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Hormone & NeuropeptideIn DE zugelassenProfil #106
#106

Cetrorelix

GnRH-Antagonist für kontrollierte ovarielle Stimulation

Was es ist

Cetrorelix (Cetrotide®) ist ein synthetischer 10-Aminosäuren-GnRH-Antagonist, entwickelt von Aeterna Zentaris.

Im Gegensatz zu GnRH-Agonisten (Leuprorelin, Buserelin) blockiert Cetrorelix sofort kompetitiv die GnRH-Rezeptoren in der Hypophyse, ohne einen initialen LH/FSH-Anstieg (Flare-Effekt) zu verursachen. Es verhindert die vorzeitige LH-Surge und damit die ungewollte Ovulation während der kontrollierten ovariellen Stimulation bei IVF und anderen ART-Protokollen. Cetrorelix wurde 1999 in Europa und 2000 von der FDA zugelassen. Es ist strukturell ein modifizierter GnRH-Dekapeptid mit D-Aminosäuren und Citrullin zur Stabilisierung.

Wofür es erforscht wird

  • Kontrollierte ovarielle Stimulation (IVF/ART)
  • Männliche Infertilität (experimentell)
  • Hormonrezeptor-positive Tumoren (Brust, Prostata)
  • Uterine Fibroide
  • Pubertas praecox
  • Endometriose

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Im Plasma: ~62 Stunden nach 0,25 mg s.c.

Anwendung in der Forschung

0,25 mg s.c. täglich ab Tag 5–6 der Gonadotropin-Stimulation bis HCG-Trigger. Oder 3 mg s.c. einmalig (Einzel-Dosis-Protokoll) für ~96 h Schutz. FDA/EMA-zugelassen für COS.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Verschreibungspflichtiges Medikament

Diese Substanz ist in Deutschland als Arzneimittel zugelassen und ausschließlich auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Die Inhalte dieser Seite dienen nur der Information über Forschungsstand und Wirkmechanismus – sie ersetzen keine ärztliche Beratung und stellen keine Anwendungsempfehlung dar.

Hintergrund

Die Entwicklung von GnRH-Antagonisten war ein langer Weg: GnRH selbst ist ein Dekapeptid, dessen Analoga paradoxerweise zuerst nur Agonisten (Downregulatoren durch Desensibilisierung) produziert wurden. Echte Antagonisten, die sofort und reversibel blockieren, erforderten intensive Peptidchemie. Cetrorelix und Ganirelix (beide Ende der 1990er zugelassen) waren die ersten klinisch nutzbaren GnRH-Antagonisten.

Der Hauptvorteil gegenüber GnRH-Agonisten in der IVF: Keine Downregulationsphase nötig (kürzer Protokoll), kein initialer Flare (kein OHSS-Risiko durch LH-Spike), flexiblere Anwendung. GnRH-Antagonist-Protokolle sind heute Standard in der Reproduktionsmedizin.

Wirkmechanismus

  • Kompetitive GnRH-Rezeptor-Blockade: Cetrorelix bindet GnRHR in der Hypophyse sofort kompetitiv → LH- und FSH-Sekretion sofort gehemmt
  • Kein Flare-Effekt: Im Gegensatz zu GnRH-Agonisten kein initialer Hormonanstieg
  • Reversibel: GnRHR-Funktion erholt sich schnell nach Absetzen
  • LH-Surge-Prävention: Schützt reifende Oozyten vor vorzeitiger Ovulation

IVF-Protokoll-Vorteil

ParameterGnRH-AgonistGnRH-Antagonist
Protokoll-DauerLänger (Downregulation)Kürzer
Flare-EffektJaNein
OHSS-RisikoHöherGeringer
FlexibilitätGeringerHöher
SchwangerschaftsrateÄhnlichÄhnlich

Einschränkungen

GnRH-Antagonisten und -Agonisten zeigen ähnliche klinische Schwangerschaftsraten (Cochrane 2016). Die Wahl hängt von Patientenrisikofaktoren (OHSS-Risiko) und Protokoll-Präferenzen ab. Cetrorelix und Ganirelix sind weitgehend austauschbar.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Pharmakokinetik1998

Single and multiple dose pharmacokinetics and pharmacodynamics of the gonadotrophin-releasing hormone antagonist Cetrorelix in healthy female volunteers

Duijkers IJ, et al. · Hum Reprod

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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