Hintergrund
Matrixyl gilt als einer der Pioniere kosmetischer Signal-Peptide. Das zugrunde liegende Konzept: Wenn Kollagen abgebaut wird, entstehen kurze Peptidsequenzen (Matrikine), die Fibroblasten zur Neusynthese anregen. Pal-KTTKS ahmt diesen endogenen Signal-Mechanismus nach.
Wirkprinzip
KTTKS ist ein Fragment aus der Pro-α1(I)-Kollagen-Kette. In Fibroblasten-Kulturen stimuliert es:
- Kollagen Typ I und III (Strukturproteine der Dermis)
- Fibronektin (Extrazelluläre Matrix)
- Hyaluronsäure-Synthese (indirekt durch Fibroblastenaktivierung)
Die Palmitoyl-Gruppe (C16-Fettsäure) ermöglicht die Penetration durch das Stratum corneum.
Klinische Evidenz
Doppelblinde Split-Face-Studien zeigen signifikante Faltenreduktion über 12 Wochen. Vergleichsstudien mit Retinol zeigen ähnliche Wirksamkeit bei besserer Verträglichkeit. Die Evidenz ist solide für kosmetische Standards – aber schwächer als pharmazeutische RCTs.
Matrixyl 3000 und Matrixyl Synthe'6
Neuere Formulierungen kombinieren Pal-KTTKS mit:
- Palmitoyl-Tetrapeptid-7 (Pal-GQPR) → Matrixyl 3000
- Palmitoyl-Tripeptid-38 → Matrixyl Synthe'6
Diese Kombinationen sollen synergistische Wirkung auf Matrix-Synthese und Kollagen-Netzwerk haben.
Rechtlicher Status (Deutschland)
Kosmetischer Wirkstoff. Keine arzneimittelrechtliche Regulierung. In topischen Produkten frei verkäuflich.
Einordnung
Matrixyl ist das am besten untersuchte kosmetische Peptid und ein Maßstab für Signal-Peptide in der Dermatokosmetik. Die Evidenz ist für einen kosmetischen Inhaltsstoff überdurchschnittlich gut.

