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Hormone & NeuropeptideResearch Use OnlyProfil #81
#81

GIP

Glucose-dependent Insulinotropic Polypeptide

Was es ist

GIP (Glucose-dependent Insulinotropic Polypeptide, früher Gastric Inhibitory Peptide) ist ein endogenes 42-Aminosäuren-Peptidhormon, das von K-Zellen des proximalen Dünndarms nach Nahrungsaufnahme sezerniert wird.

Zusammen mit GLP-1 bildet GIP die Grundlage des Incretin-Effekts: Oral aufgenommene Glukose stimuliert mehr Insulinsekretion als intravenöse Glukose in gleicher Menge – weil Incretin-Hormone die β-Zelle potenzieren. GIP und GLP-1 erklären zusammen ~50–70 % des gesamten prandial sezernierten Insulins. Der GIPR-Rezeptor ist Ziel des GIP-Anteils von Tirzepatid (Mounjaro®).

Wofür es erforscht wird

  • Typ-2-Diabetes mellitus (Incretin-Achse)
  • Adipositas-Therapie (GIP/GLP-1 Dual-Agonismus)
  • Knochenstoffwechsel und Osteoporose
  • Fettgewebe-Regulation (Lipogenese/Lipolyse)
  • Betazell-Preservation
  • Arteriosklerose (endothelial-protektiv)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Nativ: 5–7 Minuten (DPP-4-Abbau). DPP-4-resistente Analoga: Stunden bis Tage.

Anwendung in der Forschung

Kein zugelassenes GIP-Monotherapeutikum. Als Teil von Tirzepatid (GLP-1R/GIPR-Dualagonist): 5–15 mg wöchentlich s.c. Forschungs-GIP: IV-Infusion in Studien.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

GIP wurde 1969 von Brown und Kollegen als Faktor identifiziert, der die Magensäuresekretion hemmt (ursprünglicher Name: Gastric Inhibitory Peptide). Später wurde die entscheidendere Funktion der insulinotropen Wirkung erkannt, weshalb die Abkürzung neu definiert wurde als Glucose-dependent Insulinotropic Polypeptide.

Die lange Zeit herrschende Ansicht, GIP sei therapeutisch weniger relevant als GLP-1 (da Typ-2-Diabetiker relativ GIP-resistent sind), wurde durch die Entwicklung von Tirzepatid revolutioniert: Der dualen GIP/GLP-1-Agonismus übersteigt die Gewichtsreduktion reiner GLP-1-Agonisten erheblich.

Wirkmechanismus

  • GIPR-Aktivierung: Gs-gekoppelter Rezeptor → cAMP↑ → Insulinsekretion aus β-Zellen (glukoseabhängig)
  • Fettgewebe: GIPR auf Adipozyten → Lipogenese bei hohem Insulinspiegel, Lipolyse bei Fasten
  • Knochen: GIP stimuliert Osteoblasten (GIPR auf Knochen), hemmt Osteoklasten → Knochenformation↑
  • β-Zell-Schutz: Antiapoptotische Wirkung auf Inselzellen über Bcl-2-Hochregulation

Der GIP-Antagonismus führt überraschend ebenfalls zur Gewichtsabnahme (in Mausmodellen) – der genaue Mechanismus bei kombiniertem GIP/GLP-1-Agonismus ist Gegenstand intensiver Forschung.

Forschungsstand

Tirzepatid (Mounjaro®, Zepbound®) als GIP/GLP-1-Dualagonist hat GIP therapeutisch rehabilitiert: In SURMOUNT-1 reduzierte Tirzepatid 15 mg das Körpergewicht um durchschnittlich 20,9 % – überlegen gegenüber allen GLP-1-Monotherapien. Die synergistischen Effekte von GIP und GLP-1 am GIPR und GLP-1R erklären diese überlegene Wirksamkeit.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Phase III RCT2021

Tirzepatide versus Semaglutide Once Weekly in Patients with Type 2 Diabetes

Frías JP, et al. · N Engl J Med

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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