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Hormone & NeuropeptideResearch Use OnlyProfil #232
#232

Endothelin-1

ET-1 – Potentester endogener Vasokonstriktor

Was es ist

Endothelin-1 (ET-1, CSCSSLMDKECVYFCHLDIIW-OH, 21 AA, 2 Disulfid-Brücken) ist das potenteste bekannte endogene Vasokonstriktor-Peptid.

Entdeckt 1988 von Yanagisawa. ET-1 wird primär von Endothelzellen synthetisiert (als Prepro-ET-1 → Big-ET-1 → ET-1 durch ECE-1). Neben ET-1 existieren ET-2 und ET-3 (ähnliche Sequenz). Rezeptoren: ETA → Gi/Gq auf glatten Muskelzellen → Vasokonstriktion, Fibrose, Proliferation; ETB → auf Endothelzellen → NO- und PGI2-Freisetzung → Vasodilatation + ET-1-Clearance. ET-1 ist bei pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH) der Hauptpathomechanismus: chronisch erhöhte ET-1-Spiegel → pulmonale Vasokonstriktion → Rechtsherz-Versagen.

Wofür es erforscht wird

  • Pulmonale arterielle Hypertonie (PAH)
  • Systemische Hypertonie
  • Herzinsuffizienz
  • Atherosklerose
  • Niereninsuffizienz
  • ETA/ETB-Rezeptor-Pharmakologie

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

In Plasma: sehr kurz (<5 min). ETB auf Lunge und Niere: schnelle Clearance. Biologische Halbwertszeit am Gewebe länger.

Anwendung in der Forschung

ET-1 selbst: kein Therapeutikum (Vasokonstriktor). Klinisch: Endothelin-Rezeptor-Antagonisten (ERA): Bosentan (Tracleer®, dualer ETA/ETB, oral); Macitentan (Opsumit®, dualer, oral); Ambrisentan (Letairis®, ETA-selektiv, oral) – alle zugelassen für PAH.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Endothelin-1 wurde 1988 von Masashi Yanagisawa in Yanagisawas Labor (University of Tsukuba) entdeckt – eine Entdeckung, die das Verständnis vaskulärer Regulierung revolutionierte.

Die Entdeckung war mit dem Nobelpreis verknüpft: Robert Furchgott, Louis Ignarro und Ferid Murad erhielten 1998 den Nobelpreis für Physiologie/Medizin für NO-Entdeckung – ET-1 als Gegenspieler machte das vaskuläre Yin-Yang (ET-1/NO) komplett.

ETA vs. ETB: Gegensätzliche Effekte

ET-1
├── ETA (glatte Muskelzellen, Kardiomyozyten)
│   → Gq/Gi → IP3/DAG → Ca²⁺↑ → Kontraktion
│   → Vasokonstriktion, Fibrose, Hypertrophie
│
└── ETB (Endothelzellen, glatte Muskelzellen)
    Endothel-ETB → NO↑ + PGI2↑ → Vasodilatation
    Glatte Muskel-ETB → Kontraktion (ETB2)
    ETB = Clearance-Rezeptor (Lunge, Niere)

Duale ERA (Bosentan, Macitentan) blockieren beide → effektiver als ETA-selektive.

PAH-Pathophysiologie: ET-1 im Zentrum

Pulmonale arterielle Hypertonie:

  • Genetisch: BMPR2-Mutation → TGF-β/ET-1-Hochregulation
  • Endothel-Dysfunktion → ET-1↑, NO↓, PGI2↓
  • ET-1 → ETA in pulmonalen glatten Muskelzellen → Vasokonstriktion + Proliferation
  • Chronisch → vaskuläres Remodeling → irreversibel

Endothelin-Antagonisten im Klinikalltag

Drei ERA für PAH zugelassen:

  • Bosentan (Tracleer®, 2001): erster ERA, oral 62,5-125 mg 2×/Tag, hepatotoxisch (lebertests monatlich)
  • Ambrisentan (Letairis®, 2007): ETA-selektiv, oral, günstigeres Hepato-Profil
  • Macitentan (Opsumit®, 2013): nichtkompetitiver dualer, beste Morbiditäts/Mortalitäts-Evidenz

ET-1 und Krebsbiologie

ET-1 in Tumorzellen: ET-1 → ETA → Proliferation, Anti-Apoptose, Angiogenese, Invasion. ETA-Antagonisten (Zibotentan, Atrasentan) wurden für Prostatakrebs untersucht, klinisch enttäuschend.

Einschränkungen

ET-1 selbst: kein Therapeutikum. ERA: klinisch etabliert für PAH, aber teuer. Teratogen (Bosentan, Macitentan) → Kontrazeption bei Frauen obligat. Anämie als ERA-Klasseneffekt.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Original Research1988

A novel potent vasoconstrictor peptide produced by vascular endothelial cells

Yanagisawa M, et al. · Nature

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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