Bodycode_Research
Biohacking & RegenerationResearch Use OnlyProfil #127
#127

Spadin

TREK-1-Blocker aus dem Sortilin-System – Natürliches Antidepressivum

Was es ist

Spadin ist ein endogenes Peptid von 12–26 Aminosäuren, das aus dem Propeptid (pro-Sortilin, proSortilin 1-44) des Sortilin-1-Rezeptors (SORT1) durch Furin-Spaltung freigesetzt wird.

Es wurde 2010 von der Gruppe um Michel Lazdunski (CNRS Nizza) als endogener Modulator des TREK-1-Kaliumkanals (KCNK2) entdeckt. Spadin ist damit der erste bekannte endogene TREK-1-Antagonist und zeigt in Maus-Depressions-Modellen antidepressive Wirkung mit raschemr Wirkungseintritt (24–48h gegenüber 3–4 Wochen für SSRI). Es ist strukturell verwandt mit PE-22-28 (7-AS-Fragment) und Spinorphin.

Wofür es erforscht wird

  • Depression (TREK-1-Antagonismus)
  • Anxiolyse
  • Schneller Wirkungseintritt (24–48h statt Wochen)
  • Neurogenese im Hippocampus
  • Kognitive Funktion

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Unbekannt. Im Plasma instabil (Peptidase-sensitiv). Optimierung stabiler Analoga läuft.

Anwendung in der Forschung

Kein Therapeutikum. Forschungs-Dosen: 3–12 nmol/kg i.p. oder i.v. in Maus-Modellen. Modifizierte Analoga mit verbesserter Stabilität in Entwicklung.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

Premium freischalten – 99 € einmalig

Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Spadin ist das endogene Gegenstück zu PE-22-28: Beide blockieren TREK-1, aber Spadin ist ein natürlich vorkommendes Peptid aus dem Sortilin-Propeptid, während PE-22-28 ein synthetisches Fragment des Spinorphin-Peptids ist.

Die TREK-1-Kanal-Hypothese der Depression ist faszinierend: TREK-1-Knockout-Mäuse zeigen antidepressives Verhalten in allen Standard-Depressions-Tests. Klassische Antidepressiva (SSRI wie Fluoxetin) hemmen TREK-1 als Nebeneffekt. Die Hypothese: Gezielter TREK-1-Antagonismus durch Spadin oder PE-22-28 könnte der effektivste und schnellste antidepressive Mechanismus sein.

Wirkmechanismus

  • TREK-1-Blockade: Spadin hemmt den K2P-Kanal TREK-1 → Neuronal erhöhte Erregbarkeit in Raphe-Serotonin-Neuronen
  • Serotonin-Ausschüttung↑: TREK-1-Hemmung im Raphe → mehr 5-HT-Release ins limbische System
  • Neurogenese: Hippocampale Neurogenese nach Spadin-Behandlung in Tiermodellen
  • Sortilin-Verbindung: Als Propeptid von Sortilin interagiert Spadin mit dem Sortilin-Rezeptor-System (BDNF-TrkB-Signaling)
  • Schneller Wirkungseintritt: Im Tiermodell antidepressive Effekte nach 24–48h (vs. 3–4 Wochen SSRI)

Vergleich Spadin vs. PE-22-28

Beide blocken TREK-1, sind strukturell verwandt, unterscheiden sich aber:

  • Spadin: Endogen (aus SORT1-Propeptid), größer (12–26 AS), natürliches Vorkommen im Plasma
  • PE-22-28: Synthetisch, kleiner (7 AS), stabiler in bestimmten Assays

Warum noch nicht klinisch?

  1. Metabolische Instabilität (Peptidase-Abbau)
  2. Keine ausreichende orale Bioverfügbarkeit
  3. Blut-Hirn-Schranken-Gängigkeit für peripherale Gabe unbewiesen
  4. Keine Humandaten

Stabilisierte Spadin-Analoga (cyclisierte, D-AS-substituierte) zeigen verbesserte Eigenschaften und sind in Entwicklung.

Einschränkungen

Alle Daten präklinisch (Maus). Kein Humaneinsatz. Pharmakologisch hochinteressant als neuer Antidepressivum-Mechanismus. Zeit bis zur klinischen Entwicklung unbekannt.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

WEITERE PROFILE

Verwandte Peptide

Zurück zur Datenbank
Teilen