LEAP-2 bindet den Ghrelin-Rezeptor (GHSR1a) mit hoher Affinität und blockiert Ghrelin-Signaling → hemmt Ghrelininduzierte GH-Sekretion und Nahrungsaufnahme. LEAP-2-Spiegel sind postprandial erhöht, bei Fasten erniedrigt – das exakte Gegenmuster zu Ghrelin. LEAP-2/Ghrelin-Verhältnis könnte die „hungrig/satt”-Balance bestimmen.

Wofür es erforscht wird

  • Appetit/Energiehomöostase (GHSR-Antagonismus)
  • Adipositas (LEAP-2 als Sättigungsfaktor)
  • GH-Achse (GHSR-Block)
  • Metabolisches Syndrom
  • Ghrelin-Gegenregulation
  • Leberphysiologie

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Kurz-mittellang (Minuten-Stunden). Hepatisch produziert.

Anwendung in der Forschung

Forschungsreagenz. In Tierversuchen: i.v. LEAP-2 → reduzierte Nahrungsaufnahme + GH-Suppression. LEAP-2-Analoga für Adipositas: in präklinischer Entwicklung. Kein klinisches Therapeutikum.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Die 2018/2019-Entdeckung von LEAP-2 als endogenem GHSR-Antagonisten ist eines der überraschendsten jüngeren Befunde in der Ghrelin-Biologie. Jahrelang wurde angenommen, dass Ghrelin das einzige endogene Ligand des GHSR ist. LEAP-2 zeigt, dass der Rezeptor einen echten endogenen Gegenspieler hat.

Das Duo Ghrelin (Hunger-Signal) / LEAP-2 (Sättigungs-Signal) könnte eine neue Sichtweise auf die Appetitregulation eröffnen.

LEAP-2 vs. Ghrelin: Entgegengesetzte Nahrungssignale

ParameterGhrelinLEAP-2
QuelleMagenfundusLeber
Nach Fasten↑↑↓↓
Nach Mahlzeit↓↓↑↑
GHSR-WirkungAgonistAntagonist/inverser Agonist
Nahrungsaufnahme
GH-Sekretion

Das LEAP-2/Ghrelin-Verhältnis könnte die nutritionelle Balance-Signatur sein.

Inverser Agonismus: Mehr als nur Blockade

LEAP-2 ist nicht nur ein kompetitiver Antagonist, sondern möglicherweise ein inverser Agonist an GHSR1a. GHSR1a hat eine hohe konstitutive Aktivität (basale Signaling ohne Ligand) – inverse Agonisten dämpfen diese Basalaktivität. Dies erklärt, warum LEAP-2 auch ohne Ghrelin die Nahrungsaufnahme reduziert.

Verbindung zur Adipositas

Bei adipösen Personen und nach Magenbypass:

  • Ghrelin↓ (bekannt)
  • LEAP-2↑ (weniger bekannt, aber aufkommende Daten)

LEAP-2-Analoga könnten eine neue Klasse von Adipositas-Therapeutika werden, die anders als GLP-1-RA wirken.

Antimikrobielle Originalfunktion

LEAP-2 enthält 2 Disulfid-Brücken – strukturell ähnlich wie Hepcidin (das Eisenregulationshormon). Als antimikrobielles Peptid wurde LEAP-2 kaum weiteruntersucht, nachdem die GHSR-Aktivität entdeckt wurde. Ob es in vivo relevant antimikrobiell wirkt, ist unklar.

Einschränkungen

Präklinische Daten dominant. Klinische LEAP-2-Studien beim Menschen fehlen noch. Metabolismus und Halbwertszeit beim Menschen schlecht charakterisiert. LEAP-2-Analoga noch in früher Entwicklung.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Original Research2023

Hindbrain ghrelin and liver-expressed antimicrobial peptide 2, ligands for growth hormone secretagogue receptor, bidirectionally control food intake

Wald HS, et al. · Am J Physiol Regul Integr Comp Physiol

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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