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Biohacking & RegenerationResearch Use OnlyProfil #67
#67

Hericium-Erinacin

Bioaktive Verbindungen aus Hericium erinaceus

Was es ist

Hericium erinaceus (Löwenmähn-Pilz, 'Lion's Mane') enthält mehrere Klassen biologisch aktiver Verbindungen: Erinacine (in Myzel: Diterpene, z.B.

Erinacin A, B, C, E) und Hericenone (im Fruchtkörper: Aromate, z.B. Hericenon C, D, E, F). Diese Verbindungen sind keine klassischen Peptide, sondern kleine Moleküle, stimulieren jedoch potent die Synthese von Nervenwachstumsfaktor (NGF) und Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF) über transkriptionelle Mechanismen. Zusätzlich wurden aus Hericium erinaceus auch bioaktive Polypeptide und Lektine isoliert.

Wofür es erforscht wird

  • Kognitive Funktion und Gedächtnisverbesserung
  • Neurodegeneration (Alzheimer, Parkinson)
  • Milde kognitive Beeinträchtigung (MCI)
  • Depression und Angststörungen
  • Periphere Nervenschäden und Regeneration
  • Neurotropher Faktor-Stimulation (NGF, BDNF)
  • Darmgesundheit und Darmmikrobiom

Stand der Forschung

Evidenzlevel: Phase II.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Erinacine A: lipophil, überquert die Blut-Hirn-Schranke. Systemische Halbwertszeit der Erinacine nicht präzise charakterisiert. Fruchtkörper-Extrakte oral bioverfügbar.

Anwendung in der Forschung

Fruchtkörper-Extrakt (standardisiert auf Hericenone/Erinacine): 500–3000 mg täglich oral in Studien. Myzelextrakt: 3–5 g täglich. Pulver oder Kapseln. Keine etablierte Standarddosierung.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Hericium erinaceus, in Japan als „Yamabushitake” und in China als „Hóu Tóu Gū” (Affenkopf-Pilz) bekannt, hat eine jahrtausendealte Tradition in der chinesischen Medizin. Die wissenschaftliche Erforschung begann in den 1990er-Jahren mit der Isolierung der Erinacine durch Hirokazu Kawagishi, die sich als potente NGF-Syntheseinduktoren erwiesen.

Entscheidend: Die wichtigsten bioaktiven Verbindungen – Erinacine (Myzel) und Hericenone (Fruchtkörper) – sind keine Peptide, sondern Terpenoid- bzw. aromatische Verbindungen. Sie stimulieren jedoch die Neurosynthese neurotropher Faktoren über epigenetische und transkriptionelle Mechanismen. Aus dem Pilz wurden auch wasserlösliche Polypeptide und Lektine isoliert, die immunmodulierende Eigenschaften zeigen.

Wirkmechanismus

Erinacine A und verwandte Verbindungen:

  • NGF-Induktion: Hochregulation der NGF-mRNA in Astrozyten und Neuronen → Nervenzellwachstum, synaptische Plastizität
  • BDNF-Stimulation: Erhöhte BDNF-Level in Hippocampus und präfrontalem Kortex in Tiermodellen
  • Durchquerung der Blut-Hirn-Schranke: Erinacin A ist lipophil genug für ZNS-Zugang
  • Anti-Amyloid: In Alzheimer-Modellen Reduktion von Amyloid-β-Plaques

Hericenone C, D, E:

  • Stimulation peripherer NGF-Synthese
  • Antioxidative Wirkung in Nervenzellen

Forschungsstand

Die wichtigste klinische Studie (Mori et al. 2009) zeigte in einem 16-wöchigen RCT mit 30 Patienten mit milder kognitiver Beeinträchtigung (MCI) eine signifikante Verbesserung der kognitiven Funktion unter 3 g Hericium-Fruchtkörper-Extrakt täglich vs. Placebo. Nach Absetzen verschwanden die Effekte.

Weitere Studien zeigen antidepressive und anxiolytische Wirkungen, besonders bei perimenopausalem Stress, sowie Hinweise auf Verbesserung der Darm-Hirn-Achse. Die Evidenzbasis wächst, klinische Studien sind jedoch meist klein. Größere Phase-III-Studien fehlen noch.

Hinweis zur Taxonomie

Hericium-Produkte variieren stark: Fruchtkörper-Extrakte (reich an Hericenonen) unterscheiden sich pharmakologisch von Myzelextrakten (reich an Erinacinen). Produkte mit hohem Stärkeanteil aus dem Substrat ohne Standardisierung auf aktive Verbindungen sind qualitativ minderwertig.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

WEITERE PROFILE

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