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Biohacking & RegenerationResearch Use OnlyProfil #143
#143

Neuropeptid S

NPS – Arousal, Anxiolyse und Gedächtnis

Was es ist

Neuropeptid S (NPS) ist ein endogenes 20-Aminosäuren-Neuropeptid, 2004 von Xu et al.

als Ligand des damals orphanen G-Protein-gekoppelten Rezeptors GPRA (jetzt NPSR1) identifiziert. NPS-Neuronen liegen hauptsächlich in Brainstem-Kernen parabrachialis und LC-nah. NPS wirkt über NPSR1 (Gq/Gs) in Amygdala, Hypothalamus, Hippocampus und frontalen Kortexarealen. Einzigartiges Profil: NPS steigert Wachheit und Arousal, ist gleichzeitig angstreduzierend und fördert Extinktion von Angstkonditionierungen – kombinierte Wirkungen, die für Angststörungstherapie und PTBS hochinteressant sind.

Wofür es erforscht wird

  • Angststörungen (anxiolytisch ohne Sedierung)
  • PTBS (Angst-Extinktions-Förderung)
  • Schlaf-Wach-Regulation (Arousal↑)
  • Gedächtnis-Konsolidierung und Extinktionslernen
  • Suchterkrankungen (Stress-induziertes Rückfall-Risiko)
  • Asthmabronchiale (NPSR1-Variante als Asthma-Risikogen)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Sehr kurz im Plasma. Hauptwirkung als ZNS-Neuropeptid.

Anwendung in der Forschung

Kein Therapeutikum. Intranasale oder intranasal-ZNS-Gabe in Tiermodellen. NPSR1-Agonisten und -Antagonisten in früher Entwicklung.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Neuropeptid S wurde 2004 in der gleichen Forschungsgruppe entdeckt, die auch Nociceptin/OFQ identifiziert hatte (Reinscheid-Gruppe, UC Irvine). Die reverse Pharmacologie-Strategie (orphaner Rezeptor → endogener Ligand) brachte abermals ein überraschendes Peptid zum Vorschein.

Das Einzigartige an NPS: Die Kombination aus Arousal-Förderung (wie Koffein/Noradrenalin) und Anxiolyse (wie Benzodiazepine) ohne Sedierung ist pharmakologisch ungewöhnlich. Klassische Anxiolytika (Benzodiazepine) sedieren, klassische Arousal-Mittel erhöhen Angst. NPS verbindet beides.

Wirkmechanismus

  • NPSR1 (Gq/Gs): cAMP↑ + IP3↑ → erhöhte Erregbarkeit in Arousal-relevanten Neuronen
  • LC-adjacent: NPS-Neuronen koexistieren mit Noradrenalin-Quellen → Wach-fördernd
  • Amygdala-Wirkung: NPSR1 in Amygdala → Dämpfung von Angstreaktionen ohne die Kortex-Aktivierung zu hemmen
  • Extinktions-Förderung: NPSR1-Aktivierung erleichtert das Auslöschen konditionierter Angstreaktionen im Tiermodell → relevant für PTBS-Therapie
  • Hippocampus: Gedächtnis-Konsolidierung und -Retrieval beeinflusst

PTBS-Anwendung

Das Konzept NPS für PTBS: Angst-Extinktion ist bei PTBS-Patienten beeinträchtigt. Wenn NPS Extinktion fördert, könnten NPSR1-Agonisten die Expositionstherapie (kognitive Verhaltenstherapie) wirksamer machen. Ein pharmakologisches Adjuvanz zur Psychotherapie – ähnlich wie MDMA-Forschung für PTBS.

NPSR1 als Asthma-Gen

Überraschend: NPSR1-Polymorphismen (Asn107Ile) sind Risikofaktoren für Asthma bronchiale und erhöhte IgE-Spiegel. NPS/NPSR1 moduliert Entzündungsreaktionen in der Lunge. NPSR1-Antagonisten könnten für Asthma interessant sein.

Einschränkungen

Alle Daten aus Tier-Modellen (Nagetiere). Kein Humanpharmakon. ZNS-Gängigkeit oraler/systemischer NPS-Analoga ungelöst. Doch hoch-interessantes pharmakologisches Profil.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Original Research2023

A cluster of neuropeptide S neurons regulates breathing and arousal

Angelakos CC, et al. · Curr Biol

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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