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Biohacking & RegenerationResearch Use OnlyProfil #40
#40

Melanotan II

MT-II – α-MSH-Analogon

Was es ist

Melanotan II (MT-II) ist ein zyklisches Heptapeptid-Analogon von α-Melanozyten-stimulierendem Hormon (α-MSH).

Entwickelt an der University of Arizona (Hadley et al.) in den 1980ern durch Ringzyklisierung des linearen α-MSH-Fragments. Wirkt auf MC1R (Melanin-Pigmentierung), MC3R/MC4R (Appetit, Energiebilanz, Libido) und MC4R (Erektion, sexuelle Erregung). Das breitere Rezeptorprofil gegenüber Melanotan I erklärt sowohl Wirkungen als auch das ausgeprägtere Nebenwirkungsprofil.

Wofür es erforscht wird

  • Melanin-Synthese und Hautbräunung
  • Sexuelle Erregung und erektile Dysfunktion
  • Libido-Steigerung (Männer und Frauen)
  • Appetitzügelung (MC3R/MC4R)
  • Experimentelle Autoimmunforschung

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Ca. 30–60 Minuten nach subkutaner Gabe. Bräunungseffekte persistent über Wochen.

Anwendung in der Forschung

Subkutan oder intranasal. Keine zugelassene Dosierung. In Forschungsstudien: 0,025 mg/kg s.c. In der Biohacking-Community: 0,5–1 mg subkutan (deutlich höher als Forschungsdosierungen). Auf nüchternem Magen für weniger Übelkeit.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Melanotan II wurde in den 1980ern an der University of Arizona entwickelt – ursprünglich als potentieller Sonnenschutz durch induzierte Bräunung ohne UV-Exposition. Die Forschung zeigte schnell ausgeprägte sexuelle Nebeneffekte: spontane Erektionen und Libidosteigerung, die die Hautbräunungseffekte in ihrer klinischen Relevanz übertrafen.

Aus der Forschung zu MT-II wurde PT-141 (Bremelanotid) entwickelt – ein selektiveres, stabileres Molekül, das 2019 in den USA für weibliche sexuelle Dysfunktion (HSDD) zugelassen wurde. MT-II selbst blieb ein Research Chemical ohne Zulassung.

Breites Melanocortin-Rezeptorprofil

MT-II aktiviert mehrere Melanokortin-Rezeptoren gleichzeitig:

RezeptorEffekt
MC1RMelanin-Produktion → Hautbräunung
MC3REnergie-Homöostase, Appetitkontrolle
MC4RSexuelle Erregung, Erektion (ZNS)
MC5RExokrine Drüsensekretion

Dieses breite Rezeptorprofil erklärt sowohl die Wirkungen als auch die ausgeprägte Nebenwirkungsliste: Übelkeit, Flush, unwillkürliche Erektionen.

Kritische Sicherheitsbedenken

Pigmentveränderungen und Melanomrisiko: Mehrfach publizierte Fallberichte und Kohortenstudien beschreiben:

  • Aktivierung, Größenzunahme und Veränderung vorbestehender melanozytärer Nävi
  • Neuauftreten atypischer Muttermale
  • Einzelfälle von Melanom-Entwicklung nach MT-II-Anwendung (Kausalität nicht bewiesen, aber plausibel)

Dobbins et al. (2013) und weitere Fallserien zeigen diesen Zusammenhang. MC1R-Aktivierung stimuliert die Melanin-Produktion und damit potentiell auch Melanozytenwachstum.

Empfehlung: Dermatologische Kontrolle (Ganzkörpermapping) bei Anwendern.

MT-II vs. PT-141 (Bremelanotid)

EigenschaftMelanotan IIPT-141 (Bremelanotid)
StrukturCyclisch (Heptapeptid)Cyclisch (Heptapeptid, modifiziert)
RezeptorenMC1R, MC3R, MC4R, MC5RMC3R, MC4R (selektiver)
BräunungAusgeprägtGering
SexualeffekteStarkStark (zugelassen für HSDD)
BlutdruckeffekteJaReduziert (durch Modifikation)
ZulassungKeineUSA: Vyleesi (HSDD)

Wichtige Hinweise

  • Nicht zugelassen: Weltweit – weder in Deutschland, EU, USA noch Australien
  • Melanomrisiko: Nicht ausgeschlossen; bei vorbestehenden Nävi besondere Vorsicht
  • Regulatorische Maßnahmen: In Australien, UK und anderen Ländern wurde MT-II als Therapeutikum reguliert und seine Verbreitung eingeschränkt
  • Qualitätsrisiken: Research-Peptid-Produkte; Verunreinigungen, falsche Dosierungen häufig
  • WADA: Als Melanocortin-Agonist verboten

Rechtlicher Status (Deutschland)

Nicht zugelassen. Research-only. Vertrieb und Anwendung am Menschen nicht legal. MT-II ist in Deutschland dem Arzneimittelrecht unterstellt, sobald es zur Anwendung am Menschen eingesetzt wird.

Einordnung

MT-II gehört zu den am meisten diskutierten und gleichzeitig am risikobehaftetsten Research Peptides. Die sexuellen und bräunenden Effekte sind real und durch frühe Humanstudien belegt. Die Sicherheitsbedenken – insbesondere hinsichtlich Pigmentveränderungen und theoretischen Melanomrisikos – werden in Biohacking-Kreisen häufig unterschätzt. Die Entwicklung des zugelassenen PT-141 zeigt, dass selektivere und sicherere Derivate möglich sind.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Review2021

The melanocortin pathway and energy homeostasis: From discovery to obesity therapy

Yeo GSH, et al. · Mol Metab

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

Verwandte Peptide

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