Bodycode_Research
Biohacking & RegenerationResearch Use OnlyProfil #112
#112

Davunetid

NAP-Peptid – Neuroprotektives ADNP-Fragment

Was es ist

Davunetid (NAP, AL-108, NAPVSIPQ) ist ein synthetisches 8-Aminosäuren-Peptid (Asn-Ala-Pro-Val-Ser-Ile-Pro-Gln), das von Illana Gozes (Tel Aviv University) aus dem ADNP-Protein (Activity-Dependent Neuroprotective Protein) abgeleitet wurde.

ADNP ist ein Zinkfingerprotein mit Homeobox-Domäne und Teil des SWI/SNF-Chromatinremodeling-Komplexes. Mutationen in ADNP verursachen das ADNP-Syndrom (Helsmoortel-Van der Aa Syndrom), eine schwere Entwicklungsstörung. Davunetid ist das aktive Nonapeptid-Fragment und besitzt außergewöhnlich starke neuroprotektive Eigenschaften: es schützt Neurone bei pM-Konzentrationen vor verschiedenen toxischen Stimuli.

Wofür es erforscht wird

  • Alzheimer-Krankheit (Tau-Pathologie)
  • Progressive supranukleäre Lähmung (PSP)
  • Schizophrenie (kognitive Symptome)
  • ADNP-Syndrom (seltene Erkrankung)
  • Traumatisches Hirntrauma
  • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
  • Retinale Degeneration

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Intranasal: ZNS-Zugang über olfaktorischen Pfad nachgewiesen. Kurze systemische HWZ, aber lokale ZNS-Wirkung anhaltend.

Anwendung in der Forschung

Intranasal: 5–30 mg täglich in Phase-II-Studien. Intranasale Formulierung nutzt olfaktorischen Zugang zur Umgehung der Blut-Hirn-Schranke. Phase II bei PSP und Schizophrenie abgeschlossen.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

Premium freischalten – 99 € einmalig

Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Davunetid entstand aus einer Entdeckung über das Protein VIP (Vasoaktives Intestinales Peptid) und seine neuroprotektiven Effekte. Gozes fand, dass VIP ein Protein (ADNP) induziert, das ihrerseits ein kurzes Peptid (NAP) enthält, welches extrem starke neuroprotektive Eigenschaften besitzt.

NAP/Davunetid schützt Neurone vor β-Amyloid-, Tau- und oxidativer Schädigung bei picomolaren Konzentrationen – einer der potentesten bekannten neuroprotektiven Effekte in Zellkulturen. Diese Potenz machte Davunetid zu einem hochinteressanten Kandidaten für Alzheimer und tauopathische Erkrankungen.

Wirkmechanismus

  • Tubulin-Interaktion: NAP bindet an tubulin und stabilisiert Mikrotubuli → Schutz des axonalen Transports
  • Tau-Hyperphosphorylierung↓: Reduktion pathologischer Tau-Phosphorylierung (Ser396, Ser202)
  • Oxidativer Schutz: Steigerung antioxidativer Mechanismen in Neuronen
  • ADNP-ähnliche Funktion: Interaktion mit SWI/SNF-Komplex, Chromatinregulation
  • Synaptischer Schutz: Erhalt der synaptischen Integrität unter toxischen Bedingungen

Klinische Studien

Phase II bei Schizophrenie (AL-108-011): Intranasal Davunetid verbesserte kognitive Tests bei Schizophreniepatienten auf antipsychotischer Basistherapie signifikant (2010).

Phase II/III bei PSP (Progressive Supranukleäre Lähmung): Leider neutrales Ergebnis – keine Verlangsamung der Progression bei dieser schweren Tauopathie (2014, Lancet Neurology). Dies dämpfte den Enthusiasmus.

Einschränkungen

Negativstudie bei PSP trotz starker präklinischer Daten. Möglicherweise zu fortgeschrittene Erkrankung bei Studienbeginn, oder PSP-Tau-Pathologie spricht nicht auf NAP an. Frühzeitigere Intervention bei leichteren Tauopathien könnte weiterhin sinnvoll sein.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Phase II/III2014

Davunetide in patients with progressive supranuclear palsy: a randomised, double-blind, placebo-controlled phase 2/3 trial

Boxer AL, et al. · Lancet Neurol

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

Verwandte Peptide

Zurück zur Datenbank
Teilen