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Hormone & NeuropeptideResearch Use OnlyProfil #151
#151

Kisspeptin-54

Metastin – Reproduktiver GnRH-Trigger und Anti-Metastasierungs-Peptid

Was es ist

Kisspeptin-54 (KP-54, Metastin) ist die längste biologisch aktive Form des KISS1-Genprodukts – einem 145-Aminosäuren-Präpropeptid, aus dem durch Proteolyse KP-54, KP-14, KP-13 und KP-10 entstehen.

Alle Formen teilen das C-terminale Rf-NH2-Motiv, das für GPR54-Bindung essentiell ist. Kisspeptin wurde 1996 zuerst als Metastasen-Suppressor in Melanomzellen beschrieben (daher: Metastin), bevor 2003 seine zentrale Rolle im GnRH-Puls-Trigger des Hypothalamus entdeckt wurde. Kisspeptin-Neurone im Nucleus arcuatus und AVPV sind der finale gemeinsame Weg, über den Steroide, Metabolismus (Leptin, Insulin) und Stress auf die GnRH-Achse einwirken.

Wofür es erforscht wird

  • Hypogonadotroper Hypogonadismus
  • Weibliche Fertilität (IVF-Trigger)
  • Männliche Infertilität
  • Pubertas praecox / Pubertas tarda
  • Anorexia nervosa (HPA-Suppression)
  • Prostata- und Brustkarzinom (Metastin)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

KP-54: ~28 Minuten (länger als KP-10 ~4 min). Metabolisierung hauptsächlich durch neutral Endopeptidase.

Anwendung in der Forschung

Forschungsdosen: KP-54 i.v. 0,1–1 nmol/kg für LH-Stimulation. Klinische Phase-II-Studie (Dhillo et al.): 9,6 nmol/kg/h Infusion für IVF-Trigger als Alternative zu hCG. Nicht kommerziell erhältlich.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Kisspeptin ist eine der bedeutendsten Entdeckungen der Reproduktionsendokrinologie der letzten Jahrzehnte. Der Befund, dass Mutationen im KISS1R-Gen bei Mäusen und Menschen zu komplettem hypogonadotropem Hypogonadismus führen, offenbarte einen absolut essenziellen Schaltkreis: Ohne Kisspeptin-Signal kein GnRH-Puls, ohne GnRH-Puls keine Pubertät, keine Reproduktion.

Wirkmechanismus

  • GPR54 (KISS1R): Gq-gekoppelter Rezeptor auf GnRH-Neuronen → PLC/IP3 → intrazelluläres Ca²⁺ → Aktionspotenziale → GnRH-Puls
  • Pulsatiler GnRH-Release: Kisspeptin-Neurone feuern synchron (Kisspeptin/Neurokinin-B/Dynorphin – KNDy-Neurone) → GnRH-Pulse → LH/FSH
  • Steroid-Feedback: Östrogen/Testosteron hemmen KNDy-Neurone (negatives Feedback) über ERα
  • Metabolisches Gate: Leptin und Insulin aktivieren Kisspeptin-Neurone → Fertilität an Energiestatus gekoppelt

IVF-Trigger: Alternative zu hCG

Der klinisch interessanteste Ansatz: KP-54 als IVF-Trigger (Ovulations-Induktion) statt hCG. Vorteil: Bei Patientinnen mit OHSS-Risiko (ovarielles Hyperstimulationssyndrom) könnte KP-54 eine sicherere Option sein, da die Wirkung über endogenen LH-Puls verläuft und kürzer wirkt als exogenes hCG.

Onkologische Aspekte (Metastin)

KISS1-Expression korreliert invers mit Metastasierungspotenzial in Melanom, Brust-, Ovarialkarzinom. KISS1 als Tumor-Suppressor: möglicherweise durch GPR54-unabhängige intrazelluläre Mechanismen.

Einschränkungen

KP-54 ist klinisch noch nicht zugelassen. Phase-II-Daten für IVF-Trigger vielversprechend, aber größere Phase-III-Studien fehlen. Metabolische Instabilität limitiert Anwendbarkeit (bessere Analoga in Entwicklung: Kisspeptin-10-Analoga mit verlängerter HWZ).

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Klinische Studie2025

Intranasal kisspeptin administration rapidly stimulates gonadotropin release in humans

Mills EG, et al. · EBioMedicine

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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