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Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #162
#162

Urocortin-1

UCN1 – CRH-Verwandtes Kardioprotektion und Stress-Peptid

Was es ist

Urocortin-1 (UCN1) ist ein 40-Aminosäuren-Neuropeptid aus der CRH (Corticotropin-Releasing Hormone)-Superfamilie, entdeckt 1995 von Vaughan et al.

im Edinger-Westphal-Kern des Mittelhirns. UCN1 hat 45% Sequenzidentität mit CRH und bindet beide CRH-Rezeptoren: CRHR1 (ähnlich CRH) und CRHR2 (höhere Affinität als CRH). UCN1 ist das einzige der drei Urocortine (UCN1, UCN2, UCN3) mit dualer CRHR1/CRHR2-Aktivität. Die drei Urocortine haben unterschiedliche Rezeptor-Selektivitäten: UCN1 dual, UCN2 und UCN3 CRHR2-selektiv.

Wofür es erforscht wird

  • Chronische Herzinsuffizienz (kardioprotektion)
  • Ischämie-Reperfusionsschaden
  • Angst und Stress-Antwort (anxiolytisch)
  • Appetitregulation (anorexigen)
  • Entzündung (anti-inflammatorisch)
  • Autoimmun (CRH2-Immunmodulation)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Kurz (~15–30 Minuten nach i.v.). CJC-Modifikationen für längere HWZ in Entwicklung.

Anwendung in der Forschung

Klinische Phase-II: 500 ng/kg/min i.v. Infusion für 4 Stunden (Herzinsuffizienz-Studien, Burnett-Gruppe). Nicht zugelassen. Nicht kommerziell erhältlich.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Urocortin-1 wurde nach seinem Fisch-Homolog Urotensin-I benannt (daher "Uro-cortin"). Das Peptid wurde im Edinger-Westphal-Kern lokalisiert – einem kleinen Bereich im Mesencephalon, zuständig für Parasympathikus-Innervation des Auges, der aber auch enge Verbindungen zum Limbischen System hat.

Die Entdeckung dreier Urocortine (UCN1: 1995, UCN2: 2001, UCN3: 2001) erweiterte das CRH-System erheblich: Statt einem Peptid-Rezeptor-Paar gibt es nun 4 endogene Liganden (CRH, UCN1, UCN2, UCN3) und 2 Rezeptoren mit unterschiedlicher Selektivität.

CRH-Superfamilie: Überblick

PeptidCRHR1CRHR2Hauptlokalisation
CRHHochGeringHypothalamus (PVN)
UCN1HochHochEdinger-Westphal
UCN2KeineHochHypothalamus, Herz
UCN3KeineHochIntestinum, Pankreas

Kardioprotektive Wirkung

UCN1 aktiviert CRHR2 auf Kardiomyozyten:

  • Anti-Apoptose: CRHR2 → cAMP → PKA → Bcl-2↑, Caspase-3↓
  • Ischämische Präkonditionierung: UCN1 vor Infarkt → Infarktgröße↓ 50–70% in Tiermodellen
  • Positive Inotropie: cAMP-Anstieg → Ca²⁺-Sensitivierung → Kontraktilität↑
  • Vasodilatation: eNOS-Aktivierung → NO → Koronar-Perfusion↑

Herzinsuffizienz: Klinische Daten

Phase-II-Studien (ng LL et al., 2004): UCN1-Infusion bei CHF-Patienten → Herzindex↑, peripherer Widerstand↓, BNP-Spiegel↓ – ohne Reflextachykardie. Günstigeres Profil als klassische Inotropika (keine Arrhythmie-Förderung).

UCN2 (CRHR2-selektiv) hat in Phase-II-Studien ebenfalls positive Herzinsuffizienz-Daten gezeigt (analog zu Urocortin-2 #137 in der Datenbank).

Einschränkungen

Kurze HWZ limitiert therapeutischen Nutzen. Angstsystem-Aktivierung über CRHR1 (Nebeneffekt). Keine Phase-III-Studien. Entwicklung von CRHR2-selektiven UCN1-Analoga oder UCN2/UCN3 als sicherere Alternative.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

WEITERE PROFILE

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