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Hormone & NeuropeptideIn DE zugelassenProfil #37
#37

Calcitonin

Peptidhormon der Kalziumregulation

Was es ist

Ein 32-Aminosäuren-Peptidhormon, produziert in den parafollikulären C-Zellen der Schilddrüse.

Wirkt als Antagonist zu PTH (Parathormon): senkt den Kalziumspiegel durch Hemmung der Osteoklastenaktivität und Förderung der renalen Kalziumausscheidung. Therapeutisch wird Lachscalcitonin (Salcatonin) verwendet, das 40-50× potenter als humanes Calcitonin ist.

Wofür es erforscht wird

  • Kalziumhomöostase
  • Osteoporose-Therapie
  • Hyperkalzämische Krisen
  • Morbus Paget
  • Schmerzmodulation (analgetisch)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: etabliert.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Ca. 10–25 Minuten (humanes CT). Salmon-Calcitonin: ca. 60–90 Minuten.

Anwendung in der Forschung

Intranasal (Osteoporose) oder subkutan/intramuskulär (Hyperkalzämie, Paget).

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Verschreibungspflichtiges Medikament

Diese Substanz ist in Deutschland als Arzneimittel zugelassen und ausschließlich auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Die Inhalte dieser Seite dienen nur der Information über Forschungsstand und Wirkmechanismus – sie ersetzen keine ärztliche Beratung und stellen keine Anwendungsempfehlung dar.

Hintergrund

Calcitonin wurde 1961 entdeckt und war lange ein wichtiges Osteoporose-Medikament. In den letzten Jahren hat es klinisch an Bedeutung verloren (zugunsten von Bisphosphonaten und Teriparatid), bleibt aber bei Hyperkalzämien und als Notfallmedikament relevant.

PTH vs. Calcitonin – das Kalzium-Tandem

PTH (Parathormon)Calcitonin
Wirkung auf Ca²⁺↑ (erhöht)↓ (senkt)
KnochenOsteoklastenaktivierungOsteoklastenhemmung
NiereCa²⁺-Reabsorption ↑Ca²⁺-Ausscheidung ↑

Lachscalcitonin vs. humanes Calcitonin

Therapeutisch wird meist Lachscalcitonin (Salcatonin) verwendet, das 40-50× potenter als das menschliche Pendant ist und länger wirkt. Ein bemerkenswertes Beispiel für cross-species Peptidhomologie.

Analgetische Eigenschaften

Calcitonin zeigt analgetische Effekte bei osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen, die unabhängig vom Kalzium-Effekt zu sein scheinen. Mechanismus noch nicht vollständig geklärt.

Wichtige Hinweise

  • Karzinomrisiko-Signal: EMA schränkte 2012 Calcitonin-Anwendung ein – Langzeitanwendung (>3 Monate intranasal, >4 Wochen s.c./i.m.) zeigte in Studien erhöhtes Risiko für malignes Karzinom → Keine Langzeittherapie der Osteoporose mehr empfohlen
  • Calcitonin durch Bisphosphonate ersetzt: Für chronische Osteoporose sind Bisphosphonate, Denosumab und Teriparatid die Standardmedikamente
  • Geeignet für Akutindikationen: Hyperkalzämische Krisen, akute osteoporotische Wirbelkörperfrakturen (kurzfristig)

Rechtlicher Status (Deutschland)

Verschreibungspflichtiges Arzneimittel (Miacalcin, Calcitonin-Sandoz u. a.). Indikation eingeschränkt: keine Langzeit-Osteoporosetherapie mehr wegen Karzinomrisiko-Signalen (EMA 2012).

Einordnung

Calcitonin ist ein klassisches Peptidhormon der Kalziumregulation – mit zunehmend eingeschränkter klinischer Bedeutung, aber weiterhin relevant für Akutindikationen.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
RCT1991

The value of bone scintigraphy in the follow-up of vertebral osteoporosis

Rico H, et al. · Clin Rheumatol

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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