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Hormone & NeuropeptideResearch Use OnlyProfil #63
#63

Cortistatin-14

Neuropeptid der Somatostatin-Familie

Was es ist

Cortistatin-14 (CST-14) ist ein endogenes cyclisches 14-Aminosäuren-Neuropeptid, das 1996 von Luis de Lecea und Mitarbeitern aus dem Cortex der Ratte geklont und beschrieben wurde.

Der Name leitet sich von 'cortex' und 'somatostatin' ab. Strukturell teilt es 11 von 14 Aminosäuren mit Somatostatin-14 (SST-14) und bindet alle fünf Somatostatin-Rezeptoren (SSTR1–5). Zusätzlich bindet CST-14 an Ghrelin-Rezeptoren (GHSR-1a) und MrgX2-Rezeptoren – zwei Bindungsstellen, die Somatostatin nicht besitzt und die das einzigartige biologische Profil erklären.

Wofür es erforscht wird

  • Entzündliche Darmerkrankungen (IBD
  • Morbus Crohn
  • Colitis ulcerosa)
  • Rheumatoide Arthritis und Osteoarthritis
  • Sepsis und systemische Inflammation
  • Neuroprotektive Effekte (Parkinson
  • neuroinflammation)
  • Immunregulation: Th1/Th17-Suppression
  • Atherosklerose und kardiovaskuläre Inflammation

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Sehr kurz im Plasma (ähnlich Somatostatin-14: unter 3 Minuten). Lokale Effekte im ZNS vermutlich länger andauernd durch langsamen extrazellulären Abbau.

Anwendung in der Forschung

In präklinischen Studien intraperitoneal oder intravenös: 150–500 µg/kg. Keine klinisch validierte humane Dosierung. Stabilere Analoga (z.B. Cortistatin-A, marine Derivate) werden entwickelt.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Cortistatin-14 wurde 1996 in einem eleganten Subtraktionsklonierungsexperiment von Luis de Lecea an der Stanford University aus Ratten-Cortex identifiziert. Der Fund war überraschend: Ein Peptid, das Somatostatin so ähnelt und doch deutlich unterschiedliche biologische Eigenschaften aufweist. Die Entdeckung, dass CST-14 an den Ghrelin-Rezeptor GHSR-1a bindet – was Somatostatin nicht tut – eröffnete eine völlig neue Dimension der Neuropeptidforschung.

Im menschlichen Gehirn ist Cortistatin vor allem in GABAergen Interneuronen des Kortex und Hippocampus exprimiert. Peripher findet sich CST-14 in Makrophagen, dendritischen Zellen und T-Lymphozyten, was auf eine eigenständige immunologische Funktion hindeutet.

Wirkmechanismus

Cortistatin-14 entfaltet seine Wirkungen über mehrere Rezeptoren:

  • SSTR1–5: Identische Bindung wie Somatostatin → Inhibition der cAMP-Produktion
  • GHSR-1a (Ghrelin-Rezeptor): Spezifisch für CST-14, nicht für SST-14 → Modulation von GH-Sekretion und Entzündung
  • MrgX2: Mastzellenregulation, anti-allergische Wirkung
  • Anti-inflammatorisch: Hemmung von NF-κB, TNF-α↓, IL-6↓, IL-12↓, IL-17↓; IL-10↑
  • T-Zell-Polarisierung: Suppression von Th1/Th17, Induktion von regulatorischen T-Zellen

Die Überlegenheit gegenüber Somatostatin bei entzündlichen Erkrankungen erklärt sich durch diese zusätzlichen Rezeptorbindungen.

Forschungsstand

Die Arbeitsgruppe von Elena Gonzalez-Rey (Granada, Spanien) hat Cortistatin-14 systematisch in Entzündungsmodellen untersucht. In Mausmodellen von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Rheumatoider Arthritis und Sepsis zeigte CST-14 konsistente anti-inflammatorische Effekte bei guter Verträglichkeit. Das therapeutische Fenster und die kurze Plasmahalbwertszeit sind die größten Entwicklungshindernisse.

Cortistatin-A (ein marines Sesterterpentoid aus einer Schwammspezies mit struktureller Ähnlichkeit zu Cortistatin) wird als stabileres Analogon erforscht, ist jedoch kein Peptid, sondern ein Naturstoff – trotz des namensgebenden Bezugs.

Abgrenzung zu Somatostatin

Obwohl strukturell verwandt, zeigt Cortistatin-14 entscheidende Unterschiede:

  • Ausgeprägtere anti-inflammatorische Wirksamkeit
  • Bindung an GHSR-1a (Somatostatin bindet diesen Rezeptor nicht)
  • Stärkere sedative/Schlaf-fördernde Eigenschaften im ZNS
  • Kortikale und hippocampale Expression (Somatostatin: breitere Verteilung)

STUDIEN

Verlinkte Forschung

WEITERE PROFILE

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