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Hormone & NeuropeptideResearch Use OnlyProfil #225
#225

INSL5

Insulin-Like Peptide 5 – Darmhormon und Hungerregulator via RXFP4

Was es ist

Insulin-Like Peptide 5 (INSL5) ist ein Zwei-Ketten-Peptid der Insulin/Relaxin-Superfamilie, das 2002 identifiziert wurde.

INSL5 wird primär von intestinalen L-Zellen im Kolon produziert und in die Zirkulation sezerniert. Es ist der endogene Ligand von RXFP4 (Relaxin Family Peptide Receptor 4, früher GPR100). Charakteristisch: INSL5-Spiegel steigen beim Fasten an und sinken postprandial – ein Hungersignal ähnlich wie Ghrelin. INSL5 ist in L-Zellen ko-lokalisiert mit GLP-1, PYY und Oxyntomodulin, und Untersuchungen deuten darauf hin, dass INSL5 → RXFP4 → Gi → cAMP↓ die GLP-1-Freisetzung aus L-Zellen hemmt. RXFP4-KO-Mäuse haben veränderte Glukosehomöostase und Übergewicht. INSL5 bindet auch schwach RXFP3 (Relaxin-3-Rezeptor).

Wofür es erforscht wird

  • Appetitregulation (Orexigen)
  • GLP-1-Sekretion (Hemmung)
  • Intestinale L-Zell-Biologie
  • Metabolisches Syndrom
  • RXFP4 als therapeutisches Target
  • Insulin-Superfamilie-Biologie

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Kurz-mittellang (Minuten-Stunden). Intestinal produziert.

Anwendung in der Forschung

Forschungsreagenz. In Tierversuchen: i.p./i.v. INSL5 für Appetit/Metabolismus-Studien. RXFP4-Agonisten/Antagonisten in früher präklinischer Erforschung. Kein klinisches Therapeutikum.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Die Entdeckung, dass INSL5 ein intestinales Hungerhormon sein könnte, war überraschend: Man kannte die L-Zellen des Kolons als Quellen von GLP-1, PYY und Oxyntomodulin (alle sättigend). Die Ko-Expression mit INSL5 (orexigen) ergibt ein komplexes bidirektionales System.

Die L-Zelle ist damit kein simpler Sättigungssignalgeber, sondern ein multifunktionelles neuroendokrines Integrationszentrum.

INSL5 und Fasten/Sättigung

Fastenzustand → INSL5↑ im Plasma
Mahlzeit → INSL5↓ im Plasma
RXFP4 auf L-Zellen (autokrin) → cAMP↓ → GLP-1-Freisetzung↓

Paradox: Die gleichen L-Zellen, die GLP-1 sezernieren, sezernieren auch INSL5, das die GLP-1-Sekretion hemmt. Autokrine negative Rückkopplung?

Verbindung zu GLP-1-Agonisten

Falls RXFP4-Antagonismus die INSL5-Hemmung der GLP-1-Sekretion aufhebt → potenzielle additive Wirkung zu GLP-1-Agonisten (Semaglutid, Liraglutid)?

Umgekehrt: RXFP4-KO-Mäuse unter Hochfett-Diät zeigen veränderte Glukosetoleranz – aber die Richtung ist nicht eindeutig (mehr oder weniger GLP-1?).

INSL5 in L-Zellen: Energiehomöostase-Netzwerk

L-Zellen des Kolons sezernieren:

  • Sättigend: GLP-1, GLP-2, PYY, Oxyntomodulin
  • Orexigen/Komplex: INSL5
  • Sonstige: Neurotensin (distale L-Zellen)

Die Balance dieser Signale könnte das postprandiale appetitive Milieu mitbestimmen.

RXFP3 vs. RXFP4

INSL5 bindet mit hoher Affinität RXFP4, und mit mittlerer Affinität RXFP3 (Relaxin-3-Rezeptor). Diese Rezeptor-Überlappung verbindet INSL5 mit den zentralen RLN3-Schaltkreisen im Hippocampus/NI – eine mögliche Brücke zwischen Darm und Hirnstamm.

Einschränkungen

Alle Daten präklinisch. Physiologische Rolle beim Menschen nicht geklärt. RXFP4-Pharmakologie kaum entwickelt. Interessant im Kontext der L-Zell-Biologie und GLP-1-Adjunktivtherapie.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

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