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Antimikrobielle PeptideResearch Use OnlyProfil #51
#51

LL-37

Cathelicidin – Antimikrobielles Peptid des Immunsystems

Was es ist

LL-37 ist ein 37-Aminosäuren-Peptid (LLGDFFRKSKEKIGKEFKRIVQRIKDFLRNLVPRTES), das durch proteolytische Spaltung des Cathelicidin-Vorläuferproteins hCAP18 (human Cationic Antimicrobial Protein 18) durch die Serinprotease Elastase entsteht.

Produziert von Neutrophilen, Epithelzellen, Keratinozyten und Makrophagen. Das Peptid bildet eine amphipathische α-Helix mit positiv geladener und hydrophober Seite – Basis für seine membranpermeabilisierende Wirkung.

Wofür es erforscht wird

  • Antimikrobielle Peptide (AMPs) und Resistenzforschung
  • Chronische Wundheilung (venöse Ulzera)
  • Antivirale Aktivität (Influenza
  • HIV
  • SARS-CoV-2
  • Herpes)
  • Immunmodulation und Entzündungsregulation
  • Sepsis-Forschung
  • Hauterkrankungen (Psoriasis
  • Rosacea – paradox: Überexpression)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Kurz: wenige Minuten bis Stunden im Plasma durch Protease-Abbau. Lokale Anwendung (topisch) bietet längere Wirksamkeit am Wirkort.

Anwendung in der Forschung

Research-only: topisch, intranasal, intravenös. Keine zugelassene Formulierung für den Menschen. Klinische Studien meist topisch (Wundbehandlung). Systemische Applikation problematisch (Toxizität bei höheren Konzentrationen).

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

LL-37 ist das einzige bisher beim Menschen identifizierte Cathelicidin und Teil des angeborenen Immunsystems. Es repräsentiert eine der evolutionär ältesten Abwehrstrategien gegen Pathogene. Der Name leitet sich ab von den zwei Leucin-Resten am N-Terminus (LL) und der Gesamtlänge (37 Aminosäuren).

Während Antibiotika auf spezifische bakterielle Ziele wirken (ribosomale Untereinheiten, Zellwandsynthese, etc.), destabilisiert LL-37 Membranen physikalisch – was Resistenzentwicklung durch Punktmutationen erheblich erschwert.

Wirkmechanismus

LL-37 ist amphipathisch: eine Seite der α-Helix ist hydrophob, die andere positiv geladen (kationisch).

Antimikrobieller Mechanismus:

  1. Elektrostatische Anlagerung an negativ geladene Bakterienmembranen (Phosphatidylglycerol, Lipopolysaccharid)
  2. Insertion in die Lipiddoppelschicht (bevorzugt bei Bakterien, nicht bei Säugerzellen mit Cholesterol)
  3. Bildung von Toroidal-Poren oder Carpet-artiger Membran-Disruption → Lyse

Immunmodulatorische Funktion:

  • Aktivierung von dendritischen Zellen und Makrophagen
  • Förderung von Wundheilung über Epithelzell-Migration
  • Bidirektionale Entzündungsregulation (pro- und antiinflammatorisch je nach Kontext)
  • Chemoattraktant für Neutrophile und T-Zellen

Klinische Relevanz

Chronische Wunden: LL-37-Defizienz verzögert Wundheilung (bei Diabetes, Ulzera). Topische Applikation in Studien zeigte verbesserte Heilungsraten bei venösen Ulzera (Heilborn et al., 2003 – Humanstudie mit 14 Patienten).

Psoriasis und Rosacea: Paradoxerweise wird LL-37 in Psoriasis-Haut überexprimiert – das Peptid bildet mit körpereigener DNA Komplexe, die TLR7/9 aktivieren und Autoimmunreaktionen triggern. LL-37 ist hier ein pathologischer Faktor, kein therapeutischer.

Antivirale Effekte: In vitro Hemmung von Influenza A/B, HIV, Herpes simplex, RSV und SARS-CoV-2. Mechanismus: direktes Binden an Virushülle und Rezeptor-Blockade.

LL-37 und Vitamin D

Vitamin D (1,25-Dihydroxycholecalciferol) reguliert die Transkription des CAMP-Gens (Cathelicidin Antimicrobial Peptide) hoch – der Mechanismus für LL-37-Induktion in Keratinozyten und Epithelzellen. Dies ist ein gut belegter Mechanismus für die infektionspräventive Wirkung von Vitamin D-Supplementation.

Herausforderungen für therapeutische Anwendung

  • Zytotoxizität: Bei höheren Konzentrationen (> 5–10 µM) auch Lyse von Säugerzellen
  • Protease-Abbau: Schneller Abbau im Gewebe durch Neutrophilen-Elastase, Plasmin
  • Formulierung: Stabilisierung und gezieltes Delivery-System erforderlich
  • Systemische Toxizität: Intravenöse Gabe problematisch (Hämolyse, Zellmembran-Destabilisierung)

Rechtlicher Status (Deutschland)

Research-only. Kein zugelassenes Therapeutikum. In einigen Wundpflege-Studien als experimentelle Therapie. Keine kommerziellen LL-37-Präparate für die Anwendung am Menschen zugelassen.

Einordnung

LL-37 ist eines der wissenschaftlich interessantesten antimikrobiellen Peptide – endogen, multimodal wirksam, mit potenziellem Anwendungsbereich von Wundheilung bis antiviraler Therapie und relevant für das Verständnis von Vitamin D-Immunfunktion. Der klinische Einsatz scheitert derzeit an den Herausforderungen Stabilisierung, Zytotoxizität bei höheren Konzentrationen und Delivery. Die indirekte Förderung durch Vitamin-D-Supplementation ist der praktikabelste und evidenzbasierteste Ansatz zur Erhöhung körpereigener LL-37-Spiegel.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Humanstudie2024

Correction to "Self-assembly of PEG-PPS polymers and LL-37 peptide nanomicelles improves the oxidative microenvironment and promotes angiogenesis to facilitate chronic wound healing"

Heilborn JD, et al. · Bioeng Transl Med

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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Antimikrobielle Barrierefunktion (Haut, Schleimhäute)Morbus Crohn / IBD (HD-5, HD-6 Defizienz)Antivirale Aktivität (HIV, Herpes, Influenza)
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Lebensmittelkonservierung (E234)MRSA-Infektionen (klinische Studien)VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken)
Antimikrobielle PeptideEvidenz: klinisch
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