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Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #92
#92

Tuftsin

Thr-Lys-Pro-Arg – Immunstimulierendes Tetrapeptid

Was es ist

Tuftsin ist ein endogenes Tetrapeptid (Thr-Lys-Pro-Arg), das 1970 von Victor Najjar an der Tufts University (daher der Name) entdeckt wurde.

Es ist ein natürliches Fragment der IgG-Schwerkette (Position 289–292 im Fc-Fragment) und wird enzymatisch durch Leukokinase (Milz) und Tuftsin-Endocarboxypeptidase aus IgG freigesetzt. Tuftsin bindet an Phagozyten, Granulozyten, Monozyten und Makrophagen über spezifische Tuftsin-Rezeptoren (LILRB1/2 und andere) und aktiviert deren mikrobizide und zytotoxische Kapazitäten. Tuftsin-Defizienz nach Splenektomie erhöht nachweislich das Infektionsrisiko.

Wofür es erforscht wird

  • Immunstimulation bei Infektionskrankheiten
  • Phagozytose-Aktivierung
  • Antitumorale NK-Zell-Aktivierung
  • Post-Splenektomie-Immundefizienz
  • Antimikrobielle Wirkung (auch antiparasitär)
  • HIV und opportunistische Infektionen

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Sehr kurz (Sekunden bis Minuten) im Plasma. Schnell durch Peptidasen inaktiviert.

Anwendung in der Forschung

Kein zugelassenes Therapeutikum. Forschungsanwendung: 0,1–1 mg/kg subkutan in Tierstudien. Stabilisierte Analoga in Entwicklung. Keine klinische Standarddosierung.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Tuftsin war eines der ersten endogenen Immunpeptide, die aus dem menschlichen IgG identifiziert wurden. Victor Najjar entdeckte, dass die Milz eine Schlüsselrolle in der Tuftsin-Freisetzung spielt – was erklärt, warum Patienten nach Splenektomie (Milzentfernung) erhöhte Infektionsempfindlichkeit gegenüber bestimmten Bakterien zeigen (post-splenectomy sepsis).

Das Peptid repräsentiert ein faszinierendes Konzept: Das Immunsystem nutzt Antikörperfragmente als Signal für Phagozytenaktivierung. Hohe IgG-Spiegel könnten so direkt die mikrobizide Kapazität des angeborenen Immunsystems regulieren.

Wirkmechanismus

  • Phagozytenaktivierung: Tuftsin bindet an Phagozyten-Rezeptoren → Steigerung von Phagozytose, oxidativem Burst und mikrobizider Aktivität
  • Makrophagen-Stimulation: Erhöhte Zytokinsynthese (IL-1β, TNF-α, IL-6)
  • NK-Zell-Aktivierung: Direkte Stimulation zytotoxischer NK-Zellen gegen Tumorzellen
  • Chemotaxis: Förderung der Einwanderung von Phagozyten zum Infektionsort
  • Antiparasitäre Wirkung: Makrophagen-Aktivierung gegen intrazelluläre Parasiten (Leishmania, Toxoplasma)

Therapeutisches Potenzial

Tuftsin-Analoga wurden entwickelt, um die kurze Plasmahalbwertszeit zu überwinden. Rigin (Gly-Gln-Pro-Arg), ein verwandtes tetrapeptid aus IgG Fc3, zeigt ähnliche Eigenschaften. Polymer-konjugierte Tuftsin-Analoga können die Stabilität drastisch verbessern.

Einschränkungen

Die kurze Halbwertszeit macht natives Tuftsin therapeutisch schwer nutzbar. Klinische Studien am Menschen sind minimal. Das Konzept ist biologisch valide, hat aber den Sprung zur klinischen Anwendung noch nicht geschafft.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Original Research1991

A comparative study of [Leu1]Tuftsin and tuftsin, a natural phagocytosis-stimulating peptide

Nishioka K, et al. · Int J Biochem

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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