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Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #132
#132

Urotensin II

Stärkstes endogenes Vasokonstriktor – UT-Rezeptor-Ligand

Was es ist

Urotensin II (UII) ist ein zyklisches 11-Aminosäuren-Peptid (pGlu-Thr-Pro-Asp-Cys-Phe-Trp-Lys-Tyr-Cys-Val-OH, mit Disulfidbrücke Cys5-Cys10), ursprünglich aus dem Teleost-Spinalmark isoliert und 1998 von Ames und Bhatt als Ligand des orphanen G-Protein-gekoppelten Rezeptors GPR14 identifiziert (heute UT-Rezeptor = Urotensin-II-Rezeptor).

Beim Menschen wurde UII in Hypothalamus, Hirnstamm, Rückenmark, Niere und Herz gefunden. In Gefäßen wirkt UII als potentester bekannter Vasokonstriktor – um ein Vielfaches stärker als Endothelin-1 in manchen Gefäßbetten. Die Wirkung ist gefäßbett-spezifisch: starke Vasokonstriktion in Koronargefäßen und Nierenarterien, Vasodilatation in Nabelschnurgefäßen.

Wofür es erforscht wird

  • Pulmonale arterielle Hypertension
  • Herzinsuffizienz und kardiales Remodeling
  • Chronische Nierenerkrankung
  • Atherosklerose
  • Diabetes mellitus Typ 2 (metabolische Effekte)
  • Hepatische Zirkulation und portale Hypertension

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Im Plasma ~28 Minuten.

Anwendung in der Forschung

Kein Therapeutikum. UT-Antagonisten (Palosuran, ACT-058362) in Phase II bei pAH und Nierenerkrankung – keine Zulassung. Urapidil hat geringe UT-Aktivität (off-target).

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Die Entdeckung von Urotensin II als endogenem Säugetier-Vasokonstriktor 1999 war überraschend: Das Peptid war aus Fischhypophysen bekannt, aber bei Säugern hatte man keinen physiologischen Liganden für den orphanen GPR14-Rezeptor. Als Ames et al. zeigten, dass humanes UII massiv stärker vasokonstriktiv wirkt als Endothelin-1 (damals als potentester Vasokonstriktor bekannt), wurde UII sofort als mögliches Ziel für kardiovaskuläre Therapien betrachtet.

Die Entwicklung von UT-Antagonisten wurde aktiv verfolgt – aber die klinischen Ergebnisse blieben enttäuschend. Das Gefäß-spezifische und kontextabhängige Wirkprofil (Vasokonstriktion in manchen, Vasodilatation in anderen Gefäßbetten) macht Therapeutika komplex.

Wirkmechanismus

  • UT-Rezeptor (Gq/Gi): UII → IP3/DAG↑ und Ca²⁺-Mobilisierung → Vasokonstriktion
  • Koronare und renale Gefäße: Starke Vasokonstriktion → reduzierter Blutfluss
  • Kardiomyozyten: Positive Inotropie (direkte Herzkontraktion)
  • Fibrose: UII stimuliert Fibroblasten → Kollagen-Produktion → Herz/Nieren-Fibrose
  • Metabolisch: Insulin-Sekretion-Hemmung, Glukoseaufnahme-Modulation

Erhöhte Spiegel bei Erkrankungen

  • Herzinsuffizienz: UII-Plasmaspiegel erhöht; korreliert mit Schweregrad
  • Pulmonale Hypertonie: UII in pulmonalen Gefäßen erhöht
  • Nierenerkrankung: UII und UT-Rezeptor-Dichte im erkrankten Nierengewebe erhöht
  • Diabetes: UII-Spiegel erhöht bei T2D (metabolische Kopplung)

Klinische Entwicklung der UT-Antagonisten

Palosuran (ACT-058362, Actelion): Phase II bei diabetischer Nephropathie – keine signifikante renale Protektion. Weitere Entwicklung gestoppt. Das Konzept wird aber weiterverfolgt, da die pathophysiologische Relevanz klar erscheint.

Einschränkungen

Natives UII hat keine therapeutische Anwendung. UT-Antagonisten haben Phase II nicht überzeugend gemeistert. Komplexes, gefäßbettspezifisches Wirkprofil macht Therapeutika-Entwicklung schwierig.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Review2000

Human urotensin-II, the most potent mammalian vasoconstrictor identified to date, as a therapeutic target for the management of cardiovascular disease

Douglas SA, et al. · Trends Cardiovasc Med

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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