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Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #129
#129

Thymulin (FTS)

Facteur Thymique Sérique – Zink-abhängiges Thymus-Nanohormon

Was es ist

Thymulin (FTS, Facteur Thymique Sérique, Serum Thymic Factor) ist ein endogenes zyklisches Nonapeptid (< Glu-Ala-Lys-Ser-Gln-Gly-Gly-Ser-Asn >), das 1972 von Jean-François Bach und Mireille Dardenne (Paris) aus Schweine-Serum isoliert und charakterisiert wurde.

Es wird von den Thymus-Epithelzellen produziert und benötigt ein Zinkion (Zn²⁺) für seine biologische Aktivität – das Peptid-Zink-Komplex (FTS-Zn) ist die aktive Form. Thymulin-Spiegel sind im jugendlichen Thymus hoch und nehmen mit der Thymus-Involution ab. Die Abnahme zirkulierender Thymulin-Spiegel korreliert mit der Immunseneszenz des Alterns.

Wofür es erforscht wird

  • T-Zell-Differenzierung und Thymozyten-Reifung
  • Immunseneszenz und Longevity
  • Zink-Mangel-Immundefizit
  • Autoimmunerkrankungen
  • Neurotrophe Wirkung (Thymulin im ZNS)
  • Schmerz und Entzündung (Anti-Nozizeptiv)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Im Plasma 30 Minuten (mit Zink). Ohne Zink biologisch inaktiv.

Anwendung in der Forschung

Kein zugelassenes Therapeutikum. Forschungsdosen: 1–10 ng/kg i.p. in Tiermodellen. Zink-Supplementierung erhöht endogenes aktives Thymulin (da Zn für Aktivierung benötigt wird).

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Thymulin (nicht zu verwechseln mit Thymulin, dem Peptidgemisch aus der russischen Literatur) ist eines der vier klassischen Thymus-Peptidhormone, die die Immunreifung regulieren: Thymosin α1, Thymopoietin, Thymulin (FTS) und Thymosin β4. Alle wurden in den 1970er bis 1980er Jahren identifiziert.

Die Entdeckung, dass Thymulin Zink für seine Aktivität benötigt, erklärte einen wichtigen Zusammenhang: Zink-Mangel → reduziertes aktives Thymulin → T-Zell-Defizit → erhöhte Infektionsanfälligkeit. Dies ist besonders relevant bei Älteren (Zink-Aufnahme sinkt mit dem Alter) und erklärte Teil der Immunseneszenz.

Wirkmechanismus

  • Zink-abhängige Aktivierung: FTS-Zn-Komplex ist die biologisch aktive Form; Zinkmangel → inaktives apoFTS
  • Thymozyten-Differenzierung: Fördert Reifung von T-Vorläuferzellen zu funktionellen T-Zellen im Thymus
  • TH1/TH2-Balance: Bevorzugte TH1-Induktion (zelluläre Immunantwort)
  • NK-Zell-Aktivierung: Steigerung zytotoxischer NK-Zell-Aktivität
  • Anti-Nozizeptiv: In Rückenmark-Modellen zeigt Thymulin antinozizeptive Wirkung (über Opioid-Systeme)
  • Neurotroph: Thymulin-Rezeptoren im Hypothalamus; moduliert neuroendokrine-Immun-Achse

Klinische Relevanz: Zink und Thymulin

Klinisch wichtigste Erkenntnis: Zink-Supplementierung bei älteren Personen mit niedrigen Thymulin-Spiegeln stellt die biologische Aktivität zum Teil wieder her. Da Zink sicher, günstig und weit verbreitet ist, hat diese Erkenntnis direkte praktische Konsequenzen:

Zink 25–45 mg/Tag als altersbedingter Immun-Support ist durch den Thymulin-Mechanismus gut begründet.

Abgrenzung von anderen Thymus-Peptiden

  • Thymalin (russische Literatur): Unspezifisches Polypeptid-Extrakt aus Thymus
  • Thymosin α1 (Tα1): 28 AS, zugelassen in einigen Ländern für Hepatitis, HIV
  • Thymulin (FTS): 9 AS, Zink-abhängig, im Serum messbar, klare biochemische Charakterisierung

Einschränkungen

Sehr kurze Halbwertszeit, keine therapeutische Formulierung. Der indirekte Weg (Zink → Thymulin-Aktivierung) ist klinisch praktikabler als exogenes Thymulin. Keine klinischen Interventionsstudien mit exogenem Thymulin.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Original Research1984

The activity of synthetic analogs of serum thymic factor (FTS) to convert mouse pre-T cells into Thy-1 positive cells

Yoshida T, et al. · Int J Immunopharmacol

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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