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Biohacking & RegenerationResearch Use OnlyProfil #16
#16

DSIP

Delta Sleep-Inducing Peptide

Was es ist

DSIP (Delta Sleep-Inducing Peptide) ist ein endogenes Nonapeptid (9 Aminosäuren: Trp-Ala-Gly-Gly-Asp-Ala-Ser-Gly-Glu) mit ungewöhnlicher Struktur: keine Aminogruppe am N-Terminus, keine Carboxylgruppe am C-Terminus.

Erstmals 1974 von Schoenenberger und Monnier aus dem Venenblut schlafender Kaninchen isoliert. Soll Delta-Wellen-Schlaf (Tiefschlaf) fördern und auf hypothalamische und limbische Strukturen wirken. Endogene Spiegel folgen einem circadianen Rhythmus.

Wofür es erforscht wird

  • Schlafregulation (Delta-Schlaf / Tiefschlaf)
  • Stressresistenz und HPA-Achsen-Modulation
  • Schmerzmodulation (Analgesie, präklinisch)
  • Longevity-Forschung (Lebensspanneneffekte in Tiermodellen)
  • Opioidentzug (historische Forschung)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Sehr kurz: Minuten nach intravenöser Gabe durch enzymatischen Abbau. Schlechte Bioverfügbarkeit nach subkutaner oder oraler Gabe.

Anwendung in der Forschung

In frühen Studien intravenös oder subkutan. Biologische Halbwertszeit macht praktische Anwendungen schwierig. Keine validierten Dosierungen. Forschungsdosierungen variierten stark (0,1–5 mg/kg i.v. in Tierstudien).

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

DSIP wurde 1974 von Marcel Monnier und C. Schoenenberger an der Universität Basel aus dem Venenblut schlafender Kaninchen isoliert und weckte große Erwartungen als endogener „Schlüssel zum Schlaf”. Das Peptid kann als Cerebrospinalflüssigkeit-Dialysat schlafender Spender die Schlaftiefe bei wachen Empfängertieren erhöhen – ein spektakuläres Ergebnis, das massive Forschungsinteresse auslöste.

Trotz Jahrzehnten der Forschung ist die physiologische Rolle von DSIP bis heute nicht vollständig verstanden. Ein zentrales Problem: Die frühen Schlafstudien ließen sich nicht konsistent replizieren. Das Peptid ist eines der rätselhaftesten endogenen Neuropeptide.

Was die Forschung untersucht

Frühe Studien berichteten von schlafinduzierenden Eigenschaften nach intravenöser Gabe beim Menschen. Darüber hinaus werden untersucht:

  • HPA-Achsen-Modulation: DSIP scheint Cortisol-Freisetzung zu modulieren und Stress-Reaktionen abzudämpfen
  • Analgetische Wirkungen: Im Tiermodell zeigt DSIP opioid-ähnliche Schmerzhemmung
  • Lebensspannen-Effekte: Einzelne Tierstudien (Mäuse) zeigten Verlängerung der Lebensspanne
  • Opioidentzug: Historisch als Unterstützung bei Opiatentzug untersucht (geringe Evidenz)
  • Circadianer Rhythmus: DSIP-Spiegel im Plasma folgen einem Tagesrhythmus

Das Replikationsproblem

Der initiale Befund – schlafinduzierend beim Kaninchen und transferierbar – konnte in vielen Folgestudien nicht konsistent reproduziert werden. Steiger (2003) fasst die Evidenzlage treffend zusammen: Der schlafinduzierenden Eigenschaften von DSIP seien "contradictions and unknowns" – Widersprüche und Unbekanntes.

Mögliche Erklärungen für Replikationsprobleme:

  • Unterschiedliche Peptid-Reinheiten (DSIP bindet Albumin)
  • Verschiedene Applikationsrouten und -zeiten
  • Circadiane Abhängigkeit der Wirkung (nur zu bestimmten Tageszeiten wirksam?)
  • Speziesunterschiede

Wichtige Hinweise

  • Nicht für die Anwendung am Menschen zugelassen
  • Kurze Halbwertszeit macht praktische Anwendung schwierig
  • Keine Humanevidenz für klinisch relevante Schlafverbesserung
  • Reinheitsrisiko: Albuminbindung erschwert Standardisierung; Research-Produkte variieren stark

Rechtlicher Status (Deutschland)

Research-only. Keine Zulassung in Deutschland oder der EU. Nicht für Anwendung am Menschen.

Einordnung

DSIP hat eine spannende Geschichte, aber eine enttäuschende Evidenzlage. Die anfängliche Begeisterung über einen endogenen Schlüssel zum Schlaf hat sich nicht in belastbare klinische Daten übersetzt. Im Longevity-Kontext interessant als Forschungsobjekt, aber mit sehr geringer Evidenzbasis und erheblichen methodischen Problemen. Für praktische Schlafoptimierung sind Interventionen mit wesentlich besserer Evidenz verfügbar (Schlafhygiene, Melatonin, CBT-I).

STUDIEN

Verlinkte Forschung

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