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Hormone & NeuropeptideResearch Use OnlyProfil #251
#251

Guanylin / Uroguanylin

GCC-Agonisten – Darm-Salzregulation und Plecanatid-Vorläufer

Was es ist

Guanylin (PNTCEICAYAACTGC-OH, 15 AA, 2 Disulfid-Brücken) und Uroguanylin (16 AA) sind endogene intestinale Peptide der Guanylin-Familie, die Guanylat-Cyclase-C (GCC, GUCY2C) auf Darmepithelzellen aktivieren.

Uroguanylin wird in proximalen (Duodenum/Jejunum) Enterozyten produziert; Guanylin hauptsächlich in distalen (Kolon). Uroguanylin ist systemisch aktiv (Darm → Kreislauf → Niere: natriuretisch). GCC-Aktivierung → cGMP↑ → CFTR-Chloridkanal + Bicarbonat-Sekretion↑ → Wasser-Sekretion ins Darmlumen → Stuhl-Aufweichung. GCC ist auch Rezeptor für E. coli Hitzestabiles Toxin (ST) → sekretorische Diarrhö-Mechanismus. Uroguanylin → GCC-Agonismus ist das Prinzip von Linaclotid (Linzess®) und Plecanatid (Trulance®) für chronische Obstipation und IBS-C.

Wofür es erforscht wird

  • Chronische Obstipation (GCC-Agonisten)
  • IBS-C (Reizdarm-Obstipations-Typ)
  • Darm-Chlorid-Sekretion
  • Nierensalz-Regulation (Uroguanylin)
  • Kolorektal-Karzinom (GCC-Verlust)
  • Linaclotid/Plecanatid-Pharmakologie

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Sehr kurz (Minuten). Rapid degradiert. Linaclotid/Plecanatid: stabile synthetische GCC-Agonisten.

Anwendung in der Forschung

Guanylin/Uroguanylin selbst: nicht therapeutisch. Klinisch: Linaclotid (Linzess®): oral 145/290 μg/Tag für IBS-C und chronische Obstipation (FDA 2012). Plecanatid (Trulance®): oral 3 mg/Tag (FDA 2017). Beide GCC-Agonisten mit minimalem systemischen Effekt (lokal im Darm aktiv).

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Die Entdeckung von Guanylin 1992 (Currie et al., Monsanto/Searle) erklärte einen alten Mechanismus: E. coli-Hitzestabiles-Toxin (ST) verursacht sekretorische Diarrhö durch Bindung an GCC und cGMP-Erhöhung. Das Toxin imitiert den körpereigenen Liganden – Guanylin.

Diese Entdeckung führte direkt zur Entwicklung von GCC-Agonisten als Obstipations-Therapeutika.

GCC-Signalkaskade: Darm-Sekretion

Guanylin/Uroguanylin (lokal) oder Linaclotid (oral, nicht resorbiert)
→ GCC (Guanylat-Cyclase-C) auf Kolonepithelzellen
→ cGMP↑ (intrazellulär)
→ PKG-II-Aktivierung
→ CFTR-Phosphorylierung → Cl⁻-Sekretion↑
→ NHE3-Hemmung → Na⁺-Absorption↓
→ Wasser folgt osmotisch → Stuhlverweichung
→ Transit-Beschleunigung → Obstipations-Behandlung

Guanylin vs. Uroguanylin: Regionale Unterschiede

  • Guanylin: Kolon-predominant, parakrin, pH-sensitiv (aktiv bei neutralem pH)
  • Uroguanylin: Duodenum/Jejunum-predominant, systemisch zirkulierend, aktiv bei saurem pH → aktiv im proximalen Darm nach Mahlzeit

Uroguanylin → Kreislauf → Niere: GCC-artige Rezeptoren in Niere → Natriurese → Salz-Exkretion. Möglicherweise ein Darm-Nieren-Achse für Salzregulation nach Nahrungsaufnahme.

GCC-Verlust bei Kolorektalkarzinom

GCC wird in normaler Colonschleimhaut stark exprimiert und bei Kolorektalkarzinom (CRC) häufig verloren (30-50% der Metastasen GCC-negativ). Laboratorien untersuchen GCC als Immuntherapie-Target (CAR-T mit GCC-Antigen). Indatuximab Ravtansine (GCC-Antikörper-Konjugat) für CRC in Entwicklung.

Einschränkungen

Guanylin/Uroguanylin selbst: keine therapeutische Anwendung. Linaclotid/Plecanatid: klinisch etabliert für Obstipation/IBS-C. Hauptnebenwirkung: Diarrhö. Systemische Aktivität minimal (Vorteil: kaum systemische Toxizität).

STUDIEN

Verlinkte Forschung

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