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Antimikrobielle PeptideResearch Use OnlyProfil #206
#206

Lactoferricin

LFcin – Lactoferrin-Pepsin-Fragment mit Antimikrobieller Aktivität

Was es ist

Lactoferricin (LFcin) ist ein kationisches, antimikrobielles Peptid-Fragment, das durch saure Pepsin-Spaltung des Eisen-bindenden Glykoproteins Lactoferrin entsteht.

Bovines Lactoferricin B (LFcin-B, 25 AA: FKCRRWQWRMKKLGAPSITCVRRAF) enthält eine α-helikale Schleife und eine positiv geladene Region. Es ist 5–10-mal potenter als Lactoferrin selbst gegen viele Mikroorganismen. LFcin-B hemmt Gram-positive Bakterien (S. aureus, L. monocytogenes), Gram-negative (E. coli, Pseudomonas), Pilze (Candida) und bestimmte Viren. Humanes Lactoferricin H (LFcin-H) ist weniger potent als LFcin-B. Lactoferrin/LFcin ist im Kolostrum, in der Muttermilch und in neutrophilen Granulozyten abundant.

Wofür es erforscht wird

  • Antimikrobiell (Breit-Spektrum)
  • Antifungal (Candida, Aspergillus)
  • Antiviral (HSV, CMV, HCV)
  • Anti-Biofilm
  • Wundinfektion-Therapie
  • Oral-Care (Karies-Prävention)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Stabil durch intramolekulare Disulfid-Brücke. Topisch: Stunden wirksam.

Anwendung in der Forschung

Topisch: LFcin-B in Wundpflaster, Mund-Gel, Augentropfen (in Forschungsstudien). Oral: Lactoferrin-Supplement (Whey-Protein, LF-Kapseln) für GI-Gesundheit. Klinische Studien für orales Lactoferrin bei Infektionen, Anämie und Immunmodulation.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Lactoferrin ist eines der meistuntersuchten Proteine der Muttermilch und ein natürlicher Immunfaktor. Lactoferricin (das durch Pepsin-Verdauung entstehende aktive Fragment) repräsentiert ein Konzept, das in der Ernährungswissenschaft und Probiotik zunehmend Bedeutung hat: "Biopeptide" aus Nahrungsproteinen als biologisch aktive Verbindungen.

Kolostrum enthält hohe Konzentrationen von Lactoferrin (~10 mg/ml) – bis zu 100× mehr als reife Muttermilch (~1-2 mg/ml) – was seine immunologische Bedeutung für Neugeborene unterstreicht.

Antimikrobieller Mechanismus

Direkte Membran-Disruption:

  • Kationisches LFcin-B interagiert elektrostatisch mit negativ geladenen Bakterien-Membranen
  • Membran-Insertion → Poren-Bildung (ähnlich Defensinen und LL-37)
  • Schnelle bakterizide Wirkung

Eisen-Entzug (Lactoferrin-Mechanismus):

  • Lactoferrin selbst bindet Fe³⁺ → Eisen-Entzug → Bakterien-Wachstum↓
  • LFcin hat diese Wirkung nicht (Eisenbindungsdomäne nicht enthalten)

Antifungale und Antivirale Wirkung

Candida: LFcin-B hemmt Candida-Adhäsion an Epithelzellen und Fibronektin → weniger Biofilm-Bildung Herpesviren (HSV-1/2): LFcin hemmt Virus-Attachment → antiviraler Mechanismus in Zellkulturen HCV, HIV (in vitro): Aktivität vorhanden, klinische Relevanz unklar

COVID-19-Verbindung

Lactoferrin wurde 2020 als möglicher COVID-19-Prophylaktikum diskutiert (ACE2-Blockade postuliert). Klinische Studien (2021–2022) mit oralen Lactoferrin-Supplementen für COVID-19 zeigten gemischte Ergebnisse – keine robuste Wirksamkeit.

Einschränkungen

LFcin-B selbst wenig klinisch entwickelt. Lactoferrin-Supplement breit verfügbar (Nahrungsergänzung), aber wenig regulatorisch klare Zulassung. Topische Anwendungen in frühen Studien. Große Interindividuelle Variabilität in LFcin-Absorptions-Studien.

STUDIEN

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