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Therapeutische PeptideIn DE zugelassenProfil #226
#226

Ziconotide

ω-Conotoxin MVIIA / Prialt® – Zugelassenes Conus-Peptid-Analgetikum

Was es ist

Ziconotide (ω-Conotoxin MVIIA-Analogon, 25 AA, 3 Disulfid-Brücken) ist das synthetische Derivat eines Gifts des Kegelschnecken-Conus magus.

Es blockiert hochselektiv spannungsgesteuerte N-Typ-Calciumkanäle (Cav2.2) an präsynaptischen C-Faser- und Aδ-Faser-Endigungen im spinalen Hinterhorn → Verhinderung der Neurotransmitter-Freisetzung (Substanz P, Glutamat) → spinale Analgesie. Prialt® (Elan/Jazz Pharmaceuticals) wurde 2004 von der FDA und 2005 von der EMA zugelassen für schwere chronische Schmerzen, die auf andere Therapien nicht ansprechen. Applikation: ausschließlich intrathekale (intraspinale) kontinuierliche Infusion via implantierten Pumpen. Kein Abhängigkeitspotenzial (Nicht-Opioid).

Wofür es erforscht wird

  • Chronischer Schmerz (Cav2.2-Blockade)
  • Neuropathischer Schmerz
  • Krebsschmerz (refrakter)
  • Conus-Toxin-Pharmacology
  • Nicht-opioides Analgetikum
  • Intrathekale Schmerztherapie

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

In Liquor cerebrospinalis: 4-6 Stunden. Kontinuierliche intrathekale Infusion nötig.

Anwendung in der Forschung

Prialt®: Intrathekale Infusion via implantierte Pumpe. Startdosis: 2,4 μg/Tag. Titration über Wochen. Für refraktäre Schmerzen bei Krebs, AIDS, schwere Neuropathien.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Verschreibungspflichtiges Medikament

Diese Substanz ist in Deutschland als Arzneimittel zugelassen und ausschließlich auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Die Inhalte dieser Seite dienen nur der Information über Forschungsstand und Wirkmechanismus – sie ersetzen keine ärztliche Beratung und stellen keine Anwendungsempfehlung dar.

Hintergrund

Conus magus (der Kegel-Magus-Schnecke) verwendet sein Gift zur Jagd auf Fische. Das ω-Conotoxin MVIIA im Gift blockiert neuronal Calciumkanäle des gefangenen Fisches und führt zur Lähmung. Baldomero Olivera von der University of Utah erforschte diese Conotoxine und erkannte das pharmakologische Potenzial.

Ziconotide war das erste Conotoxin, das den Weg vom Meerestier-Gift zur zugelassenen Medizin schaffte.

Cav2.2 als Schmerzkanal

N-Typ-Calciumkanäle (Cav2.2) sind essentiell für die synaptische Neurotransmission an nozizeptiven Nervenendigungen im spinalen Hinterhorn:

Schmerzimpuls in C-Faser
→ Depolarisation → Cav2.2-Öffnung → Ca²⁺-Einstrom
→ Substanz P + Glutamat-Freisetzung → Transmission
→ Nächstes Neuron aktiviert → Schmerzsignal weitergeleitet

Ziconotide → Cav2.2 blockiert → kein Ca²⁺-Einstrom
→ Keine Transmitter-Freisetzung → Schmerzsignal unterbrochen

Klinische Einschränkungen: Enge therapeutische Breite

Ziconotide hat viele Nebenwirkungen bei höherer Dosierung:

  • ZNS: Schwindel, Nystagmus, Verwirrtheit, halluzinationen, psychiatrische Symptome
  • Muskel: Hypertonie, CK-Erhöhung
  • → Langsame Titration über Wochen notwendig
  • → Sorgfältige Patientenselektion

Vorteile gegenüber Opioiden

  • Kein μ-Opioidrezeptor → kein Abhängigkeitspotenzial
  • Kein Atemdepressionspotenzial
  • Keine Toleranzentwicklung bei Schmerzhemmung
  • Ideal für Patienten mit Opioid-Toleranz oder Gegenanzeigen

Verbindung zu anderen Conotoxinen

Das Forschungsfeld der Conotoxine ist riesig:

  • μ-Conotoxine: Nav-Kanal-Blocker (#169, prg-conotoxin.mdx)
  • α-Conotoxine: nAChR-Blocker (Forschungstools)
  • ω-Conotoxine: Cav2.2-Blocker (Ziconotide)
  • δ-Conotoxine: Nav-Inaktivierung verhindernd

Einschränkungen

Nur intrathekale Gabe möglich (systemische Toxizität). Nicht für leichte/mittlere Schmerzen. Enge therapeutische Breite erfordert stationäre Titration. Hohe Kosten. Gesamte Anwendungsbreite: schwere refraktäre Schmerzen.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Klinische Studie2026

Selecting Neuromodulation Devices For Chronic Pain Conditions: A Narrative Review

Wahezi S, et al. · Pain Physician

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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