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#111

PE-22-28

Spinorphin-Fragment – Antidepressivum der neuen Generation

Was es ist

PE-22-28 ist ein synthetisches 7-Aminosäuren-Peptid, abgeleitet vom bovinen Spinorphin-Peptid (LVVYPWT).

Es wurde von Borsotto et al. (CNRS Frankreich) als potenter und selektiver Blocker des TREK-1-Kaliumkanals (KCNK2, TRAAK-Familie) identifiziert. TREK-1 ist ein Zwei-Poren-Domänen (K2P) Kaliumkanal, der in hippocampalen und kortikalen Neuronen sowie im peripheren Nervensystem stark exprimiert ist. Mäuse mit TREK-1-Knockout zeigen antidepressives und anxiolytisches Verhalten – entsprechend wirken TREK-1-Antagonisten antidepressiv. PE-22-28 ist das erste selektive peptidische TREK-1-Inhibitormolekül.

Wofür es erforscht wird

  • Depression (TREK-1-Antagonismus)
  • Angststörungen
  • Schmerzbehandlung (TREK-1 in Nozizeptoren)
  • Neuroprotektion
  • Cognitive Enhancement (Hippocampus)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Unbekannt. Peptidstabilität und Blut-Hirn-Schranken-Gängigkeit sind Forschungsgegenstände.

Anwendung in der Forschung

Kein zugelassenes Therapeutikum. Präklinische Dosen: 3–30 mg/kg i.p. in Nagetier-Modellen. Intranasal oder direkte ZNS-Gabe experimentell. Keine Humandaten.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

TREK-1 (TWIK-Related K⁺ Channel 1) ist ein Hintergrundkaliumkanal, der das Ruhemembranpotenzial von Neuronen reguliert. Die Entdeckung, dass TREK-1-Knockout-Mäuse ein antidepressives Profil in allen Standardtests zeigen (Forced Swim Test, Tail Suspension Test, Learned Helplessness), war eine bedeutende Erkenntnis für die Depressions-Neurobiologie.

Antidepressiva wie Fluoxetin (Prozac) hemmen TREK-1 als Nebeneffekt. Die Hypothese: PE-22-28 könnte diesen spezifischen antidepressiven Mechanismus ohne die Nebenwirkungen des Serotonin-Reuptake-Hemmers reproduzieren.

Wirkmechanismus

  • TREK-1-Blockade: PE-22-28 bindet und hemmt den TREK-1-Kanal in hippocampalen und kortikalen Neuronen
  • Depolarisierung: Hemmung von K⁺-Ausstrom → erhöhte neuronale Erregbarkeit in Raphe-Neuronen → Serotonin-Ausschüttung↑
  • BDNF-ähnliche Effekte: Hippocampale Neurogenese (im Tiermodell)
  • Anti-Analgetisch: TREK-1-Blockade in peripheren Nozizeptoren → Schmerzmodulation

Vergleich mit bestehenden Antidepressiva

TREK-1-Antagonismus ist ein fundamentaler Unterschied zu allen SSRI/SNRI/Trizyklika. Da kein Einfluss auf Monoamin-Transporter, würden keine klassischen SSRI-Nebenwirkungen erwartet (sexuelle Dysfunktion, Gewichtszunahme). Dies macht PE-22-28 als neuartigen Mechanismus besonders interessant.

Warum noch kein Therapeutikum?

  1. Blut-Hirn-Schranken-Gängigkeit unbekannt (Peptid = schlechter ZNS-Zugang oral)
  2. Metabolische Stabilität des Peptids im Plasma ungeklärt
  3. Keine humanen Sicherheitsstudien
  4. Klinische Translationszeit für neue Mechanismen lang

Einschränkungen

Alle Daten aus Tier-Modellen. Keine Humandaten. Peptid-basierte ZNS-Therapeutika haben grundsätzliche pharmakokinetische Herausforderungen. PE-22-28 ist ein faszinierndes Forschungsobjekt, aber weit von klinischer Anwendung entfernt.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Original Research2000

TREK-1 is a heat-activated background K(+) channel

Maingret F, et al. · EMBO J

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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